02.12.19 09:41:58

Wochenausblick: Schlimmstenfalls DAX-Plus von 25 Prozent

Von einem bösen Jahresausklang mit heftigen Kursverlusten wie 2018 geht kaum jemand aus: Optimisten erwarten eine Jahresendrally, viele aber auch ein „Auf-der-Stelle-treten“.
 

2. Dezember 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Seitwärtsbewegung der vergangenen Wochen dürfte nach Ansicht vieler Analysten auch die letzten drei Wochen vor Weihnachten prägen. Der Durchbruch im Handelskonflikt zwischen den USA und China steht immer noch aus, auch die Wahlen in Großbritannien am 12. Dezember sorgen für Unsicherheit. Anlass für tiefen Pessimismus gibt es aber auch nicht, dafür sind die Konjunkturdaten zu gut: Zum Wochenauftakt überraschten nun auch die chinesischen Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe positiv.

Am Montagmorgen liegt der DAX bei 13.300 Punkten, am Freitag war der Index mit einem kleinen Minus bei 13.236 Zählern aus dem Handel gegangen. Die US-Börsen hatten ihren Höhenflug am handelsverkürzten Black Friday nach Thanksgiving nicht fortgesetzt und etwas schwächer geschlossen. Der DAX kommt seit Jahresanfang mittlerweile auf ein Plus von 25 Prozent, der Dow Jones auf gut 20 Prozent.

Aufwärtspotenzial überschaubar

Für das neue Jahr zeigt sich die Helaba übrigens eher zurückhaltend: „Aktien haben 2019 bereits sehr viel Positives vorweggenommen“, heißt es im Jahresausblick der Bank. Der hauptsächlich durch eine Bewertungsexpansion getriebene Börsenaufschwung stoße allmählich an Grenzen, Kursanstiege würden künftig vorrangig durch eine Erholung der Unternehmensgewinne getragen. „Damit ist das Aufwärtspotenzial für Aktien überschaubar.“

Aktien nicht überteuert

„Die Dynamik der Aufwärtsentwicklung sollte sich unserer Meinung nach im kommenden Jahr nicht wiederholen lassen“, meint auch Daniel Schär von der Weber Bank. „Viele Märkte notieren auf Höchstständen, und die Stimmung unter den Investoren ist konträr zu dem Umfeld vor einem Jahr aktuell positiv.“ Wichtigste Unterstützung böten aber weiter die Notenbanken. Und der Welthandel sei 2019 weder zum Erliegen noch zum Einbruch gekommen. Ein Handelsabkommen zwischen den USA und China könne für eine Belebung sorgen. „Trotz der gestiegenen Bewertungsniveaus sind wir von Übertreibungen noch weit entfernt“, meint der Leiter Portfoliomanagement. Vielmehr seien Aktien in einer Welt der Niedrig- und Negativzinsen eine der wenigen Anlageklassen, die noch nicht in überhöhte Bereiche hineingewachsen seien.

Geebnet für Nikolaus- und Jahresendrally

Aus technischer Sicht zeugt die Seitwärtsbewegung seit dem 7. November laut Martin Utschneider von Donner & Reuschel eher von Durchatmen auf hohem Niveau als von einer sich anbahnenden Schwächetendenz. „Alles scheint geebnet für eine Nikolaus- und Jahresendrally mit Fokus auf die 13.600 Punkte-Marke“, meint der Charttechniker. „Der DAX will weiter nach oben.“ Sowohl der MACD-Indikator als auch die Slow-Stochastik tendierten neutral, ebenso der RSI-Index und das Momentum. „Der Support bei 13.138 scheint eine gute Basis zu sein, nach unten abgesichert und gleichzeitig Luft nach oben.“ Alles in allem sei es eine „erfolgsversprechende Gesamtlage“.

Martin Utschneider

Utschneider

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 2. Dezember

16.00 Uhr. USA: ISM-Index verarbeitendes Gewerbe November. Laut Commerzbank ist ein Schwachpunkt der US-Wirtschaft die Industrie, doch habe sich die Lage stabilisiert. Die Analysten prognostizieren einen Anstieg des Index auf 50 (Konsens 49,5).

Mittwoch, 4. Dezember

22.15 Uhr. Deutschland. Sitzung Arbeitskreis Aktienindizes: Turnusmäßige Überprüfung der DAX-Indizes.

Donnerstag, 5. Dezember

Wien: Reguläres Halbjahrestreffen der Opec. Es wird erwartet, dass die Teilnehmer noch nicht die bis März 2020 gültige Produktionsobergrenze senken werden, erklärt die DekaBank. Im Verlauf von 2020 werde sich der Druck für freiwillige Produktionskürzungen jedoch erhöhen, um zu verhindern, dass der Ölmarkt überversorgt werde und der Ölpreis abrutsche.

Freitag, 6. Dezember

8.00 Uhr. Deutschland: Industrieproduktion Oktober. Nach Ansicht der DekaBank deutet sich für den Start in das vierte Quartal ein abermaliges Schrumpfen der Industrieproduktion an. Derzeit überlagerten sich die strukturellen Probleme der Autoindustrie mit den von außen herangetragenen Behinderungen durch die Handelsstreitigkeiten und den Brexit.

14.30 Uhr. USA: Arbeitsmarktbericht November. Die Commerzbank rechnet mit positiven Nachrichten und prognostiziert ungefähr 170.000 neue Stellen sowie einen Rückgang der Arbeitslosenquote auf 3,5 Prozent.

von: Anna-Maria Borse 2. Dezember 2019,

© Deutsche Börse AG

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