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03.03.2016 14:49:58
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Börse Frankfurt News

Auslandsaktien: Automobilbranche auf Wachstumskurs



Steigende Absatzzahlen sorgen für Optimismus unter Autobauern. Insbesondere in den USA floriert das Geschäft mit Neufahrzeugen. Im Luxussegment steigt die Nachfrage nach Elektroantrieb.
3. März 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Zur Eröffnung des Genfer Autosalons sehen die Prognosen für die Autobauer gar nicht so schlecht aus. Nach einem Plus von 9 Prozent im vergangenen Jahr sollen in Europa laut Branchenverband ACEA in 2016 mit 14 Millionen immerhin rund zwei Prozent mehr Fahrzeuge verkauft werden. Mit einem ähnlichen Zuwachs rechnet der Verband der Automobilindustrie weltweit, wobei vermutlich erstmals die 80-Millionen-Marke erreicht werde.

Einen regelrechten Auto-Boom erleben die Hersteller in den USA. 2015 hatte die Industrie mit knapp 17,5 Millionen verkauften Neuwagen einen Rekord aufgestellt. Hochgerechnet könnte der heimische Absatz in diesem Jahr nach Meinung von General Motors (WKN A1C9CM) gar 17,7 Millionen erreichen. Überdurchschnittlich viele Fahrzeuge legten sich die Amerikaner im Februar zu. Über Verkaufssteigerungen im zweistelligen Bereich freuten sich Fiat Chrysler (WKN A12CBU) und Ford (WKN 502391) ebenso wie die großen japanischen Hersteller Honda (WKN 853226), Toyota (WKN 853510) und Nissan (WKN 853686). Nur GM musste einen Rückgang um 1,5 Prozent hinnehmen.

Statussymbol Elektroauto
 

In der US-Luxusklasse stach ein Hersteller besonders hervor, wie Walter Vorhauser beschreibt. Tesla Motors (WKN A1CX3T) legte dem Händler der Oddo Seydler Bank zufolge bei den Modell S-Verkäufen in den USA um 51 Prozent auf 25.202 Fahrzeuge zu. "Zum Vergleich verloren deutsche Hersteller Marktanteile in der Oberklasse", beschreibt Vorhauser. Etwa seien bei Audi mit 7.721 Stück rund 5 Prozent weniger A7-Modelle über US-Ladentische gegangen, einen 7-er BMW hätten sich 9.992 Amerikaner geleistet. Das entspreche einem Minus von 4,6 Prozent. Der Absatz von Mercedes CLS sei gar um 11,4 Prozent auf 6.152 Fahrzeuge eingebrochen. "Mit einem Marktanteil von 25 Prozent kontrolliert Tesla derzeit das Luxussegment", bemerkt der Händler der Oddo Seydler.

Walter VorhauserVorhauser
 
Bald spreche der kalifornische Elektroautobauer mit dem Modell 3 für 35.000 US-Dollar zudem eine größere Käuferschicht an. "Bei Analysten sind die jüngsten Entwicklungen gut angekommen." Die Tesla-Aktie hat seit Anfang Februar von knapp 120 auf über 170 Euro zugelegt. Der florierende Automarkt in den USA wird nach Meinung von Vorhauser positiv auf andere Bereiche abstrahlen. "Mehr Fahrzeuge auf den Straßen verbrauchen beispielsweise mehr Benzin, was dem Ölpreis zu Gute kommen könnte."

Hyundai fährt elektrisch

Mit ihrem neuen Ioniq setzt auch Hyundai (WKN 885166) erstmalig auf Elektromobilität. "Der koreanische Hersteller bringt unter diesem Namen gleich drei verschiedene Antriebsvarianten", weiß Vorhauser. Ein Hybrid mit 141 PS, ein Plug-in-Hybrid mit elektrischer Reichweite von 50 Kilometern und ein reines Elektroauto mit 120 PS, das mit einer Ladung bis zu 250 Kilometer zurücklegen kann würden schrittweise auf dem Markt eingeführt. "Auch bei Hyundai sieht man Erholungstendenzen, wenn auch nicht ganz so durchschlagend." Die Aktie der Südkoreaner ist seit Anfang Februar von 36 auf gut 39 Euro gelaufen. Zuvor hatte der Kurs seit November von über 48 Euro nachgegeben. "Der schwächelnde Markt in China macht dem Produzenten zu schaffen."

Aufschwung auch für Zulieferer
 

First Tier Suppliers wie Valéo (WKN 854052) profitieren naturgemäß von der Konjunktur am Automobilmarkt. Mittlerweile hat die Aktie der Franzosen einen Teil der Verluste vom Vorjahr wieder wettgemacht, wie Jan Vrbsky von der Baader Bank registriert. Der weltweit führende Zulieferer der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie sei im vergangenen Geschäftsjahr in allen Bereichen gewachsen. Der Umsatz sei insgesamt um 14 Prozent auf 14,5 Milliarden Euro gestiegen, wobei Valéo den Löwenanteil im OEM Bereich erziele. "Einen ihrer Schwerpunkte setzen die Franzosen mittlerweile auf Connectivity und arbeiten in diesem Bereich mit fast allen namhaften Anbietern zusammen." Die nächste Telematik-Generation entwickele der Zulieferer in Kooperation mit Sierra Wireless (WKN 920860).

Jan VrbskyVrbsky
 
Mit dem Markt bewegte sich zudem die Aktie von Magna (WKN 868610). "Die Kanadier haben einen Großteil ihres Geschäfts mit Fahrzeuginnenteilen verkauft und konzentrieren sich auf neue Technologien in Verbindung mit intuitivem und autonomem Fahren."

Nicht alle Zulieferer stiegen auf den fahrenden Zug in der Automobilwelt auf. Etwa müsse sich der Wert von Johnson Controls (WKN 857069) seit Februar mit leichteren Gewinnen von etwa 10 Prozent auf aktuell etwas über 34 Euro zufrieden geben. Anfang Dezember stand der Kurs noch bei 44 Euro.

von: Iris Merker
© 3. März 2016 - Deutsche Börse AG

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