Sie fragen, wir antworten

Wie funktioniert der börsliche Direkthandel? Den gibt es doch auch.

Ja, die Börse Frankfurt stellt grundsätzlich auch einen börslichen Direkthandel zur Verfügung. Der Service heißt Quote-Request.

Beim börslichen Direkthandel bekommen Sie das Beste aus beiden Welten:

Sie profitieren einerseits vom Charme des Direkthandels („Last Look“ und sofortige Information darüber, ob Sie eine Ausführung haben) und andererseits von den faireren Spielregeln eines Börsenplatzes mit der Möglichkeit, dass Ihr Geschäft sogar noch besser ausgeführt wird, als zu dem Preis, der Ihnen bei der Preisanfrage gezeigt wurde.

Leider haben noch nicht alle Online-Broker das Quote-Request-Modell umgesetzt. Das ist schade, denn Analysen haben ergeben, dass in unserem Quote-Request-Modell bis zu 40 Prozent der Orders besser ausgeführt werden als angefragt.

 

Bei meinem Broker kann ich zu günstigen Konditionen oder sogar kostenlos direkt mit dem Emittenten handeln. Warum sollte ich Geld für eine Ausführung an der Börse zahlen?

„There’s no free lunch“ heißt ein amerikanisches Sprichwort – es gibt nichts geschenkt. So ist es auch mit den Handelsentgelten.

Das Abwickeln eines Wertpapierauftrages ist nicht umsonst. Käufer und Verkäufer müssen zusammenfinden, Wertpapier und Geldbeträge müssen gebucht werden usw. Egal ob börslich oder außerbörslich.

Im außerbörslichen Handel geht es etwas weniger transparent zu. Für die meisten Geschäfte, die Sie direkt mit einem Emittenten abschließen, erhält Ihr Broker eine „Vergütung“ (sog. „Payment for Orderflow“) vom Emittenten. Diese kann mehrere Euro betragen.

Beim Direktgeschäft handelt der Emittent mit Ihnen ohne die strengeren Auflagen des Börsenhandels, wie zum Beispiel die Quotierungspflicht des Emittenten und die Handelsüberwachung, die den ordnungsgemäßen Handel kontrolliert und bei Nachfragen und Beschwerden hilft.

Dafür übernimmt der Emittent oftmals gerne die Abwicklungskosten, die bei Ihnen und beim Broker entstehen und zahlt dem Broker dafür die oben erwähnte Vergütung.

Entsprechende Informationen finden Sie im Kleingedruckten Ihres Brokers, z.B. in den Informationen über „Interessenskonflikte“. Suchen Sie nach den Stichworten „Vergütung“ oder „Zuwendungen“.

Bekomme ich über die Börse Frankfurt immer einen Preis, wenn ich verkaufen will?

98 Prozent aller Produkte an der Börse Frankfurt Zertifikate fallen in das sogenannte Premiumsegment. Emittenten in diesem Segment müssen sich an gewisse Spielregeln halten. Eine dieser Spielregeln ist, ständig und verlässlich Geld-Brief Kurse für seine Wertpapiere zu stellen. Ausnahmen sind bspw. „unzumutbare“ Extremsituationen oder stark eingeschränkte Liquidität des Basiswerts an den Referenzmärkten, was z.B. nach 20 Uhr passieren kann.
 

Manche Handelsplätze bewerben das „Best-Price Prinzip“, das besagt, dass ein Anleger nie schlechter ausgeführt wird als zu den Emittenten-Quotes oder innerhalb deren Spreads. Gibt es das in Frankfurt auch?

Ja. Auch bei der Börse Frankfurt werden Sie immer zum Emittenten-Quote oder besser ausgeführt. In Frankfurt profitieren Sie zusätzlich, weil wir grundsätzlich jeden noch so kleinen Kursgewinn zwischen „Auftragseingang“ und „Ausführung“ an Sie durchreichen.

Im OTC-Handel und auch im börslichen Handel an anderen Börsen muss das nicht immer der Fall sein.

Daraus können sich für Sie Preisvorteile ergeben. Und gerade, wenn Sie häufig und aktiv handeln, kann dies schnell zu einer nennenswerten Ersparnis führen.

Ich wollte verkaufen, es gab aber keinen Quote – was soll ich jetzt tun?

Grundsätzlich gilt bei uns eine Quotierungspflicht. Wenn Sie einmal keinen Quote bekommen, ist das eine Ausnahmesituation.

Wenn ein Produkt rege und in großer Stückzahl gehandelt wird, kann es dazu kommen, dass das Produkt ausverkauft ist (sold-out) und der Emittent nur einen Geldkurs (bid-only) stellt. Dann können Sie immer noch verkaufen, nur nicht kaufen. Bei Kaufinteresse ist es sinnvoll, über die Wertpapiersuche auf unserer Website nach einem Produkt mit ähnlichen Konditionen zu suchen. Häufig kann der Emittent aber das Produkt auch wieder „auffüllen“, das heißt neue Stücke ins System stellen und damit zum Kauf anbieten. Dies geschieht meist in Sekundenschnelle.

Ebenso kann der Basiswert eines Produktes vom Handel ausgesetzt sein.  Das passiert, wenn ein ordnungsgemäßer Börsenhandel zeitweilig gefährdet ist oder wenn dies zum Schutze der Investoren geboten erscheint. Aber auch ein Feiertag und geschlossene Börsen in dem Land, in dem der Basiswert hauptsächlich gehandelt wird, können ein Grund für eine fehlende Quotierung sein.

Zu guter Letzt kann es, auch wenn Emittenten und wir als Börse alles dafür tun, einen fortlaufenden Handel sicherzustellen, in Ausnahmefällen zu technischen Problemen kommen.

Über all das informieren wir aktuell unter Handelseinschränkungen auf unserer Website. Und natürlich kann sich jeder Anleger auch direkt an die HÜSt (E-mail: huest@deutsche-boerse.com) wenden, insbesondere wenn der Quote aus nicht nachvollziehbaren Gründen ausbleibt.

Wie teuer ist eine Order bei der Börse Frankfurt? (z.B. beim Kauf eines Discountzertifikats auf den DAX, 2.000,00 Euro)

Eine durchschnittliche Order mit 2.000,00 Euro Ordervolumen kostet bei uns 1,90 Euro zzgl. MwSt.

Orders unter 1.000 Euro führen wir kostenlos aus.

Für größere Orders stellen wir dem Teilnehmer, also Ihrer Bank/Broker pro Transaktion 0,095 Prozent des Ordergegenwertes in Rechnung, maximal 11,90 Euro für Anlageprodukte und maximal 15,80 Euro für Hebelprodukte. Dies sind alles ebenfalls Nettobeträge, d.h. die MwSt. kommt noch hinzu.

Viele Broker leiten unsere Gebühren nicht 1:1 weiter, sondern schlagen noch eigene Entgelte auf, das sogenannte „handelsplatzabhängige Entgelt“ “ oder „Börsenplatzentgelt“ – hiervon bekommen wir als BFZ allerdings nichts.             

      

Und was passiert, wenn mein Auftrag zu einem falschen Preis gehandelt wurde?

Dann zeigt sich ein weiterer Vorteil der börslichen Handels:

Die strengeren Auflagen, die für alle Marktteilnehmer gelten, beinhalten die Möglichkeit zur Aufhebung eines Geschäfts. Einen sogenannten „Mistrade-Antrag“ bei offensichtlichen Preisabweichungen kann Ihr Broker für Sie stellen. Nach einem geregelten Verfahren wird dann überprüft, welches der marktgerechte Preis gewesen wäre und das Geschäft ggfs. von der Geschäftsführung der FWB offiziell aufgehoben.

Im außerbörslichen Handel gibt es nur bilaterale Abmachungen zwischen Broker und Emittent.

Börse Frankfurt Zertifikate

Börse Frankfurt Zertifikate (oder kurz: BFZ) – wer seid ihr eigentlich?

Wir sind der Bereich der Frankfurter Wertpapierbörse, in dem Zertifikate, Optionsscheine und Aktienanleihen gehandelt werden. Momentan sind das rund 1,3 Millionen Produkte, die vor allem von Banken begeben und bei uns an der BFZ gelistet werden, damit Privatanleger sie dort kaufen und verkaufen können.

Unser Team arbeitet in der Zentrale der Deutschen Börse in Eschborn.

Die Preisfeststellung und Orderausführung erfolgen durch zugelassene Spezialisten auf dem Parkett der „Alten Börse“ direkt in der Frankfurter Innenstadt.