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Börse Frankfurt

Depot eröffnen: Der erste Schritt an die Börse

Handeln an der Börse Frankfurt


Börsenneulinge sehen sich einer fremden Welt mit unzähligen neuen Begriffen und unbekannten Gepflogenheiten gegenüber. Dabei müssen sie gleich am Anfang die ersten Entscheidungen treffen und ein Depot eröffnen. Wir sind den Weg für Sie gegangen. Ein Selbstversuch.


Lisa ist Ende 20 und hat seit gut einem Jahr ihren ersten festen Job. Jetzt möchte sie mehr aus ihrem Geld machen. Daher hat sie sich entschlossen, an der Börse zu investieren. Noch ist sie ein absoluter Börsenneuling und weiß nicht so recht, wie man das am besten anstellt. Zunächst benötigt sie ein Depot.

Wertpapiere werden fast ausschließlich elektronisch in virtuellen Depots verwaltet. Dabei lassen sich zwei Typen von Depots unterscheiden: bei einem Discount-Broker oder einer klassischen Bank. Die Leistungen können sehr unterschiedlich sein, deshalb sollte man Konditionen und Gebühren genau vergleichen.

Was kostet das Depot?


Lisa sucht zur ersten Orientierung einen Brokervergleich, wie er zum Beispiel von Börse Online angeboten wird. Diese Aufstellung zeigt der Börsennovizin, dass klassische Depots bei den ‚Hausbanken’ deutlich teurer sind als bei Discount-Brokern. Dies liegt zum einen daran, das letztere häufig keine Beratung anbieten. Zum anderen unterhalten sie keine Filialen und wickeln alle Schritte von der Orderannahme bis zur Ausführung unter einem Dach ab. Dies spart Kosten, was Discount-Broker an ihre Kunden in Form von geringeren Depot-Gebühren weitergeben. Während bei den Großbanken bis zu 85 Euro jährlich anfallen, bieten einige Discount-Broker sogar kostenfreie Depots an. Ein Blick ins Kleingedruckte muss aber sein. Manche Discount-Broker sind nur dann günstig, wenn regelmäßig gehandelt wird. Andernfalls fallen nämlich zusätzliche Gebühren an.

Was kostet das Handeln?


Bei der Auswahl eines Depots spielen auch die Transaktionskosten eine entscheidende Rolle, die von Broker zu Broker stark schwanken können. Ein Rechenbeispiel: Bei der ABC-Bank fallen pro Transaktion Gebühren in Höhe von knapp 10 Euro an, unabhängig von der Auftragsgröße. Die XY-Bank hingegen staffelt die Gebühren nach Ordervolumen. Bei 2.000 Euro fallen 20 Euro Gebühren an, bei 20.000 Euro ist man mit 200 Euro Gebühren dabei. Beim Vergleich sollte man auch überlegen, wie oft man handelt, da die (Mindest-)Gebühren gerade bei kleinen Auftragsgrößen schnell zu Buche schlagen können.

Werden Teilausführungen berechnet?


Die so genannte Teilausführung kann ebenfalls Kosten verursachen. Davon spricht man, wenn ein Auftrag nicht vollständig, sondern in mehreren Teilen ausgeführt wird. Dies geschieht im vollelektronischen Handelssystem, wenn eine erteilte Order nicht auf ein ausreichend großes Gegenangebot stößt. Die Aufsplittung in verschiedene Transaktionen kann von Vorteil sein, wenn der Anleger dadurch einen teilweise besseren Preis bekommt als bei einer Vollausführung. Es fallen jedoch eventuell zusätzliche Kosten an, wenn Bank oder Broker ihren Kunden Teilausführungen berechnen, obwohl ihnen selbst keine weiteren Handelsgebühren an der Börse entstehen. Deshalb sollte man auch hier sorgfältig prüfen, welche Broker bei Teilausführung Gebühren erheben und welche nicht.

Dazu ein Beispiel. Lisa kauft 100 Aktien von Firma A und gibt eine entsprechende Order auf. Das Handelssystem gleicht diesen Auftrag mit den vorliegenden Angeboten ab und wickelt ihn wie folgt ab: 50 Aktien zu 9 Euro und 50 Aktien zu 10 Euro. Lisa bekommt die 100 Aktien also zum Gesamtpreis von 950 Euro ins Depot übertragen. Ohne Teilausführung bekäme Lisa alle 100 Aktien zum Stückpreis von 10 Euro geliefert und müsste somit 50 Euro mehr zahlen.

Wahl des Handelsplatzes vermeidet Teilausführung


Im Handel über das Frankfurter Parkett gibt es bei deutschen Standardaktien – die Werte der Indizes DAX, TecDAX und MDAX - bis zu einem bestimmten Volumen grundsätzlich keine Teilausführung. Dort werden alle Aufträge über das Buch der Skontroführer abgewickelt. Deshalb spricht man hier auch vom personengestützten Handel, bzw. Präsenzhandel. Diese Marktmacher garantieren die oben beschriebene Vollausführung, wenn Anleger das Frankfurter Parkett als Ort der Ausführung wählen.

Beratung und sonstige Leistungen vergleichen


Als Börsenneuling legt Lisa wert auf eine persönliche Beratung. Einige Discount-Broker bieten diese Beratung persönlich in einer Filiale oder per Telefon an. Diese Hilfestellung ist sinnvoll, um mit Anlageprofis die eigenen Wünsche und Vorstellungen auszuloten und effektiv umzusetzen. Einige Discount-Broker bieten zudem weitere Dienste wie Girokonto, EC-Karte oder Kreditkarte an.

Lisa hat sich für ein Depot bei einem Discount-Broker entschieden. Die Gründe dafür waren rein pragmatisch: Die Depoteröffnung geht bequem übers Internet und die Depotführung ist kostenlos. Auch die Transaktionskosten schienen ihr zu diesem Zeitpunkt beim gewählten Discount-Broker am günstigsten.

Selbstauskunft und Risiko


Bei der Depot-Eröffnung im Internet wird Lisa nach Daten wie Adresse und Geburtsdatum gefragt. Und nach ihrer Börsenerfahrung! Hierzu wurden die Depotbanken vom Gesetzgeber verpflichtet. Das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) schreibt vor, dass Banken Informationen über Wissen und Erfahrung der Kunden einholen müssen. Allerdings sind die Kunden nicht dazu verpflichtet, diese Angaben zu machen. Dieses Prozedere ist auch als Selbstauskunft bekannt und dient dazu, die Haftung von der Depotbank auf die Kunden zu übertragen. Denn der Handel mit Wertpapieren ist immer mit Risiken verbunden, über die die Bank ihre Kunden aufklären muss. Discount-Broker wie beispielsweise Consors haben dazu spezielle Risikoklassen entwickelt, in die sich die Kunden selber einstufen müssen. Vor jeder Transaktion wird der Kunde auf ein mögliches Risiko hingewiesen. Lisa hat bei ihrem Discount-Broker jedoch schlechte Erfahrung gemacht. Die Selbstauskunft war nicht erläutert. Sie wusste zunächst nicht, wozu diese Informationen dienen. Erst ein Anruf bei dem Broker brachte Klärung. Sie entschied sich jedoch dafür, zunächst bei dem gewählten Broker zu bleiben.

Aktivieren lassen und durchstarten


Nach der Online-Anmeldung speichert sich Lisa die Unterlagen als PDF-Dokument auf ihrem PC ab und druckt die Anmeldeformulare aus. Sie geht damit zum nächsten Postamt, wo die Personalien geprüft und alle Unterlagen zur Depotbank weitergeleitet werden. Nur ein paar Tage später liegen die Unterlagen für die Online-Aktivierung des Depots im Briefkasten. Ein kurzer, leicht verständlicher Informationsbogen führt sicher durch den Anmeldeprozess im Internet. Dafür werden Zugangskennungen benötigt, die aus Sicherheitsgründen mit separater Post zugestellt werden. Beim ersten Anmelden werden diese Kennungen abgefragt, anschließend muss man sie sofort personalisieren. Die neuen Passwörter sollen verhindern, dass Unbefugte Zugang zum Depot erhalten.

Das neue Online-Depot ist jetzt eingerichtet und die stolze Besitzerin Lisa würde am liebsten sofort loslegen. Sie hat aber irgendwo gelesen, dass Disziplin das Wichtigste ist, um an der Börse nicht sofort baden zu gehen. Deshalb müssen vor dem eigentlichen Handeln erst einmal Informationen beschafft und Anlageziele klar definiert werden.

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