22.09.20 15:54:43

ETFs: Blick Richtung Emerging Markets

Die jüngsten Kursabschläge am Aktienmarkt nutzen viele Anleger für Neupositionierungen. Auch Aktien aufstrebender Staaten rücken in den Fokus. Bei Festverzinslichem überzeugen in Euro geführte Unternehmensanleihen mit Aussicht auf hohe Renditen. 


22. September 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nach vergleichsweise ruhigen Tagen zu Beginn vergangener Woche geht es seit Freitag im ETF-Handel analog zum Aktienmarkt ausgesprochen volatil zu. „Unsicherheit steht im Vordergrund, viele Anleger haben Kasse gemacht“, beschreibt Leif Österwind von Lang & Schwarz. Das gelte unter anderem für DAX- (WKN 593393) und Nasdaq-Tracker (WKN A0YEDL). Ebenso seien Branchen-ETFs mit Fokus auf Cyber Security und Digitalisierung zumeist abgestoßen worden. „Bitcoins (WKN A27Z30) und Gold (WKN A1EK0G) waren gesucht.“

Sehen wir erneut Verdauungsstörungen für risikoreiche Anlagen?, fragt sich Hubert Heuclin von der BNP Paribas. Politische Themen wie der Streit über die Fortsetzung der Pandemie-Hilfen in den USA, der dortige Wahlkampf und steigende Corona-Infektionsraten in Europa hätten es zurück ins Rampenlicht geschafft und den Abverkauf am Aktienmarkt begünstigt.

Schnäppchenjäger unterwegs

Eine Rückkehr zu den dunklen Tagen im März erwartet Heuclin nicht. „Der Nasdaq liegt auf Jahressicht immer noch rund 40 Prozent im Plus, der S&P 500 kommt auf 11 Prozent.“ Aktuell betreffe die Risikoaversion lediglich den Aktienmarkt. Sollten die traditionellen als sicher geltenden Anlagen nachziehen, wird es nach Auffassung des Händlers interessanter. In dem Fall werde man die gestrige Volatilität genauer unter die Lupe nehmen müssen. „Aktuell nutzen Anleger die Kursrücksetzer eher zum Einstieg.“

Heuclin

Schwellenländer wiederentdeckt

Mit Blick auf die Gesamtwoche verbucht Heuclin deutliche Zuflüsse zu US-Aktien, dazu gehörten Nasdaq-Tracker (WKN LYX00F). Auch europäische Werte landeten unterm Strich in den Depots. Renten-ETFs kämen hingegen insgesamt auf ein Minus. Als auffällig beschreibt der Händler den überwiegenden Zuspruch für Aktien aus Schwellenländern. MSCI Emerging Markets-ETFs (WKN A12GVR) gehörten mit Abstand zu den meist gekauften Werten, gefolgt von MSCI World- (WKN A2DVB9) und MSCI World Value-Produkten (WKN A12ATG). In geringerem Maße positionierten sich Investoren in chinesischen Aktien im SC300 (WKN DBX0M2). Analysten sehen unter anderem in der zementierten sehr lockeren US-Geldpolitik und dem schwachen US-Dollar Argumente für ein Comeback von Schwellenländer-Aktien.

Abkehr von Weltaktien

Auch Carsten Schröder von der Société Générale sieht wieder aufflammendes Interesse an Schwellenländern. Deutliche Zuflüsse gebe es für MSCI Emerging Markets-ETFs (WKNs A1JJTE, DBX1EM). Ansonsten blickt der Händler auf eine insgesamt ausgeglichene Woche im ETF-Geschehen. S&P 500-Produkte (WKNs A0YEDG, A1JX53) seien sehr aktiv gekauft als auch verkauft worden. Größere Rückflüsse gebe es für Tracker des MSCI World (WKNs LYX0AG, A0RPWH).

Carsten Schröder

Schröder

Jagd nach Rendite

Trotz Marktturbulenzen startete die Woche für Schröder etwas verhalten. Größtes Thema mit viel Kaufaktivität seien Hochzins-Unternehmensanleihen. In der Wochenstatistik gehörten Euro Corporate Bonds im Markit iBoxx Euro Liquid Corporates Top 75 Mid Price TCA Index (WKN A2H57V) zu den beliebtesten Rentenwerten auf der Kaufseite. Anleger verabschiedeten sich derweil von sieben- bis zehnjährigen US-Staatsanleihen im Barclays Capital US Treasury 10 Year Term Index (WKN A0LGP4).

von: Iris Merker
22. September 2020, © Deutsche Börse AG

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