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Börse Frankfurt

Zertifikate-Trends: Vertrauen in DAX

Marktbericht vom Handel mit Zertifikaten und Optionsscheinen


Die Aktienmarktrallye sorgt auch für ein lebhafteres Zertifikate-Geschäft. Meist wird auf einen weiteren DAX-Anstieg gesetzt. Auch die Apple-Aktie und der Wertverfall des Yen bewegen die Gemüter.

30. Januar 2013. Frankfurt (Börse Frankfurt). Das DAX-Plus von fast 30 Prozent im vergangenen Jahr und neue Fünf-Jahres-Hochs in diesem Monat rütteln auch die zuvor nicht sehr aktiven Zertifikate-Käufer wach: „Das Vertrauen kehrt zurück, das zeigt sich auch in steigenden Umsätzen“, erklärt Atakan Sahin von der Baader Bank. Aus dem Anlegerverhalten sei zu erkennen, dass eine anhaltende Erholung der Indizes erwartet werde.

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„Wir beobachten gerade bei den Anlageprodukten eine freundliche Tendenz“, meint auch Anouch Wilhelms von der Commerzbank. Vom Umsatz her sei der Januar sehr gut gelaufen. Sascha Flach von ICF Kursmakler bestätigt das: „Gerade in Anlageprodukten gab es viele Einstiege. Das läuft so gut wie schon lange nicht mehr.“

Anleger setzen auf anhaltende Hausse

Beliebtester Basiswert ist und bleibt der DAX: Sahin meldet hohe Umsätze im „allseits beliebten“ DAX-Tracker der Deutschen Bank (WKN 709335), Flach berichtet von einer regen Nachfrage nach einem Capped Bonus-Zertifikat der BNP Paribas auf das deutsche Kursbarometer (WKN BP36M1). Capped Bonus-Zertifikate ermöglichen die Teilhabe an steigenden Kursen, bieten aber auch bei leicht fallenden einen Sicherheitspuffer. Wie die Umsatzstatistik der Börse Frankfurt für die vergangenen vier Wochen zeigt, wird auch bei anderen Index-Trackern gerne zugegriffen, etwa beim Index-Zertifikat auf den DAX der Société Générale (WKN 252138).

Zwar sind die meisten Anleger optimistisch, doch nicht jeder glaubt, dass die Rallye weitergeht: Weit oben in der Umsatzstatistik taucht etwa das Capped Reverse Bonus-Zertifikat der Royal Bank of Scotland auf den DAX (WKN AA502A) auf. Mit diesem können Anleger auf eine negative Entwicklung des DAX setzen. Daneben wollen viele auch an der Performance des Euro Stoxx 50 teilhaben: Flach berichtet etwa von Käufen in einem Capped Bonus-Zertifikat auf den Euro Stoxx 50 (WKN BP593G) der BNP Paribas.

Beliebte DAX-Hebelprodukte

Auch im Geschäft mit Hebelprodukten auf den deutschen Aktienindex herrscht Kauffreude: „Zu den meist gehandelten Produkten, die von einem Anstieg des DAX profitieren, gehört ein Knockout-Call der Commerzbank (WKN CZ3RJB)“, berichtet Sahin. Kunden, die auf zeitweilige Rücksetzer des DAX spekulieren wollten, kauften einen DAX-Put der Commerzbank (WKN CK8MNK). „Dieses Produkt ist zusätzlich interessant durch die geringe Volatilität dieser Tage“, ergänzt der Händler.

Apple im Fokus

Doch auch Einzelwerte ziehen Aufmerksamkeit auf sich – vor allem Apple. Nach dem empfindlichen Kurseinbruch der vergangenen Monate gehen viele Anleger long.

Etwa waren Faktorzertifikate auf Apple gesucht, wie Wilhelms festgestellt hat. Gekauft worden sei etwa ein Faktor Triple Long-Zertifikat (WKN CZ34RC), das die Entwicklung der Aktie gehebelt um den Faktor 3 abbildet. Gesucht war laut Sahin auch ein Discount-Call auf Apple von der Deutschen Bank (WKN DX3NGS).

Nokia & Co: Setzen auf Kursanstieg

Deutlich zulegen konnte seit Sommer 2012 die Nokia-Aktie, dementsprechend war diese als Basiswert ebenfalls beliebt. Zugegriffen wurde Wilhelms zufolge etwa beim Faktor Triple Long-Zertifikat auf Nokia (WKN CZ327H). Gefragt waren laut Sahin daneben Optionsscheine auf die US-Biosupermarktkette Whole Foods Market (WKN CZ0YFU) und Mini Futures auf die Aareal Bank (WKN NG0C9V).

Wie Flach berichtet, wurden im Bereich der Anlageprodukte auf Einzelwerte Capped Bonus-Zertifikate auf Nokia (WKN BP5MQL, BP6ZC8), Schneider Electric (WKN BP45FZ), Adidas (WKN LB0MSE) und Commerzbank (WKN VT620H) gekauft, im Bereich der Hebelprodukte Mini Futures auf die Allianz (WKN HV7SSB), Open End Turbo-Optionsscheine auf Porsche (WKN DZ7FGZ) und Apple (WKN VT3T215) sowie Calls auf den Windturbinenbauer Nordex (WKN TB5NV7).

Yen-Schwäche gespielt

Doch auch Währungen werden gespielt: Wie Wilhelms registriert hat, wurde besonders in der zweiten Januarhälfte die Kursentwicklung des Euro zum Yen stark beobachtet. „Euro/Yen als Basiswert rückte in unsere Umsatz-Top Ten auf.“ Der Yen hat gegenüber dem Euro und dem US-Dollar rapide an Wert verloren – zuletzt verstärkt durch die Ankündigung der japanischen Notenbank, die Geldschleusen noch weiter zu öffnen: Während im Juli 2012 nur 94 Yen für einen Euro gezahlt werden mussten, sind es aktuell 122 Yen. Beliebt war Wilhelms zufolge etwa ein Turbo-Zertifikat auf Euro/Yen (WKN CZ4LE8), mit dem Anleger überproportional vom weiteren Anstieg der Gemeinschaftswährung profitieren.

Rohstoffe: eher Funkstille

Zertifikate und Hebelprodukte auf Rohstoffe sind aktuell nicht mehr das ganz große Thema. „Das Interesse ist geringer geworden“, meint Sahin. Das bestätigt auch Sascha Flach: „Zumindest Anlageprodukte auf Gold und Silber sehen wir weniger.“ Im Bereich der Hebelprodukte seien Optionsscheine auf Silber (WKN VT3V7R) und Mini Futures auf Gold (WKN VT0DKJ) gut weggegangen.

Sinkender Bund-Future erwartet

Aufgrund der Entspannung in der Eurokrise verlieren die „sicheren Häfen“ Bundesanleihen in der Gunst der Anleger: Der Euro-Bund-Future hat seit Ende letzten Jahres deutlich nachgegeben und notiert heute nur noch bei 141,59 Prozent, Ende 2012 waren es noch über 145 Punkte. Zertifikate-Anleger rechnen damit, dass sich der Trend noch fortsetzt, nachgefragt wird der Commerzbank zufolge etwa das Classic Turbo-Zertifikat auf den Euro-Bund-Future (WKN CZ3USX).

© 30. Januar 2013/Anna-Maria Borse

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