Bitte warten...

02.03.2016 10:07:15
A A | Drucken

Börse Frankfurt News

Zertifikate-Trends: Steigende Nachfrage nach Gold



Gold, lange kein Thema für Zertifikate-Anleger, findet nun wieder mehr Beachtung. Außerdem bewegt der Ölpreis den Handel.
2. März 2016. Frankfurt (Börse Frankfurt). Die nach wie vor hohe Volatilität an den Märkten sorgt für regen Handel in Zertifikaten. "Die vergangenen vier Wochen waren turbulent mit vielen Umsätzen, berichtet etwa Atakan Sahin von der ICF Bank. Anouch Wilhelms von der Commerzbank bestätigt das, es seien auch viele Kurzfrist-Trader unterwegs. "Außerdem sind Discount-Produkte wieder beliebter." Diese eignen sich besonders für konservative Investoren, die sich vor Börsenschwankungen schützen wollen und mittelfristig eher seitwärts tendierende Kurse erwarten.

Etwas geglättet haben sich die Wogen am Kapitalmarkt, die Aktienmärkte präsentieren sich stabiler: Der DAX, der am 11. Februar bis auf 8.750 Punkte gefallen war, notiert am Mittwochmorgen wieder bei 9.779 Punkten. Allerdings kommt der Index seit Jahresanfang damit immer noch auf ein Minus von knapp 9 Prozent. Ein Blick auf die Anleihen zeigt die anhaltende Unsicherheit am Markt: Der Euro-Bund-Future klettert in immer neue Höhen, am Montag erreichte der Indikator für langfristige Zinserwartungen ein neues Rekordhoch von 166,63 Punkten.

Setzen auf steigende Goldnotierungen
 

Deutlich mehr Aufmerksamkeit als in den Vormonaten zieht Gold auf sich. Kein Wunder: Der Goldpreis ist seit Jahresanfang um über 15 Prozent gestiegen, das Edelmetall gehört damit in diesem Jahr zu den wenigen Anlagen, deren Kauf sich gelohnt hat. "Gold als Basiswert war zuletzt immer mindestens unter unseren Top 5", stellt Simon Görich von der Baader Bank fest.

Auch bei der Commerzbank sind die Umsätze mit Zertifikaten auf Gold stark gestiegen, wie Wilhelms feststellt. "Anleger positionieren sich vor allem long." Gesetzt werde etwa auf ein bullishes Hebelprodukt (WKN CD0SAC) mit Knock-out-Schwelle bei 1.075,67 US-Dollar, ein zehnfach gehebeltes Faktor-Zertifikat (WKN CR50LS) oder auch ein Discount-Zertifikat (WKN CN3L9P). Sahin meldet Käufe in einem endlos laufenden Indexzertifikat auf Gold (WKN 859341).

Anouch WilhelmsWilhelms
 
Unentschieden bei Öl
 

Daneben bewegt aber auch weiterhin Öl, auf der Beliebtheitsskala der Basiswerte der Börse Frankfurt für die vergangenen 30 Tage steht Brent auf dem vierten Platz, WTI auf dem neunten. Auch der Ölpreis hat zuletzt zugelegt: Aktuell kostet ein Barrel der Nordseesorte Brent wieder knapp 37 US-Dollar, im Januar waren es zwischenzeitlich weniger als 29 US-Dollar. Anleger spekulieren sowohl auf einen steigenden als auch auf einen fallenden Ölpreis, bei der Commerzbank etwa mit dem sechsfach gehebelten Faktor-Zertifikat auf Brent Crude (WKN CZ6LL0), dem dreifach gehebelten Faktor-Zertifikat auf Brent Crude (WKN CZ33CK) und einem bearishen Knock-out-Schein (WKN CD0W59). Bei der Baader Bank setzen Anleger mit Hebelprodukten auf steigende und fallende Kurse oder kaufen Discount- und Bonus-Zertifikate, wie Görich beobachtet hat.

Simon GörichGörich
 
Zuversicht bei Aktien steigt
 

Wie üblich sind es allerdings die Basiswerte DAX und Euro Stoxx 50, die auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt ganz oben stehen. "Tendenziell sind Anleger wieder etwas optimistischer und setzen mehr auf steigende Kurse", erklärt Görich. Wilhelms berichtet von regen Umsätzen in einem Index-Tracker (WKN CD2JKY), aber auch einem Call-Optionsschein (WKN CR504U) und einem bullishen Knock-out-Schein (WKN CR1RGV), jeweils auf den DAX. "Die Richtung ist aber uneinheitlich."

Die ICF Bank hat viele Käufer von klassischen DAX- und Euro Stoxx-Anlageprodukten beobachtet, etwa von Indexzertifikaten (WKN 787320) und Discount-Zertifikaten auf den DAX (WKN BP561A) sowie Indexzertifikaten auf den Euro Stoxx 50 (WKN 698514). DAX-Pessimisten griffen Sahin zufolge zu bei einem fünfzehnfach gehebelten bearishen Faktor-Zertifikat auf den deutschen Leitindex (WKN VS66JX).

Atakan SahinSahin
 

Kein Interesse an Apple & Co

Bei der Commerzbank setzen viele Investoren zudem auf die Entwicklung der US-Technologiebörse Nasdaq (WKN CR8XK2, CR5JKY), die in diesem Jahr stark eingebrochen ist. Von den Einzelwerten stehen die Autobauer Daimler und VW in der Gunst der Anleger weit oben, wie die Umsatzliste der Börse Frankfurt zeigt, gefolgt von der Deutschen Bank. US-Werte tauchen in den Top Ten diesmal nicht auf.

Das ist auch bei der Commerzbank so: "Die sonst so beliebte Apple-Aktie findet sich bei uns abgeschlagen auf Platz 63, rege Umsätze gibt es allenfalls in Zertifikaten auf Amazon", erklärt Wilhelms.

Der Baader Bank zufolge wurden Zertifikate auf die Deutsche Bank und Wirecard viel gehandelt. Die Aktien des Zahlungsdienstleisters Wirecard sind vergangene Woche aufgrund von Vorwürfen wegen Geldwäsche stark eingebrochen, das Unternehmen hat allerdings dementiert.

Bund-Future im Höhenflug

Was den Euro-Bund-Future angeht, rechnen Anleger offenbar eher mit wieder fallenden Kursen, meint Wilhelms, aber auch in die andere Richtung positioniere man sich (WKN CD2HDW).

Auf wenig Interesse stoßen derzeit Zertifikate auf Währungspaare. Der Euro/US-Dollar-Kurs zeigt sich, abgesehen von einem kurzen Ausbruch im Februar, schon seit Anfang Dezember stabil, aktuell kostet die Gemeinschaftswährung 1,0862 US-Dollar. Unterdessen fiel das britische Pfund vor dem Hintergrund der Brexit-Diskussionen vergangene Woche auf ein Siebenjahrestief gegenüber der US-Währung, am Zertifikatemarkt hatte das aber keine Auswirkungen.

von: Anna-Maria Borse
© 2. März 2016 - Deutsche Börse AG
pagehit