11.02.20 13:13:44

ETFs: Anhaltende US-Euphorie

Getrieben von immer neuen Rekorden an der Wallstreet begeistern sich Anleger für S&P-und Nasdaq-Tracker. Das Corona-Virus ist unterdessen nicht mehr das ganz große Thema. 


11. Februar 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). 11. Februar 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Erneute Rekorde oder „Fastrekorde“ an den Börsen lassen Anleger weiter zu Aktien greifen. Vor allem US-Werte kommen gut an – bei hohen Umsätzen. „Hohe Volatilität, reger Handel“, fasst Christian Dürr von der Commerzbank zusammen. Er meldet 68.000 Transaktionen für die Vorwoche, „und es sieht nach einer weiteren guten Woche aus.“ Auch Cornelia Schübel berichtet von einem sehr aktiven Handel mit hohen Umsätzen in Aktien-ETFs und einem klaren Käuferüberhang.  

Das Corona-Virus scheint seinen Schrecken verloren zu haben: Der DAX nimmt jedenfalls Kurs auf sein im Januar erreichtes Allzeithoch von 13.640 Punkten, am Dienstagmorgen liegt der Index bei 13.608 Zählern. An der Wall Street wurden am gestrigen Montag schon wieder neue Rekorde geknackt: Sowohl S&P 500 als der Nasdaq erreichten neue Hochs.

„Kein klarer Trend für Europa“

Kunden der Commerzbank setzen vor allem auf S&P 500-Tracker, auch bei der Unicredit positionierten sich Anleger speziell in US-amerikanischen Aktien, etwa in S&P 500- (WKN A2H573) und Nasdaq 100-ETFs (WKN 801498). Bei DAX- und Euro Stoxx 50-ETFs hielten sich Zu- und Abflüsse hingegen die Waage, erklärt Dürr. „In Europa fehlt der klare Trend“, meint auch Schübel. Das gelte für Euro Stoxx 50-, MSCI EMU- und MSCI Europa-ETFs.

Der Fokus auf Aktien aus den USA und weltweit zeigt sich auch bei den Umsätzen an der Börse Frankfurt: Auf der ansonsten von DAX-Trackern dominierten Umsatzliste finden sich für die vergangenen fünf Handelstage – abgesehen vom iShares Core DAX (WKN 593393) – der iShares Core S&P 500 (WKN A0YEDG), der iShares MSCI World (WKN A0RPWH) und der Xtrackers MSCI EMU (WKN DBX0GJ) ganz oben.

Dürr

Nachhaltigkeitsfonds „gefragt wie noch nie“

„Immer mehr Thema sind außerdem Nachhaltigkeits-ETFs“, bemerkt Schübel. Sehr beliebt sei zum Beispiel der iShares MSCI USA SRI (WKN A2AFCO). Morningstar meldete gerade, dass Nachhaltigkeitsfonds in Europa gefragt sind wie noch nie: 2019 landete mehr als jeder dritte Euro, der in Fonds investiert wurde, in einem Produkt mit Nachhaltigkeitsmandat. Morningstar schätzt, dass Nachhaltigkeitsfonds 2019 rund 120 Milliarden Euro netto zuflossen – knapp 36 Prozent der Gesamtinvestitionen in europäisch domizilierte Fonds.

Mehr als jeder dritte Euro floss 2019 in Nachhaltigkeitsfonds

China-Nervosität verklungen

Obwohl die Zahl der vom Coronavirus Infizierten und die Zahl der Todesfälle weiter steigen, zeigt man sich an der Börse derzeit gelassen. So haben China-ETFs wie der viel gehandelte Xtracker MSCI China (WKN DBX0G2) und der Xtrackers CSI300 Swap (WKN DBX0M2) einen großen Teil ihrer Virus-bedingten Verluste schon wieder wettgemacht.  

Tech-Werte seit Jahresanfang: Plus von fast 12 Prozent

Trotz immer höherer Kurse von Technologieaktien positionieren sich Anleger weiter viel in Tech-Werten, etwa im iShares S&P 500 Information Technology Sector (WKN A142N1), wie Dürr feststellt. Der hat allein seit Jahresanfang um 11,8 Prozent zugelegt, auf Sicht von drei Jahren sind es 27 Prozent im Jahr. Schübel meldet Zuflüsse für den Invesco Nasdaq Biotech (WKN A12CCJ), aber Abflüsse aus dem Sektor Reisen und Freizeit, etwa mit dem iShares Stoxx Europe 600 Travel & Leisure (WKN A0H08S). „Da macht sich wohl der Corona-Virus bemerkbar“, meint Schübel.

„Corona-Virus belastet Reisebranche“

Auch Anleihen auf Einkaufslisten

Im Fixed Income-Bereich ziehen europäische Anleihen und US-Treasuries, zum Beispiel mit dem SPDR Bloomberg Barclays US Treasury Bond (WKN A1JJTT) oder dem iShares US-Dollar Treasury Bond 3-7yr (WKN A0X8SH), wie Dürr meldet. Schübel berichtet von Zuflüssen in europäische und US-amerikanische Staatsanleihen sowie Unternehmensanleihen aus der Eurozone. Abgestoßen würden stattdessen europäische High Yield-Bonds.

von: Anna-Maria Borse, 11. Februar 2020, © Deutsche Börse AG

„Hohe Volatilität, reger Handel“

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