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Börse Frankfurt

Spezialisten auf dem Börsenparkett

Wie funktioniert Börse?


Nach dem Bodenbelag ist der Handel mit menschlicher Unterstützung benannt: Der Parketthandel mit Hilfe des Spezialisten


Bis 2011 fand der Handel mit Wertpapieren noch physisch auf dem Parkett statt - Händler, meist Vertreter der Investmentbanken, und Freimakler, die im Auftrag agierten oder als Eigenhändler, und zunächst amtlich bestellte Kursmakler und später Skontroführer, tätigten Geschäfte miteinander, häufig auf Zuruf und mit den bekannten Handzeichen. Die Kursmakler trugen alle Aufträge in ein papiernes Orderbuch ein, auf dessen Hilfe sie Preise feststellten und abrechneten.

Dieser Präsenzhandel wurde mit dem Siegeszug des elektronischen Handels immer weniger bedeutsam und im Zuge der Umstellung auf eine neue Handelssoftware 2011 ganz abgeschafft. Aber nicht die Menschen im Handel, denn nun stellen auf dem Frankfurter Parkett Spezialisten An- und Verkaufspreise, und unterstüzten die Ausführung von Aufträgen in Xetra.

Quotes im Parketthandel

Die Spezialisten stellen für die von ihnen betreuten Wertpapiere Quotes – das sind unverbindliche wahrscheinliche Ausführungspreise, die dem Markt als Orientierung dienen – und überwachen die Ausführung. Die Preise werden von der Handelssoftware berechnet. Als Grundlage dient dabei das Orderbuch, in dem alle vorliegenden Kauf- und Verkaufsaufträge zusammenlaufen. Dabei ist für jedes Wertpapier nur ein Spezialist zuständig.

Spezialisten im Aktienhandel

An der Börse Frankfurt stehen die Spezialisten im Wettbewerb zueinander. Seit August 2011 wird ihre Performance gemessen. Betrachtet werden bei der Performancemessung die Quotierungs- und Ausführungsqualitäten. Erstere bezieht sich darauf, wie schnell und kontinuierlich Quotes gestellt werden und wie groß die Handelsspannen sind; letzteres darauf, wie schnell die Spezialisten Orders ausführen, ob sie wirtschaftlich sinnlose Teilausführung vermeiden und auch wirklich innerhalb der gestellten Spanne bleiben.

Spezialisten im Anleihenhandel

An der Börse Frankfurt werden gut 26.000 Anleihen inländischer und ausländischer Emittenten fortlaufend gehandelt. Spezialisten stellen die Peise und führen eingehende Aufträge aus.

Fonds und Zertifikate an der Börse

Konkret geht das im Fondshandel so: Für die Berechnung der Preisindikation bei Fonds berücksichtigen die Spezialisten die aktuelle Orderbuchsituation, bei Fonds den Rückkaufwert der Emittenten. Haupteinflussgröße ist jedoch die Bezugsgröße des Fonds, seine Benchmark. Mit Hilfe der historischen Wechselbeziehung kann der jeweils gültige Preis eines Fonds vom aktuellen Stand seiner Bezugsgröße abgeleitet werden.

Bei Anlage- und Hebelprodukten basieren die Preisindikationen auf den Emittentenquotes. Marktplatz ist die europäische Zertifikatebörse Scoach an der Börse Frankfurt. Dort können sie vollelektronisch oder nach dem Spezialistenmodell gehandelt werden. Bei letzterem führen die Spezialisten die Aufträge innerhalb der Emittenten-Quotes aus und überwachen die Stopp-Limits.

Bei den verbrieften Derivaten finden etwa 95 Prozent des Handels zwischen Investoren und Emittenen statt. Die Spezialisten stellen also ein wichtiges Bindeglied zwischen den beiden Gruppen dar. Sie haben gemeinsam das Smart Commitment vereinbart, das Qualität und Transparenz im Handel mit strukturierten Wertpapieren gewährleistet.

Diese Unternehmen arbeiten als Spezialisten

  • Baader Bank AG
  • Close Brothers Seydler Bank AG
  • equinet Aktiengesellschaft
  • Hellwig Wertpapierhandelsbank GmbH
  • ICF Kursmakler AG
  • mwb fairtrade Wertpapierhandelbank AG
  • Renell Wertpapierhandelsbank AG
  • Scheich & Partner Börsenmakler GmbH
  • Schnigge Wertpapierhandelsbank AG
  • Tradegate AG Wertpapierhandelsbank
  • Walter Ludwig Wertpapierhandels GmbH
  • Wolfgang Steubing AG Wertpapierdienstleister

Stand: Mai 2013

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