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ROUNDUP: Streik bei Eon vorerst abgewendet - neue Verhandlungen erwartet

03.02.2013 12:19

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    DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Bei Deutschlands größtem Stromversorger Eon
 ist ein Streik zunächst abgewendet worden. Die Gewerkschaften Verdi
und IG BCE teilten am Samstag mit, dass der für Montag angekündigte Ausstand
vorerst bis zum 10. Februar ausgesetzt werde. Kommenden Mittwoch entscheide eine
gemeinsame Tarifkommission der Gewerkschaften Verdi und IG BCE in Hannover über
eine mögliche Wiederaufnahme der Verhandlungen. "Ich sehe uns auf einem guten
Weg und halte eine kurzfristige Einigung nunmehr für möglich", erklärte
Eon-Vorstand Regine Stachelhaus.

    Am Freitagabend hatten sich die Tarifparteien auf Einladung von Eon an einem
geheimen Ort getroffen. Dabei hätten beide Seiten eine "ergebnisorientierte
Position" erarbeitet, teilten die Gewerkschaften mit. Über die Inhalte wurde
Stillschweigen vereinbart.

    Die Gewerkschaften fordern für rund 30 000 Beschäftigte bei Eon und den
meisten Töchtern 6,5 Prozent mehr Geld. Der Konzern hatte zuletzt 1,7 Prozent
geboten. Verdi und IG BCE verlangen auch eine Übernahme von Lehrlingen und eine
Tarifbindung für ausgelagerte Sparten.

    Die Verhandlungen waren Mitte Januar abgebrochen worden, nachdem es auch in
der dritten Verhandlungsrunde keine Annäherung gegeben hatte. In einer
Urabstimmung hatten sich jeweils mehr als 90 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder
unter den Eon-Beschäftigten für einen Streik ausgesprochen.

    "Erfreulicherweise ist es gelungen, die Gespräche mit den Gewerkschaften
fortzusetzen", erklärte Stachelhaus. Sie begrüße es ausdrücklich, dass ein
Streik zumindest vorerst verhindert worden sei, erklärte die Eon-Managerin.

    Der Stromriese versorgt in Deutschland etwa sechs Millionen Kunden. Bei
einem Streik wären vermutlich Eon-Kraftwerke von den Beschäftigten lahmgelegt
worden. Ein bundesweit abgestufter Aktionsplan stand bereits. Für Eon hätte das
Kosten in Millionenhöhe und Imageverlust am scharf umkämpften Strommarkt
gebracht.

    Das Unternehmen, das bundesweit 23 Kraftwerke betreibt, leidet unter den
Lasten der Energiewende. 2011 hatte Eon erstmals Milliardenverluste
erwirtschaftet, für 2013 rechnet der Vorstand annähernd mit einer Halbierung des
Nettoüberschusses auf 2,2 bis 2,6 Milliarden Euro (2012: 4,3 Milliarden), wie
Konzernchef Johannes Teyssen kürzlich angekündigt hatte.

    Die Gewerkschaftsseite verweist andererseits auf das
Restrukturierungsprogramm Eon 2.0 mit dem Abbau von 6000 Jobs bis 2015, das von
den Arbeitnehmervertretern mit Sozialplänen mitgetragen wurde. Nun müsse
wenigstens ein anständiger Tarifabschluss her, hieß es./rs/DP/zb


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