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03.02.2016 13:09:57
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Börse Frankfurt News

Zertifikate-Trends: Hin- und hergerissen



Anleger sind sich mittelfristig uneins über den Kurs von Öl und DAX, mal setzen sie auf fallende mal auf steigende Notierungen. Bei den Einzelwerten stehen Alphabet und Amazon im Vordergrund.
3. Februar 2016. Frankfurt (Börse Frankfurt). In Anbetracht der nach wie vor schwankungsanfälligen Aktienmärkte verbuchen Zertifikate-Händler ansehnliche Umsätze.

"Anleger fokussieren sich bei diesen nervösen Märkten verstärkt auf Öl und den DAX", beschreibt Atakan Sahin von der ICF Bank. Beide Basiswerte bewegten sich derzeit tendenziell im Einklang. Je nach Marktlage kämen kurzfristige Engagements in beide Richtungen besonders häufig zum Tragen. "Gegenwärtig setzen viele Investoren auf fallende Öl- und DAX-Notierungen." Ein zehnfach gehebeltes reverses Faktor-Zertifikat auf Brent (WKN VS2MPQ) lande ebenso häufig in den Anlegerdepots wie ein reverses Faktor-Zertifikat (WKN VZ9D12) mit zwölffachem Hebel auf den DAX. Käufer des 15 x Long Faktor-Zertifikat auf den deutschen Bluechip-Index (WKN VS66JU) setzten indes auf eine DAX-Erholung.

Unbestimmte Richtung bei Öl
 

"Der Jahresauftakt war sehr aktiv", meldet Christian Glaser, der insbesondere in den aktuellen Bewegungen beim Ölpreis ein Eldorado für Zertifikate-Investoren sieht. "Der Ölmarkt ist höchst liquide und nahezu jederzeit handelbar", erklärt der Händler der BNP Paribas. Rund um den starken Anstieg nach den Tiefstständen im Januar hätte das Interesse an Öl-Derivaten spürbar zugelegt. Einen klaren Trend erkennt Glaser indes nicht. Mittelfristig orientierte Investoren setzten auf steigende Brent- und WTI-Preise (WKNs AA1HXV, AA1HXU). Auf kurze Sicht setzten Anleger mal auf fallende, mal auf steigende Ölpreise.

Christian GlaserGlaser
 
Öl-Werte gehören auch bei der Commerzbank zu den meist gehandelten Zertifikaten der vergangenen vier Wochen. "Brent als Underlying belegt bei uns nach dem DAX den zweiten Rang, auf dem ungewöhnlichen vierten Platz folgt bereits das amerikanische WTI", registriert Anouch Wilhelms. Normalerweise rangierten WTI-Derivate eher unter ferner liefen. Ein einheitliches Bild liefert auch der Händler der Commerzbank nicht. Knock-Out-Produkte mit einer Schwelle unterhalb des aktuellen Preises kämen ebenso häufig zum Tragen wie Short-Zertifikate auf Brent (WKN CZ6LL0) mit sechsfachem Hebel.

Vertrauen in DAX-Erholung bröckelt
 

Zertifikate auf den deutschen Aktienindex profitierten laut Händler ebenfalls von den starken Bewegungen am Markt. Immerhin hat der DAX in den vergangenen Wochen über 800 Punkte verloren. Ob nach den Verlusten eine Erholung ansteht, scheint unentschieden. Kunden der Baader Bank setzen laut Simon Görich derzeit mit Käufen von Hebel- (WKN CR90N1) und Knock-out-Produkten (WKN CN42X7) eher auf weiter fallende DAX-Notierungen.

Simon GörichGörich
 
Technisch haben sich die DAX-Aussichten mit dem gestrigen Einbruch unter die kurzfristige Aufwärtstrendlinie nach Ansicht von Christoph Geyer von der Commerzbank verschlechtert, da das Tief vom Dezember bei knapp über 10.000 Punkten nicht erreicht worden sei. Viele Indikationen deuteten aber immer noch auf einen möglicherweise erfolgreichen Test dieser Marke mit anschließender Erholungsbewegung bis Ende Februar.

Gemischte Gefühle bei Apple
 

Die laufende Berichtssaison in den USA und Europa lenke die Aufmerksamkeit der Anleger auf in- und ausländische Einzelwerte, wie Glaser berichtet. Etwa poliarisierten die Rekordergebnisse von Apple, verbunden mit der Aussicht auf weniger Umsatz. "Produkte, die von steigenden (WKN PS8Z2F) und fallenden (WKN PB2LXN) Apple-Kursen profitieren, waren gleichermaßen gefragt."

Bei den Aussichten für die Google-Holding Alphabet hingegen seien sich Investoren einig. Ein dreizehnfach gehebeltes Knock-out-Zertifkat (WKN BP27F1) mit einer Barriere bei 710,078 US-Dollar stünde bei den Kunden der BNP Paribas hoch im Kurs. Aktuell steht die Aktie bei 764 US-Dollar.

Atakin SahinSahin
 

Anleger erwarten höheren Amazon-Kurs

Die Kunden der Commerzbank greifen bei den Einzelwerten verstärkt zu Amazon-Zertifikaten, wie Wilhelms bemerkt. Käufer eines im März 2017 fälligen Optionsschein auf Amazon (WKN CN748S) gehen offenbar von einer positiven Entwicklung der Aktie des Online-Händlers aus. Der Optionsschein verfällt, falls der Basiswert bei Ausübung unter einem Preis von 700 US-Dollar notiert.

Hinter der verstärkten Nachfrage nach einem Faktorzertifikats auf Amazon (WKN CR5220) mit zweifachem Hebel stehe ebenfalls die Erwartung einer Kurserholung. Die Aktie hat seit Jahresbeginn von 648 auf 552 US-Dollar eingebüßt, weil Anleger sich von den jüngsten Quartalszahlen mehr erwartet hätten.

von: Iris Merker
© 3. Februar 2016 - Deutsche Börse AG
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