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Börse Frankfurt

AKTIEN IM FOKUS 2: Banken schwach - Regierungskrise in Italien belastet

10.12.2012 18:29

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    (Neu: Absatz zu drohender Klage der EU, Schlusskurse) 

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Angesichts der Regierungskrise in Italien sowie eines
Medienberichtes über eine drohende Klage gegen europäische Banken hat deren
Sektorindex  am Montag besonders unter Druck gestanden. Er setzte sich
mit einem Minus von fast einem Prozent am Ende der Branchenübersicht ab. Allen
voran verloren die italienischen Bankentitel wie Intesa SanPaolo 
 und Unicredit  , die sich mit minus 5,15 Prozent den
letzten Platz im EuroStoxx 50  teilten. Im Dax  zeigten
entsprechend die Commerzbank  mit minus 1,64 Prozent und Deutsche Bank
 mit minus 1,14 Prozent besondere Schwäche. Der deutsche Leitindex
stieg zum Handelsschluss um 0,17 Prozent.

    Die Renditen italienischer Staatsanleihen legten zum Wochenstart deutlich zu
und sorgten damit für schwache Stimmung am Bondmarkt, die teilweise auch auf die
Aktienbörsen überschlug. Ministerpräsident Mario Monti will nach einem
Vertrauensverlust seiner Regierung vorzeitig abtreten. Das teilte das
Präsidialamt in Rom nach einem Krisentreffen von Staatschef Giorgio Napolitano
mit Monti am Samstagabend mit. Bei einem vollzogenen Rücktritt noch vor
Weihnachten dürfte die für März oder April anstehende Parlamentswahl auf die
zweite Februarhälfte vorgezogen werden. Offen ist, ob Monti für das Amt des
Regierungschefs kandidieren will. 

    Zudem droht den europäischen Banken einem Pressebericht zufolge eine Klage
der Europäischen Union wegen möglicherweise manipulierter Zinssätze. Im
Mittelpunkt steht dabei nicht der seit Monaten in den Schlagzeilen stehende
Referenzzins Libor, sondern sein Euro-Pendant Euribor. Die EU stehe kurz davor,
eine Reihe von Banken wegen illegaler Absprachen bei der Euribor-Festsetzung zu
verklagen, schreibt das "Wall Street Journal" (WSJ) in seiner Onlineausgabe
unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. 

ANALYSTEN BEFÜRCHTEN RÜCKFALL IN BERLUSCONI-ÄRA

    Die Mitte-Rechts-Partei PdL des dreifachen früheren Regierungschefs Silvio
Berlusconi hatte Monti die Unterstützung entzogen. Berlusconi hatte am Samstag
bestätigt, dass er erneut Regierungschef werden will. Die Devisenexperten der
Commerzbank befürchten demnach einen "Rückfall in die Berlusconi-Ära". Der Markt
sei damit erneut auf europäische Krisenszenarien fokussiert. "Galt doch die
Berlusconi-Ära in der Wahrnehmung des Marktes als Zeit nicht-nachhaltiger
Fiskalpolitik, während Monti für den struktur- und fiskalpolitischen Wandel
stand", so die Währungshändler. 

    Luca Cazzulani, Fixed Income-Stratege der Unicredit, befürchtet weitere
Schwäche am Anleihemarkt bis zu einer am Donnerstag anstehenden Auktion frischer
Staatspapiere. Mittelfristig bleibt er jedoch optimistisch. Die von ihm als
besonders wahrscheinlich eingestuften Regierungsalternativen würden unter der
Führung von Pier Luigi Bersani von der Demokratischen Partei oder weiter Monti
den Reformprozess fortführen, begründete er./ag/rum/mis/she


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