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07.12.2016 14:53:09
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Börse Frankfurt News

Zertifikate-Trends: Im Höhenrausch



Immer neue Rekorde an den Aktienmärkten: Während Anleger für den DAX weiter optimistisch sind, scheiden sich die Geister bei den Themen US-Aktien, US-Dollar und Gold.
7. Dezember 2016. Frankfurt (Börse Frankfurt). Hausse an den Aktienmärkten, steigende Zinsen, starker US-Dollar - an Themen mangelt es derzeit nicht. Das war auch im Zertifikate-Handel in den vergangenen vier Wochen zu spüren. "Es war und ist viel los", berichtet Manuel Tulezi von der ICF Bank. "Bewegt haben die Wahl Trumps, das Referendum in Italien und der Zinsanstieg", erklärt Anouch Wilhelms von der Commerzbank.

Der Dow Jones erreichte am Montag dieser Woche ein neues Allzeithoch, der S&P 500 liegt nur noch knapp darunter. Und auch der DAX, in der Vorwoche noch wegen Sorgen um Italien unter Druck, hat ordentlich zugelegt: Am Mittwochmorgen erreichte der Index mit knapp 10.947 Punkten ein Jahreshoch.

Hoffnung auf Endspurt

Beliebtester Basiswert im Zertifikate-Handel war - wieder immer - der DAX. "Aktuell gibt es die Themen Finanzkrise, Bankenkrise, Europa- und Eurokrise sowie Trump, außerdem Öl, Gold und Zinsen, doch der DAX bleibt mit großem Abstand das meistgehandelte Underlying", stellt Simon Görich von der Baader Bank fest. Viel um gehe zum Beispiel in einem zwölffach gehebelten Long-Zertifikat auf den DAX Future (WKN CD4H15), das den zwölffach gehebelt abbildet.



"Jetzt wird auf steigende Kurse gesetzt", berichtet Tulezi. So würden Bonus-Zertifikate auf den DAX (WKN PB83F8) gekauft, ebenso wie Knock-out-Calls (WKN TD731T). Vor dem Italien-Referendum waren bei der Commerzbank gehebelte Short-Zertifikate (WKN CD4H1F) und Put-Optionsscheine auf den DAX (WKN CR50AT) gesucht. Auch laut Christian Glaser von der BNP Paribas konzentrierten sich Anleger auf DAX-Zertifikate. "Gefragt waren aber zum Beispiel auch Put-Optionsscheine wie der Mini Short auf den italienischen FTSE MIB (WKN PB2E9P)."

Trump-Blase oder Anfang einer lang anhaltenden, konjunkturgetriebenen Rally? Was US-Aktien angeht, gehen die Meinungen offenbar auseinander. Bei der Commerzbank wurden zum Beispiel gehebelte Short-Zertifikate (WKN CR5JKW) und Call-Optionsscheine (WKN CN7ZV0) auf den Dow Jones Future bzw. Dow Jones gekauft.

Amazon und Tencent im Fokus
 

Von den Einzeltiteln als Basiswerte dominieren bei der Commerzbank Daimler, Allianz, Deutsche Bank, Amazon (WKN CD5GRE, CR523Q) und Tesla. "Das Apple-Thema ist durch", meint Wilhelms. Laut Görich stehen die Deutsche Bank, die Commerzbank und VW im Fokus, je nach Nachrichtenlage.

Auch der chinesische Internetriese Tencent zieht viel Aufmerksamkeit auf sich, gesetzt wird laut Görich auf Call-Optionsscheine (WKN SG8C0H, SE9JV3) mit Strike bei 200 bzw. 225 Hongkong-Dollar. Steht der Aktienkurs also bei Ausübung unter 200 bzw. 225 Hongkong-Dollar, verfällt der Optionsschein wertlos, andernfalls wird der Aktienwert zurückgezahlt in einem Bezugsverhältnis von 10 Scheinen je Aktie.

WilhelmsWilhelms
 


Uneinig über US-Dollar-Entwicklung

Die US-Währung hat seit dem Trump-Sieg stark aufgewertet, der US-Dollar kostet mittlerweile nur noch 1,07 Euro, vor der Wahl waren es noch 1,11 Euro. Auch gegenüber anderen Währungen zeigt sich der Greenback stark. Anleger sind aber offenbar uneins, wie es weitergeht. "Wir sehen Positionierungen in beide Richtungen", berichtet Tulezi. Wilhelms meldet Käufe in einen Knock-out-Put (WKN CDSFSY) und einem Knock-out-Call auf Euro/US-Dollar (WKN CE3LMR).

Glaser zufolge interessierten sich Anleger für einen Knock-out-Schein auf das Währungspaar (WKN PS1LEN) mit Schwelle kurz vor der Parität bei 1,034 US-Dollar.

Weitere Öl-Verteuerung?

Doch auch Öl und Gold werden derzeit stark beachtet. Der Ölpreis ist seit der Opec-Einigung auf eine Förderkürzung vergangene Woche deutlich gestiegen, aktuell liegt der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent bei 54 US-Dollar. "Meist wird auf steigende Kurse gewettet", erklärt Tulezi, etwa mit Call-Optionsscheinen (WKN DGJ8NT, DG2VU5). "Kunden die am Anstieg der Ölpreise partizipieren wollen, nehmen zum Beispiel Indexzertifikate wie das Open-End Zertifikat auf Brent Crude Rohöl (WKN 256678) ins Auge", erklärt Glaser.

Treue zu Gold

Gold, das sich in der ersten Jahreshälfte noch kräftig verteuert hatte, gehört in der zweiten Jahreshälfte zu den großen Verlierern. Aktuell liegt der Goldpreis wieder nur noch bei 1.171 US-Dollar je Feinunze, im Juli waren es in der Spitze 1.367 US-Dollar. "Der Aufwärtstrend ist eindeutig gestoppt", bemerkt Wilhelms. Dennoch gibt es offenbar noch viele Goldfans: Gesetzt werde auf Knock-out-Calls auf Gold (WKN CR5DR7) und Index-Zertifikate (WKN CN4CAP). Bei der ICF Bank trennten sich Anleger unterdessen von Discount- und Bonus-Zertifikaten auf das Edelmetall (WKN DGD2NC).

Steigende Zinsen erwartet

Obwohl die US-Notenbank noch nicht aktiv wurde: Mit dem Sieg von Trump sind die Zinsen in den USA kräftig gestiegen, auch in Deutschland ging es deutlich nach oben und für den Euro-Bund-Future nach unten. Wilhelms zufolge spekulieren Anleger auf weiter steigende Zinsen und setzen auf entsprechende Zertifikate (WKN CE44LV, CE42Y0). Auch bei der ICF Bank positionierten sich Investoren entsprechend, wie Tulezi beobachtet hat, zugegriffen wurde etwa in einem 15-fach gehebelten Short-Zertifikat auf den Euro-Bund Future (WKN TD9S15).

von: Anna-Maria Borse, 7. Dezember 2016,
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