13.02.20 14:00:25

Fonds: Die Zukunft ist grün

Anleger positionieren sich verstärkt in Fonds mit nachhaltigem Anstrich und Technologieaktien, verabschieden sich in größerem Stil von Portfolios mit  deutschen und chinesischen Werten.
 

13. Februar 2020. (FRANKFURT) Börse Frankfurt. Steigende Aktienkurse nutzen Fonds-Anleger laut Händler sowohl für Gewinnmitnahmen als auch Neuengagements. „Unsere Kunden bauen ihre Positionen mit europäischen und asiatischen Aktien sehr stark ab“, meldet Andreas Kehnen, der dahinter das Einstreichen von Gewinnen und Umschichtungen vermutet. Die Umsätze beschreibt der Baader Bank-Händler als ausgesprochen hoch. „Seit Jahresbeginn haben wir so viel zu tun wie lange nicht.“

Setzen auf Zukunftsthemen

Auch Ivo Orlemann von der ICF Bank spricht von einem hohen Aufkommen im Fonds-Geschäft. „Wobei sich unsere Kunden eher zyklisch verhalten und bei steigenden Kursen kaufen.“ Ihre Schwerpunkte setzten Anleger auf die Bereiche Technologie und Nachhaltigkeit. Offene Immobilienfonds würden gern, aber ohne eindeutige Tendenz gehandelt. Mischfonds wie der Floßbach von Storch Multiple Opportunities (WKN A0M430) landeten wiederum unterm Strich in den Depot.

Ökologisches und Soziales immer wichtiger

„Ökofonds sind beliebt“, unterstreicht Orlemann. Zu den meist gehandelten Werten mit fast nur Käufen zählt der Händler auf Monatssicht den Pictet – Water (WKN 933349), ÖkoWorld Water (WKN A0NBKM), ÖkoWorld ÖkoVision Classic (WKN 974968) und ÖkoWorld Klima (WKN A0MX8G). „Das Thema gewinnt insgesamt in der Geldanlage ganz klar an Bedeutung.“ Mittlerweile drängten viele institutionelle Investoren auf die Einhaltung von ESG-Mindeststandards - das Kürzel steht für Environment Social Governance – in der Unternehmensführung. „Großinvestoren wie BlackRock üben zum Beispiel in Hauptversammlungen dies bezüglich zunehmend öffentlich Druck aus.“

Ivo Orlemann

Orlemann

Klimaschutz geht vor

Für Privatanleger gestalte sich die Auswahl geeigneter Werte oft als schwierig. „Nicht immer ist drin, was draufsteht“, stellt Orlemann fest. Weil sich auch schwarze Schafe mit dem ESG-Label schmückten, müssten Interessenten schon tiefer ins Detail gehen, um tatsächlich das Gewünschte zu bekommen.

Klimaschutz liegt Anlegern laut Gothaer Asset Management bei nachhaltigen Investments übrigens besonders am Herzen. In einer Studie nannten demnach 44 Prozent den Schutz der Umwelt als vorrangig. 53 Prozent würden selbst dann in ESG-Fonds investieren, wenn die zu erwartende Rendite geringer als bei konventionellen Investments wäre. Wunsch und Wirklichkeit klaffen zuweilen aber etwas auseinander. Derzeit engagierten sich erst 6 Prozent der Deutschen in nachhaltigen Fonds.

Neue Positionen sind Grün

Besonders bemerkbar macht sich der Trend hin zu grünen Investments laut BVI im Neugeschäft. Etwa 40 Prozent der Nettozuflüsse in offene Publikumsfonds fielen auf nachhaltige Produkte. Das entspreche rund 7 Milliarden Euro.

Technologieunternehmen klar gesucht

Auf die überdurchschnittlichen Kurssteigerungen von Technologiewerten reagieren Anleger laut ICF mit starkem Zuspruch. Unter anderem landeten die Euro-Versionen des Fidelity Funds - Global Technology Fund (WKNs 921800, A0NGW1) und Deka Technologie-Fonds (WKNs 515263, 515262) häufig in den Depot. Der Nasdaq 100 legte seit Jahresbeginn von 8.872 auf 9.613 Punkte und damit 8,35 Prozent zu.

Deutsche Aktien gehen raus

Publikumsfonds mit deutschen Unternehmen werden zumeist abgestoßen, wie Kehnen berichtet. Überwiegend Gewinnmitnahmen verbuche der Händler bei DWS Deutschland (WKN 849096) und Lupus alpha Smaller German Champions (WKN 974564), der auf kleine und mittlere deutsche Gesellschaften setzt. Auf deutlich niedrigerem Niveau deckten sich Anleger mit europäische Unternehmen im Comgest Growth Mid-Caps Europe (WKN 631027) und Fidelity Funds - European Dynamic Growth Fund (WKN A0LF0X) ein.

Andreas Kehnen

Kehnen

Weltaktien ohne eindeutige Tendenz

International aufgestellte Fonds würden stark nachgefragt. Während der UniFavorit (WKN 847707) und Morgan Stanley Global Opportunity Fund (WKN A1H6XK) eher gekauft würden, stünde der Lingohr Systematic LBB Invest (WKN 977479) tendenziell zur Disposition. Gleichermaßen Zu- und Abflüsse sieht Kehnen beim DWS Top Dividende (WKN 984811).

Coronavirus verunsichert

Von Produkten mit asiatischen Aktien lassen Investoren scheinbar lieber die Finger. Das Corona-Virus und die absehbaren wirtschaftlichen Folgen zumindest für die chinesische Wirtschaft spielt Kehnen zufolge eine Rolle. Nahezu ausschließlich Abflüsse verbuche die Baader Bank in DWS Top Asien (WKN 976976), Robeco Asia-Pacific Equities (WKN 988149) und Baring Hong Kong China Fund (WKN 972840). Einen hauchdünnen Kaufüberhang gebe es hingegen beim UBS Equity Fund - China Opportunity (WKN 986579).

von: Iris Merker

13. Februar 2020, © Deutsche Börse AG

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