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08.03.2017 15:23:54
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Börse Frankfurt News

Zertifikate-Trends: Wetten auf steigende Zinsen



Nach der Rallye fragt sich so mancher Zertifikate-Anleger, wann der Schwächeanfall am US-Aktienmarkt eintritt. Auch den Bund-Future sehen viele auf der Verliererstraße. Bei Einzelwerten stehen Schwergewichte wie Apple, Amazon und Facebook im Mittelpunkt.
8. März 2017. Frankfurt (Börse Frankfurt). Der Auftrieb an den internationalen Aktienbörsen prägt den Handel mit Zertifikaten. Händler berichten einhellig von überdurchschnittlichem Interesse an US-Unternehmen als Basiswert. "Beim DAX erwarten unsere Kunden eher eine Korrektur.", beschreibt Kemal Bagci. Der Händler der PNB Paribas macht dies unter anderem an der Nachfrage nach einem im September fälligen Put-Optionsschein mit Discount-Cap auf den deutschen Aktienindex (WKN PB5VLG) fest, der mit einer Barriere von 13.000 Punkten und einer Anrechnung der Kursentwicklung bis höchstens 12.500 Punkte ausgestattet ist.

Ruhe vor dem Sturm?

"Es ist eine spannende Zeit", meint Anouch Wilhelms. "Anleger unken, wann die Hausse an den US-Aktienmärkten vorbei ist." Der Commerzbank-Händler erkennt dies unter anderem am regen Kauf von VIX-Zertifikaten (WKN CE7AUQ). Der zugrunde liegende Index bildet die vom Markt erwartete kurzfristige Volatilität des S&P 500 ab und bewege sich mit etwas über 11 Punkten auch historisch gesehen auf sehr niedrigem Niveau. Für viele Investoren scheine damit das untere Ende erreicht. "Unsere Kunden sind fast alle Long positioniert."

Euro Stoxx 50 beliebt

Die aktuell hohe Nachfrage nach Dividenden-Werten begründet der Commerzbank-Händler mit den Rekordausschüttungen der Konzerne. Bei klassischen Anlageprodukten rangierten Aktienanleihen sowie Discount- und Express-Zertifikate auf den Euro Stoxx 50 hinter DAX-Werten auf dem zweiten Platz.



Stellvertretend nennt Wilhelms ein häufig gesuchtes, im Juli fälliges Bonus-Zertifikat (WKN CE28CC) auf den europäischen Index mit einer Barriere von 2.600 Punkten. Wird die Barriere nicht erreicht, erhält der Anleger mindestens eine Rückzahlung entsprechend eines Kurses des Basiswertes von 3.650 Punkten. Ansonsten orientiert sich die Auszahlung an der Entwicklung des Index. Auch ein Discount-Zertifikat (WKN CE6X7J), bei dem die Kursentwicklung bis maximal 2.750 Punkte angerechnet wird, lande häufig in den Depots. "Das bis Februar 2018 laufende Zertifikat hat einen Puffer von rund 20 Prozent und kommt aktuell auf eine Rendite von rund 3 Prozent."

Anleger nutzen Bitcoin-Bewegungen

Kunden der ICF Bank reagierten am häufigsten auf Bewegungen beim deutschen Bluechip-Index, dicht gefolgt von Gold und Daimler, wie Manuel Tulezi meldet. "Nach den Rekordergebnissen von heute steht Adidas stark im Fokus." Erstmals habe der Sportartikelhersteller über eine Milliarde Euro verdient und wolle im laufenden Jahr sogar noch eine Schippe drauflegen. Rund um den Einbruch der Nordex-Aktie seien die Erwartungen der Anleger auseinandergegangen.

Rege in beide Richtungen gespielt würden Zertifikate auf das Währungspaar Bitcoin zum US-Dollar (WKN UN5MJG) "Zwischenzeitlich war die Volatilität bei der digitalen Währung recht hoch, das lockt Kunden."

Golderwartungen uneinheitlich

Gold-Derivate stehen Wilhelms zufolge zumeist auf den Einkaufslisten der Investoren. Im Februar habe sich der Goldpreis insbesondere für Euro-Investoren aufgrund der schwächeren Gemeinschaftswährung beachtlich entwickelt. Nach zwischenzeitlich über 1.250 US-Dollar ist die Feinunze Gold mittlerweile wieder zurückgekommen und kostet 1.214 US-Dollar. Ein Hebelprodukt auf Gold (WKN CE74ST) mit einer Knock-Out-Schwelle von 1.182 US-Dollar gehöre bei der Commerzbank ebenso zu den häufig gehandelten Werten wie ein Index-Zertifikat auf Gold (WKN CK0S5D). "Hier ging es rege hin und her."

 

Bagci meldet reges Interesse an einem ETC auf Gold (WKN PS7G0L), das von steigenden Kursen profitiert und verbucht zudem Zuspruch für Öl-ETCs auf WTI (WKN PB6R1W). Auch Wilhelms registriert Interesse an Ölprodukten. Etwa vertrauten Anleger auf Hebelprodukte (WKN CE295K) als auch zuweilen auf Faktor-Zertifikate. "Zumindest auf längere Sicht eignet sich diese Produktgruppe in bewegungsarmen Zeiten, wie wir sie derzeit erleben, allerdings weniger", gibt der Händler zu bedenken. "Faktor-Zertifikate zeigen ihre Stärke eher bei klaren Trends."

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Abwärtstendenzen für Euro-Bund-Future

Tracker des hiesigen Rentenbarometers belegen einen ungewöhnlichen vorderen Platz in der Zertifikate-Umsatzbestenliste der Commerzbank, wie Wilhelms schildert. Anleger setzten dabei überwiegend auf einen bearischen Verlauf bzw. einen Anstieg der Zinsen. Hebelprodukte mit einer Knock-Out-Schwelle bei 168,69 Prozent (WKN CE3C10) landeten ebenso häufig in den Depots wie ein Wert, der verfällt, sollte der Euro-Bund-Future 165,45 Prozent (WKN CD7CNF) berühren oder überschreiten.

von: Iris Merker
8. März 2017, © Deutsche Börse AG
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