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14.02.2018 12:44:05
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Börse Frankfurt News

Zertifikate-Trends: Hebelprodukte als Kassenschlager



Angesichts der starken Bewegungen an den Aktienmärkten konzentrieren sich Anleger derzeit auf Zertifikate, die DAX, S&P 500 und Dow Jones abbilden. Gesetzt wird auf steigende und fallende Kurse.
14. Februar 2018. Frankfurt (Börse Frankfurt). Durch die heftigen Schwankungen an den Märkten haben Zertifikate-Händler viel zu tun. "Der Handel wird dominiert von Hebelprodukten", meldet Markus Königer von der ICF Bank. Anlageprodukte spielten keine große Rolle. Das bestätigt auch Anouch Wilhelms von der Commerzbank. "Anleger wollen sich mit Hebelprodukten entweder nach unten absichern oder von Kursrückgängen profitieren." Panik am Markt hat er übrigens nicht gesehen. "Die Anleger sind recht ruhig geblieben. Mit anderen Rücksetzern, etwa am Schwarzen Montag 1987, war das wirklich nicht zu vergleichen."

Der DAX war von seinem neuen Allzeithoch bei 13.596,89 Punkten am 23. Januar auf nur noch knapp über 12.000 Punkte vergangene Woche gefallen, am Mittwochmorgen sind es 12.294 Zähler. Bei S&P 500 und Dow Jones sieht es ähnlich aus. Auch in anderen Basiswerten gab es viel Bewegung: So schwächte sich die US-Währung bis auf 1,25 US-Dollar zum Euro ab, jetzt sind es 1,23 US-Dollar. Der Ölpreis kletterte Ende Januar auf über 70 US-Dollar je Barrel Brent, aktuell liegt der Preis wieder bei 62,63 US-Dollar.

Bitcoin-Tracker bleiben Renner

Beliebteste Underlyings waren bei der ICF Bank der DAX, gefolgt von Euro/US-Dollar, Dow Jones und Einzelaktien. Laut Simon Görich steht bei der Baader Bank der DAX ebenfalls ganz weiter oben, gefolgt vom Dow Jones und S&P 500. "Die Klassiker Öl und Gold wurden nach hinten durchgereicht." Auf der Umsatzliste der Commerzbank finden sich Dow Jones, Nasdaq- und S&P 500-Zertifikate weit oben.



Umsatzstärkste Einzelprodukte bleiben bei der ICF Bank unterdessen die Bitcoin-Tracker (WKN VN5MJG, VL3TBC, VL6LBC). "Da gibt es viel Hin und Her", stellt Königer fest. Denn der Höhenflug der Kryptowährung scheint vorerst beendet: Nachdem im Hoch im Dezember fast 20.000 US-Dollar erreicht wurden, sind es jetzt nur noch 8.861 US-Dollar, zwischenzeitlich waren es sogar weniger als 7.500 US-Dollar.

Auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen vier Wochen steht in der Kategorie Anlageprodukte ein gekapptes reverses Bonuszertifikat auf den DAX (WKN PR79W4) ganz oben, gefolgt von einem Bitcoin-Tracker (WKN VL3TBC) und ein gekapptes Bonuszertifikat auf den Euro Stoxx 50 (WKN DGD8PQ). Bei den Hebelprodukten finden sich ein Put-Optionsschein auf den DAX (WKN HW7WL7), ein bullisher Knock-out-Schein auf VW (WKN CD8JBY) und ein bearisher Knock-out-Schein auf den DAX (WKN GM0FH7) auf den ersten Plätzen.

Große Aktienindizes: Beide Richtungen gespielt

Was den DAX angeht, wird sowohl auf einen steigenden als auch auf einen fallenden Index gesetzt. Zu den meist gehandelten Produkten gehört bei der Commerzbank ein Short-Faktor-Zertifikat auf den deutschen Aktienindex mit Hebel 15 (WKN CV37Q5) und ein Index-Tracker (WKN CD2JKY). Die ICF Bank meldet hohe Umsätze in einem Long-Faktor-Zertifikat auf den DAX mit Hebel 15 (WKN VS66JU). "Übrigens wurden viele Knock-out-Scheine durch die kräftigen Kursbewegungen ausgeknockt", stellt Königer fest. Bei den Anlageprodukten interessierten vor allem Bonus- und Discount-Zertifikate.

Was US-Indizes angeht, laufen bei der Commerzbank bearishe Knock-out-Scheine auf den Dow Jones (WKN CV826W, CV2335) gut. "Das sind Absicherungen nach unten", bemerkt Wilhelms. Auch Faktor-Zertifikate auf den Nasdaq 100 (WKN CE8SJV) und bullishe Knock-Out-Scheine auf den Technologieindex (WKN CZ9CHU) seien gesucht.

Deutsche Bank: Immer ein Aufreger

Beliebteste Underlyings bei den Einzelwerten waren bei der ICF Bank in den vergangenen Wochen Deutsche Bank (WKN HW8YCD), VW Vorzüge (WKN HU9YN9), Wirecard (WKN DD2S41), Deutsche Telekom, Daimler und Lufthansa. Unter den US-Werten stechen Apple und Amazon heraus. Viel Umsatz gibt es etwa in einem Call-Optionsschein auf Apple (WKN TR0GK7). Die Baader Bank nennt ebenfalls die Deutsche Bank als beliebten Basiswert. "Aber auch vergleichsweise exotische Einzelwerte sind hin und wieder auffällig", stellt Görich fest. Als Beispiel nennt er einen Call-Optionsschein auf UnionPacific (WKN DM6DH0). "Der war einer der am meisten gehandelten Einzelwerte der letzten Woche."

"Die Stunde der Discount-Zertifikate"
 

Wilhelms zufolge machen Discount-Zertifikate in der derzeitigen Marktsituation besonders viel Sinn: wegen niedrigerer Kurse und hoher Volatilität bzw. Abschläge. Der Händler berichtet daher auch von Interesse an Discount-Zertifikaten auf die Allianz (WKN CV6B95, CV1VFY). Was VW angeht, seien auch Knock-out-Calls (WKN CK71TY) und Faktor-Zertifikate mit Hebel 10 (WKN CD90ZV) gesucht.

Wilhelms Wilhelms
 
Kemal Bagci von BNP Paribas sieht Interesse an einem bullishen Knock-out-Warrant auf Rocket Internet (WKN PR9HKT). "Die Aussichten für die Start-up-Schmiede werden rosiger." Ebenfalls gut an komme ein bullisher Knock-out-Schein auf Puma (WKN PR3EYP). Aufgrund der Spekulationen über eine Partnerschaft des chinesischen Autobauers Geely mit Daimler setzen Anleger Bagci zufolge zudem auf eine Daimler-Aktienanleihe (WKN PP1N49). Auch Aktienanleihen auf Infineon seien gefragt (WKN PP2190).

Wenig Interesse an Öl und Euro/US-Dollar

Öl-Zertifikate sind derzeit kein großes Thema. "Da sehen wir vergleichsweise wenig Umsatz", meint Wilhelms. Von den Underlyings her stehe Öl nur auf Platz 19. Gekauft würden etwa bearishe Knock-out-Scheine auf Brent (WKN CV7Z59, CV43NM). Auch bei der ICF Bank war in Öl-Zertifikaten wenig los.

Kunden der ICF-Bank setzen außerdem mit einem bullishen Knock-out-Schein (WKN PP3J93) auf einen steigenden Goldpreis (WKN PP3J93). Beliebt ist Königer zufolge auch ein Long-Faktor-Zertifikat auf Platin mit Hebel 8 (WKN VS6NCP).

Angesichts der durchaus heftigen Bewegungen in den Währungen fallen die Umsätze den Händler zufolge auch hier niedrig aus. Königer sieht allenfalls noch ein reges Handelsaufkommen in Put- (WKN VL7ELZ), aber auch Call-Optionsscheinen (WKN DGZ2L0) auf Euro/US-Dollar.

von: Anna-Maria Borse
14. Februar 2018, © Deutsche Börse AG
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