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Börse Frankfurt

Auslandsaktien: Jubel und lange Gesichter

Marktbericht vom Handel mit internationalen Werten

Enttäuschende US-Konjunkturdaten versetzen der Stimmung an den Börsen zwar einen leichten Dämpfer, Aktionäre von Sony, Ericsson und Citrix können sich dennoch freuen. Eine kalte Dusche gab es hingegen für Saipem-Anteilseigner.

 31. Januar 2013. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nach dem Höhenflug von DAX und Dow Jones sieht es aktuell nach einer Seitwärtsbewegung an den Börsen aus. Roland Stadler von der Baader Bank spricht von einer „Verschnaufpause“ am Markt. „Die US-Wirtschaft ist im vierten Quartal 2012 zum ersten Mal seit 2009 wieder geschrumpft, und zwar um 0,1 Prozent“, erläutert Michael Arras von Close Brothers Seydler.

Für positive Impulse sorgte hingegen die US-Notenbank: „Die Fed hat ihren Kurs der lockeren Geldpolitik bestätigt: Das Anleihekaufprogramm wird fortgesetzt und die Zinsen bleiben unten, bis die Arbeitslosigkeit unter 6,5 Prozent sinkt.“ Das werde die Konjunktur stützen. Auch aus Japan kämen erfreuliche Nachrichten. „Das Land sollte von dem beschlossenen Konjunkturprogramm und der nochmals expansiveren Ausrichtung der japanischen Notenbank profitieren.“

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Verschnupfte RIM-Aktionäre

Die am gestrigen Mittwoch vorgestellten neuen Blackberry-Geräte kamen zwar eigentlich gut an, wie Stadler meldet, die Aktie des Herstellers musste dennoch Federn lassen. „Research in Motion (WKN 909607) hat 10 Prozent abgegeben.“ Moniert werde, dass die Modelle erst ab März verfügbar seien. „Dabei hat die Entwicklung bereits zwei Jahre in Anspruch genommen.“ Die Aktie, die im Februar 2011 noch über 50 Euro kostete und im September auf unter 5 Euro gefallen war, notiert  aktuell bei 9,75 Euro.

Tiefer Fall für Saipem

Rasant nach unten ging es gestern für den italienischen Öldienstleister Saipem (WKN 869060). „Am Dienstag gab es eine Gewinnwarnung: Für 2013 rechnet Saipem mit einem Vorsteuergewinn von nur 750 Millionen Euro, erwartet worden waren 1,7 Milliarden“, bemerkt Stadler. Zahlreiche Aktienanalysten hätten daraufhin den Dividendentitel heruntergestuft. Saipem brach um 35 Prozent ein. „Heute notiert die Aktie bei 20,77 Euro.“

Kein Einbruch bei Royal Dutch Shell

Nur etwas schwächer zeigt sich die Royal Dutch Shell-Aktie (WKN A0D94M). „Shell wurde gestern wegen der Ölpest in Nigeria zu Schadensersatzzahlungen verurteilt“, meldet Arras. Es seien aber noch höhere Zahlungen befürchtet worden. „Nur einzelne Bauern werden entschädigt, der Konzern wird nicht komplett für die Umweltkatastrophe verantwortlich gemacht.“ Arras geht davon aus, dass die Aktie, sollte die Konjunktur wieder anspringen, überproportional zulegen wird. Der Dividendentitel, der von knapp 30 Euro im Sommer 2012 bis auf 25,11 Euro im November gefallen war und sich dann erholte, notiert heute bei 26,35 Euro.

Ericsson: Ende der Durststrecke?

Mit einem Umsatzsprung von 5 Prozent im vierten Quartal überraschte der schwedische Telekomausrüster Ericsson die Anleger am heutigen Donnerstag. „Die Aktie hat 9 Prozent fester eröffnet“, erklärt Stadler. „Insbesondere die Marge von 31,1 Prozent überzeugt, gerechnet worden war mit 30,7 Prozent.“ Durch eine Abschreibung von 1,7 Milliarden schwedischen Kronen auf die Beteiligung am Chiphersteller ST-Ericsson sei das Gesamtergebnis zwar negativ ausgefallen, das operative Geschäft laufe aber gut und steuere 4,8 Milliarden Kronen Kerngewinn zum Ergebnis bei. Die Aktie, die 2011 noch zu über 11 Euro über den Tisch ging und dann auf unter 7 Euro rutschte, hat sich seit November klar erholt: An der Börse Frankfurt notiert Ericsson (WKN 850001) heute bei 8,68 Euro, gestern waren es noch 7,96 Euro.

Hoffnung bei Sony

Zwei neue Produkte könnten Arras zufolge bei Sony für Aufwind sorgen: Das neue Vaio Duo 11 Ultra Book und ein neues Handy. „Mit dem Touchscreen-Tablet mit aktivem Eingabestift will Sony Apple und Samsung Paroli bieten“, erklärt Arras. Die Sony-Aktie (WKN 853687) hat bereits deutlich zugelegt: Anfang Dezember lag der Kurs an der Börse Frankfurt noch bei 7,40 Euro, jetzt sind es knapp 11 Euro. „Wir sehen aufgrund der neuen Produkte noch Potenzial bis 16 Euro“, bemerkt Arras und verweist auch auf die konjunkturstützenden Maßnahmen in Japan. „Zudem sollte der schwächere Yen Sony helfen.“

Citrix: Sprung nach oben

Auf Klettertour befindet sich seit November die Aktie des US-Softwareunternehmens Citrix Systems (WKN 898407), wie Arras außerdem berichtet. Nun habe Citrix mit seinen gestern veröffentlichten Zahlen zum vierten Quartal positiv überrascht. „Die Aktie war nachbörslich 11,2 Prozent fester.“ Der Trend nach oben könnte sich dem Händler zufolge noch fortsetzen: „Citrix ist breit aufgestellt. Wenn die Konjunktur wieder besser läuft, wird auch wieder mehr in Software investiert werden.“ An der Börse Frankfurt wird die Aktie heute zu 55 Euro gehandelt, gestern waren es nur 50,12 Euro.

© 31. Januar 2013/Anna-Maria Borse

Name des Unternehmens Branche Land WKN
Research in Motion Limited Telekommunikation Kanada 909607
SAIPEM Industrie Italien 869060
Royal Dutch Shell Energie/Rohstoffe Großbritannien A0D94M
Ericsson B Telekommunikation Schweden 850001
Sony Corp. Technologie Japan 853687
Citrix Systems Inc. Software USA 898407
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