17.03.20 13:29:34

ETFs: Anspannung bleibt hoch

ETF-Anleger trennen sich weiterhin von vielen Aktien der Industrienationen, je nach Marktlage gibt es aber auch Käufe. Bei Festverzinslichem zählt die Sicherheit von Staatsanleihen aus der Währungsunion.


17. März 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die drastischen gesellschaftlichen Einschnitte im Kampf gegen das Coronavirus hält die Nervosität an den Finanzmärkten hoch. Der deutsche Aktienindex notiert aktuell um 8.600 Punkte und damit abermals schwächer als am Vortag. Bei aller Angst und Zurückhaltung gibt es laut Medienberichten inzwischen auch Hoffnungen hinsichtlich der Krankheitsverläufe in Südkorea. Nachdem in China die Neuinfektionen öffentlichen Zahlen zufolge Richtung null tendieren, bekommt auch Südkorea die Epidemie scheinbar in den Griff. „Die Daten aus China belegen, dass massive Maßnahmen erfolgreich sind“, stellt Folker Hellmeyer von Solvecon fest. Dies gelte perspektivisch auch für den Rest der Welt. Die in Europa getroffenen Maßnahmen werden nach Ansicht Hellmeyers spätestens in zwei Wochen erste Ergebnisse mit sich bringen.

 

Bluechip-Tracker werden verkauft

Analog zu den Aktienmärkten geht es Market Maker zufolge im Handel mit Indexfonds recht hektisch zu. „Die vergangene Woche war wieder eine echte Achterbahnfahrt“, meint Oliver Kilian. Dabei hätten die ETF-Volumina bei der UniCredit abermals neue Rekorde markiert und die Umsätze der Vorwoche übertroffen.

Zu den meist verkauften Werten zählt Kilian S&P 500- (WKNs A0YEDG, DBX0FS) sowie MSCI USA- ETFs (WKNs A0YEDU; A1XB5V). In Summe abgestoßen würden zudem DAX- (WKNs 593393, DBX1DA), Euro Stoxx 50- (WKNs 593395, DBX1ET) und Stoxx Europe 600-Fonds (WKN 263530). Nach der Fokussierung auf breite Bluechip-Indizes interessierten sich Anleger nun allmählich auch wieder für weniger liquide Werte.

Oliver Kilian

Kilian

Mutige steigen punktuell ein

Zwischenzeitliche Erholungsversuche an den Aktienmärkten nutzen ETF-Anleger immer mal wieder für Käufe, wie Christian Dürr berichtet. In Summe hielten sich bei der Commerzbank Zu- und Abflüsse viel gehandelter Tracker klassischer Indizes – dazu gehörten insbesondere DAX- (WKN ETFL01), MSCI World- (WKNA0RPWH) und Euro Stoxx 50-Produkte (WKN 593393) – in etwa die Waage. S&P 500-ETFs (WKNs A0YEDG, A1JX53) seien hingegen unterm Strich veräußert worden. „Das Handelsaufkommen ist mit 110.000 ETF-Transaktionen wieder sehr hoch, unterm Strich dominieren mit 55 Prozent die Abgaben.“

Von Schwankungen profitieren

Anleger sind hin- und hergerissen. Das belegten unter anderem die sehr aktiv gehandelten Short DAX-ETFs. „Zu- und Abflüsse sind in etwa gleichauf“, registriert Dürr. Auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt gehören der db x-tracker Short DAX (WKN DBX1DS), der db x-trackers Short DAX 2 Daily (WKN DBX0BY) zu den Top-10 der meist gehandelten Indexfonds.

Vertrauen auf höhere Ausschüttungen

Andere wiederum setzten auf Aktienportfolios mit hoher Dividende. Unterm Strich positionierten sich Dürr zufolge seine Kunden in Dividendenwerten etwa basierend auf dem FTSE All-World High Dividend Yield Index (WKN A1T8FV).

Technologie- und Bankaktien selektiv gefragt

Hichsichtlich Branchen deckten sich Investoren Dürr zufolge auf niedrigem Niveau tendenziell mit Aktien der Grundstoffe- (WKN A0F5UK) und Technologie-Industrie (WKN A0YHMJ) ein. Auch Produkte, die sich am FTSE EPRA/NAREIT Developed Dividend+ Index (WKN A0LEW8) orientieren, landeten unterm Strich in den Depots. Das Barometer enthält börsennotierte Immobilienunternehmen und Real Estate Investment Trusts aus entwickelten Ländern, die eine Jahresdividende von mindestens 2 Prozent prognostizieren.

Kilian spricht von gelegentlich aktiven Schnäppchenjägern, die auf Bankaktien etwa im Euro Stoxx Banks (WKN 628930) und Dow Jones STOXX 600 Optimised Banks Index (WKN A0RPR1) vertrauten.

Stunde der Staatsanleihen

Auch im Handel mit Rentenwerten sieht Kilian einen klaren Risk-off-Modus. Gesucht seien Anleihen von Staaten aus der Währungsunion im iBoxx EUR Sovereigns Eurozone 1-3 Total Return Index (WKN DBX0JH) und Barclays Euro Government Bond 1-3yr Term Index (WKN A0J205). Von Unternehmensanleihen im Barclays Capital Euro Corporate Bond (WKN A0RGEP) und Markit iBoxx USD Liquid High Yield Capped (WKN A1H5UN) trennten sich die UniCredit-Kunden per Saldo.

Bei Festverzinslichem sieht Dürr sehr viel Bewegung und insgesamt mehr Abflüsse als Zuflüsse. Zu den meist verkauften Rentenwerten gehörten bei der Commerzbank Bund-Future Short-ETFs (WKN ETF562).

Von: Iris Merker, 17. März 2020, © Deutsche Börse AG

Bitte warten...

News ►

UhrzeitTitel

Anzeige