24.03.20 12:36:16

ETFs: Punktuell wagen sich Käufer vor

Zumindest für den Moment ist etwas Ruhe eingekehrt an den Märkten, erste Mutige steigen wieder ein. Die vergangenen Tage waren allerdings von umfangreichen Verkäufen von Aktien-ETFs geprägt – und der Flucht in Geldmarkt-ETFs.

 

24. März 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Corona-Krise sorgt weiter für extrem hohe Umsätze im ETF-Handel. „Wir sehen sehr viel Aktivität“, erklärt Andreas Bartels von der Commerzbank. Zuletzt sei der Handel weiter stark von Verkäufen dominiert worden, punktuell wagten sich aber auch Käufer vor.

Oliver Kilian von der Unicredit Group will von einem klaren Trend auf Wochensicht nicht sprechen. „Die Marktrichtung ändert sich oft, auch innerhalb eines Tages – je nach Nachrichtenlage.“ Jedenfalls sei „wahnsinnig“ viel los. „Die letzte Woche hat die ohnehin schon sehr aktiven Vorwochen wohl noch mal getoppt.“

„Es ist wahnsinnig viel los“

Am heutigen Dienstag geht es ausnahmsweise einmal nach oben: Offenbar beruhigt, dass die US-Notenbank am gestrigen Montag den unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen und bestimmten besicherten Wertpapieren angekündigt hat. In Italien haben sich zudem die Zuwächse bei Infektionen und Todesfällen verlangsamt. Der DAX macht einen Sprung von 5,6 Prozent nach oben und liegt am Dienstagmittag bei 9.308 Punkten.

Virusverbreitung in den USA: Trennen von US-Aktien

Bartels meldet für die vergangenen Handelstage für Aktien-ETFs allerdings noch einen klaren Verkaufsüberhang. „Überproportional viel abgegeben wurden Emerging Markets-Tracker“, stellt der Händler fest. Mit den negativen Nachrichten über die Virusverbreitung in den USA hätten sich zudem zuletzt immer mehr Anleger von US-Aktien getrennt, etwa über S&P 500-ETFs. Tendenziell eher Käufe sieht er bei MSCI World- und auch bei DAX-ETFs.

„Emerging Markets-ETFs besonders stark verkauft“

Auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstag ganz oben stehen Stoxx Europe 600- (WKN 263530), Euro Stoxx 50 (WKN 593395, A0YEDJ), DAX- (WKN 593393, DBX1DA), MSCI World- (WKN A0RPWH) und S&P 500-ETFs (WKN A0YEDG).

„Sehr viele Käufe von Short-ETFs“

Beliebt sind weiter Short-ETFs. Mit diesen können Anleger auf eine inverse Kursentwicklung setzen. „Bei Short-ETFs beobachten wir sehr viele Käufe“, meldet Bartels. Das hohe Handelsaufkommen zeigt sich auch in der Umsatzliste der Börse Frankfurt: Besonders hoch waren die Umsätze des Xtrackers Short DAX Daily Swap (WKN DBX1DS), des Xtrackers Euro Stoxx 50 Short Daily Swap (WKN DBX1SS), des Xtrackers ShortDAX x2 Daily Swap (WKN DBX0BY) und des L&G DAX Daily 2x Short (WKN A0X9AA). Durch hohe Kursverluste an den Börsen kommt der Xtrackers Short DAX Daily Swap seit Jahresanfang mittlerweile auf ein Plus von fast 46 Prozent.

Chinas Aktien: Vergleichsweise gute Entwicklung Während sich Anleger auf Industrieländer-ETFs konzentrieren, bleibt eher unbemerkt, dass sich ETFs, die die Entwicklung chinesischer Aktien wiedergeben, vergleichsweise gut schlagen: Etwa hat der Xtrackers Harvest CSI300 (WKN DBX0NK) im laufenden Jahr „nur“ 11 Prozent abgegeben, der iShares DAX (WKN 593393) hingegen 34 Prozent. Der Xtrackers Harvest CSI 300 bildet A-Aktien ab, die an den Börsen Shanghai oder Shenzhen Stock Exchange gehandelt werden.

Geldmarkt-ETFs als Kassenschlager

Stark gefragt sind in diesen Zeiten die sonst eher unbeliebten Geldmarkt-Indexfonds sowie ETFs, die Anleihen mit kurzen Laufzeiten abbilden. „Da sehen wir sehr viele Käufe“, stellt Bartels fest. Auch die Umsatzliste der Börse Frankfurt zeigt auffällig hohe Umsätze in diesen Produkten, etwa beim iShares eb.rexx® Government Germany 0-1yr (WKN A0Q4RZ) und beim Pimco Euro Short Maturity Source (WKN A1H497). Viel um ging aber auch in klassischen Anleihe-ETFs wie dem iShares Core Euro Government Bond (WKN A0RL83) oder Pfandbrief-ETFs wie dem iShares Euro Covered Bond (WKN A0Q41Y).

„Sehr viele Käufe von Geldmarkt-ETFs“

Käufer von Geldmarkt-ETFs suchen in der Regel keine hohen Renditen, sondern wollen ihr Geld kurzfristig parken. Die ETFs sind damit für viele eine Alternative zu Tages- oder Festgeld. Synthetische Geldmarkt-ETFs replizieren in der Regel die Zinsen des europäischen Interbankenmarkts EONIA (Euro Overnight Index Average). Physische Geldmarkt-ETFs beziehen sich hingegen auf Indizes, die sehr kurzfristige Staatsanleihen abbilden, etwa Anleihen mit einer Restlaufzeit von einem Jahr und darunter. Als Preis für die hohe Sicherheit fallen Renditen von Geldmarkt-ETFs eher bescheiden aus.

von: Anna-Maria Borse, 24. März 2020, © Deutsche Börse AG

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