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Neue intelligente Ordertypen, die mitdenken
Service für Privatanleger: Trailing-Stop, One-cancels-Other und Order-on-Event
Mit Ordertypen navigieren
Mit Hilfe von Orderzusätzen bringen Anleger Richtung in ihre Wertpapiergeschäfte, denn die kleinen Hilfen im Handel legen fest, wann, wie und zu welchem Preis Ihre Kauf- und Verkaufsaufträge ausgeführt werden - auch wenn Sie selbst gar nicht aktiv sind.
Es gibt zwei Grundtypen an Aufträgen, nämlich Market-Orders oder Limit-Orders. Market-Orders werden zum nächstmöglichen Kurs ausgeführt. Bei Limit-Orders dagegen geben Investoren eine Preisober- bzw. -untergrenze an, bis zu denen ein Auftrag ausgeführt werden soll.
Sie möchten die neuen Ordertypen einsetzen?
Nicht alle Broker und Banken bieten alle Ordertypen auch ihren Kunden an. Bei den neuen intelligenten Ordertypen ist zudem eine technische Umstellungen nötig, die bei Ihrer Depotbank möglicherweise erst nachgezogen wird. Bei diesen Brokers sind die intelligenten Ordertypen verfügbar:
- ING-DiBa (ohne Order-on-Event)
- Brokerjet
- Cortal Consors (Frankfurt ja, Xetra teilweise)
Fragen Sie Ihren Broker nach den neuen Ordertypen.
Besonders wichtig sind Limits für Anleger, die nicht permanent ihr Depot im Blick haben können oder wollen. Diesen Marktteilnehmern helfen Stop-Limits bei der Begrenzung von Verlusten. Fällt der Preis eines Wertpapiers und erreicht das Limit, wird der Auftrag aktiviert, als Market Order in das Buch gestellt und zum nächstmöglichen Preis ausgeführt.
Eine weitere Anwendungsform sind Stop-buy-Limits. Steigt der Preis eines Wertpapiers und erreicht Ihr Limit, springen Sie auf den Zug auf und nehmen es zum nächstmöglichen Preis in Ihr Depot.
Bei der Sonderform der Stop-Limit-Order können Anleger ein Limit angeben, mit dem sie den Preis begrenzen. Bei beiden Formen war bislang allerdings nur eine manuelle Anpassung auf geänderte Marktbedingungen möglich. Das ist nun mit den intelligenten Ordertypen anders.
Alte Bekannte: Alle Ordertypen auf einen Blick
Wenn man auf beiden Plattformen der Frankfurter Börse, dem klassischen Xetra-Handel und dem Parketthandel aktiv ist, gibt es natürlich eine ganze Reihe von Orderformen und -zusätzen mehr, mit denen Sie die Route Ihres Auftrags festlegen. Neben den Orders, die den Preis begrenzen - Market-Orders oder Limit Orders - sind das Typen, mit denen Sie entscheiden können, ob Sie ganz, sofort oder gar nicht ausgeführt werden sowie Gültigkeitsbeschränkungen.
- Orderzusätze - der kleine, aber feine Unterschied
- Übersicht über Limittypen und Orderzusätze bei ausgewählten Online-Brokern
- Ordertypen im Börsenhandel. Steuern Sie die Reiseroute Ihres Depots (PDF)
Trailing-Stop: Grenzen automatisch ziehen
Meist setzen Anleger Stop-loss-Limits im aktuellen Verhältnis zum Kurs. Sie möchten maximal einen bestimmten Betrag verlieren. Steigt nun der Preis, wächst auch der Abstand zum Limit. Seit Oktober ermöglicht nun das Handelssystem Xetra, dass das Limit einer Order selbstständig den Preisschwankungen folgt. Dieser intelligente Ordertyp wird als Trailing-Stop-Order bezeichnet - auf deutsch nachfolgend Stop-Order.
Im Falle eines Stop-loss-Auftrags geben Sie bei der Orderaufgabe an, wieviel Abstand Ihr Limit zu dem jeweils aktuellen Marktpreis halten soll. Das kann ein absoluter Wert in Euro sein, oder ein relativer Wert in Prozent. Steigt nun der Preis des Wertpapiers, wird Ihr Limit automatisch angepasst. Fällt der Preis dagegen, bleibt es konstant. Sollte der Preis das Limit berühren, wird die Order aktiviert und das Wertpapier nach Möglichkeit verkauft.
In einer Kaufsituation mit Hilfe einer Trailing-Stop-buy-Order hilft Ihnen der Zusatz, den Einstiegspreis zu verbilligen. Wenn der Kurs des Wertpapiers fällt, rutscht auch Ihr Limit nach.

blau = Limit, schwarz = Kurs des Wertpapiers
One-cancels-Other: In beide Richtungen vorbereitet
Wenn die Limits, die Sie setzen möchten, von der Richtung abhängen, in der sich die Preise entwickeln, dann gibt es jetzt die passende Orderform für Sie, die One-cancels-Other-Order - auf deutsch, die eine storniert die andere. Bei der Orderform werden zwei Aufträge - egal ob Limit oder Market-Order - miteinander kombiniert. Kommt einer der beide Aufträge zur Ausführung, wird der andere gelöscht.
Sie wollen beispielsweise ein Engagement mit einem Stopp-Kurs nach unten absichern, falls der Preis des Wertpapiers fällt, gleichzeitig aber auch Gewinne mitnehmen, falls der Preis stattdessen steigen sollte. Dann setzen Sie ein Stop-Limit unterhalb des aktuellen Preises und ein Verklaufslimit oberhalb.
Wollen Sie stattdessen mit einer One-cancels-Other-Order kaufen, setzen Sie ebenfalls zwei Limits. Wird das untere davon erreicht, dann steigen Sie zu dem günstigeren Preis ein, wird das obere Stop-Limit erreicht, springen Sie auf den fahrenden Zug auf.
Der dritte und innovativste der neuen Ordertypen ermöglicht Ihnen, einen Kauf- oder Verkaufsauftrag an eine andere Marktkomponente zu koppeln, sei es ein Wertpapier, ein Index oder ein Future. Sie legen einfach bei Ordereingabe fest, bei welchem Stand des Referenzwerts Ihre Order ausgelöst und als Market oder Limit-Order in das Orderbuch eingestellt werden soll.
Bitte beachten Sie, dass die Order-on-Event nur während der Handels- bzw. Berechnungszeit der Marktkomponente ausgelöst werden kann. Diese kann natürlich von der Handelszeit Ihres Wertpapiers abweichen.
