21.09.20 08:46:01

Wochenausblick: DAX weiter auf Schlingerkurs

DAX Kurslinie

Impulse für einen weiteren Kursanstieg fehlen, größere Verlustrisiken sehen Analysten aber auch nicht. Auf längere Sicht wachse die Zuversicht, heißt es.


21. September 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Wieder deutlich steigende Corona-Infektionszahlen, Unsicherheiten angesichts der US-Wahl, schwächelnde Tech-Aktien – die Sorgenfalten werden wieder tiefer. In Asien schlossen die wichtigsten Aktienmärkte zu Wochenbeginn im Minus und knüpften damit an die Wall Street-Verluste vom Freitag an. Vor allem der Technologieindex Nasdaq 100 hatte Ende letzter Woche nochmals ein kräftiges Minus von 1,3 Prozent verzeichnet.

„Anleger werden Korrektur für Positionsaufbau nutzen“

Nach Ansicht von Claudia Windt von der Helaba war angesichts der hohen Bewertungen insbesondere bei US-Titeln aus den Bereichen IT, Telekommunikationsdienstleistungen und Internethandel eine Korrektur überfällig. Jüngste Umfragen zeigten, dass sich die kurzfristige Stimmung etwas abgekühlt hat, allerdings wachse auf Sicht der kommenden sechs Monate die Zuversicht. „Diese Kombination spricht eher dafür, dass Anleger mit einer vermeintlich zu geringen Aktienquote die Korrektur nutzen, um Positionen aufzubauen“, meint Windt. Wirklich verbessert habe sich das Chance-Risiko-Profil allerdings noch nicht.

„Corona wird gute Aktienlaune nicht trüben können“

Robert Halver von der Baader sorgt sich nicht um die steigenden Corona-Fälle: „Selbst eine Verschärfung der Virus-Situation im Winterhalbjahr wird die gute Aktienlaune nicht trüben können“, meint er. Viele Unternehmen hätten sich auf Probleme in ihren Lieferketten eingestellt und Lagerbestände hochgefahren. „Und die Regierungen werden auf steigende Neuinfektionen nur mit regionalen, nicht aber gesamtwirtschaftlichen Einschränkungen reagieren.“

Robert Havler

Halver

„DAX igelt sich ein“

Die Verluste an der Nasdaq werden sich laut Martin Utschneider von Donner & Reuschel zum Wochenstart auf den deutschen Leitindex auswirken. „Allerdings wird die erste Supportmarke bei 12.799 wohl nicht gefährdet werden“, erklärt der technische Analyst. Die zweite und noch wichtigere Unterstützung verlaufe bei 12.500 Zählern. „Bräche diese, dann würde das kurzfristige Ziel sogar 11.700 lauten.“ Crash-Szenarien bestünden aktuell allerdings keine, nach oben gebe es aber auch keine Dynamik. „Der DAX wird sich erstmal einigeln.“

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 21. September

Japan: Die Börse Tokio bleibt feiertagsbedingt geschlossen.

Mittwoch, 23. September

10.00 Uhr. Eurozone: Einkaufsmanagerindex September. Die Corona-Rezession sei zwar wohl vorbei, die steigenden Infektionszahlen in Europa und vor allem in Frankreich und Spanien belasteten die Stimmung und die wirtschaftliche Erholung aber, erklärt die DekaBank. Dies werde sich auch in den Einkaufsmanagerindizes niederschlagen.

Donnerstag, 24. September

10.00 Uhr. Deutschland: ifo-Geschäftsklima September. Die Wachstumsraten sind laut DekaBank im dritten Quartal phänomenal, die Kapazitäten seien aber massiv unterausgelastet. „Ist die Lage nun gut oder schlecht?“, fragen sich die Analysten. Sie gehen von einer nur leichten Verbesserung der Lageeinschätzung und einem weiteren Plus der Geschäftserwartungen aus.

Freitag, 25. September

14.30 Uhr. Auftragseingänge langlebige Güter August. Laut DekaBank ist die V-förmige Erholung bereits abgeschlossen, die Analysten rechnen nur noch mit einem Plus von 0,5 Prozent nach 1,9 Prozent im Vormonat.

Von: Anna-Maria Borse
21. September 2020, © Deutsche Börse AG

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