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29.05.2018 09:39:24
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Kolumne

Börse Frankfurt Magazin: "Stephen Schwarzman - der mächtigste Privatfinancier der USA "



Manche Stars bewegen sich nahezu geräuschlos hinter den Kulissen, sind dennoch einflussreich und überall präsent. Das ist auch bei der Börse nicht anders. Stephen Allen Schwarzman etwa, der Chef des Finanzinvestors Blackstone, verfügt über enorm viel Macht, ist aber den meisten Menschen an der Börse unbekannt. Ein Portrait des Börse Frankfurt Magazins.
29. Mai 2018. FRANKFURT (Menthamedia). Der Ökonom aus Philadelphia, Pennsylvania, wird in der Presse als cooler, freundlicher und geheimnisvoller Prominenter beschrieben. Aber sein Arm reicht - geschäftlich wie privat - weit: Allein durch den Börsengang seines Unternehmens in 2007 erhielt er 702 Millionen US-Dollar durch Aktienzuteilung. In 2017 rangiert er in den Top 100 der reichsten Menschen der Welt auf Platz 80. Sein geschätztes Vermögen: 9,6 Milliarden US-Dollar!

Heute verwaltet seine Investmentgesellschaft rund 434 Milliarden US-Dollar Assets under Management. Dass der älteste Sohn jüdischer Einzelhändler einmal so reich werden würde, hätten sich seine Eltern niemals erträumt. Vater und Großvater führten ein Textilgeschäft, in dem der junge Stephen mit anpacken musste. Die monotone Arbeit und das ständige Warten auf Kundschaft störten den wissbegierigen Schwarzman sehr. Da wundert es kaum, dass er beizeiten einen anderen Weg einschlug: Nach dem Studium in Yale und dem MBA an der Harvard Business School heuerte er bei Lehman Brothers an. Schnell stieg er auf und wurde mit nur 31 Jahren zum Managing Director im Bereich "Mergers & Acquisitions" ernannt.

Mit einem reichen Erfahrungsschatz und guten Kontakten gerüstet, setzte er 1985 zum großen Sprung an: zusammen mit Peter George Petterson - damals CEO bei Lehman - gründete er mit einem Startkapital von 400.000 Dollar die Blackstone Group. Die Investmentgesellschaft tätigt über Private-Equity-Fonds fremdfinanzierte Übernahmen, um die Unternehmen später wieder mit Gewinn zu veräußern.



Kein guter Start

In Deutschland war Blackstone erstmals in 2004 in den Medien. Damals übernahm das Unternehmen 31.000 Wohnungen von der Beteiligungsgesellschaft WCM für 1,4 Milliarden Euro. Der Einstieg der Blackstone Group in den deutschen Wohnungsmarkt war nicht unumstritten und entfachte die "Heuschreckendebatte" im Deutschen Bundestag. Schwarzman selbst traf 2006 persönlich Angela Merkel und beschwerte sich, wie ein Minister ihn als Insekt bezeichnen könne.

Der CEO der Blackstone Group gab in einem Interview einen Einblick in den Kern seiner Geschäftspolitik. Es sei nicht so lukrativ, Minderheitsbeteiligungen zu erwerben, sagte er, vielmehr würde der Deal interessanter, wenn das gesamte Unternehmen zur Verfügung stünde. Dennoch erwarb Blackstone Ende 2006 für 2,68 Milliarden Euro einen 4,6-prozentigen Anteil an der Deutschen Telekom von der staatseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die weitere 17,5 Prozent an der Telekom hielt. Blackstone verpflichtete sich damals, die Aktien für mindestens zwei Jahre zu halten. Aber auch nach einem fünfjährigen Engagement war die schwarze Null noch nicht erreicht. Expertenschätzungen zufolge war dazu ein Telekom-Kurs von 12,50 Euro notwendig, der erst in 2015 erreicht wurde.

Auch andere Unternehmen mit weltweiter Bekanntheit standen auf der Einkaufsliste der Blackstone Group: Im Juli 2007 übernahm Blackstone die Hotelkette Hilton und wurde damit zum viertgrößten Hotelbetreiber der Welt. Mit einem Gesamtpreis von 26 Milliarden US-Dollar war die Transaktion die bislang größte Übernahme in der Touristikbranche.

Blackstone kaufen

Blackstone ist seit einigen Jahren auch für Anleger zu haben. Das IPO der Blackstone Group zu einem Emissionskurs von 31 US-Dollar fand im Juni 2007 an der New York Stock Exchange statt. Das Interesse der Anleger war gewaltig! Die Nachfrage nach Aktien überstieg das Angebot von 133 Millionen Aktien um etwa das 6-Fache. Der Börsengang erzielte 4,13 Milliarden US-Dollar. Die Blackstone-Aktie kann in Deutschland unter der WKN A0MSM5 gehandelt werden.

Schwarzman ist nicht nur Unternehmer und Investmentbanker, vielmehr ist er seit Jahrzehnten auch als Mäzen bekannt. Er spendete beispielsweise der New York Public Library 100 Millionen US-Dollar zur Renovierung und Erweiterung. Daraufhin wurde das Hauptgebäude an der Fifth Avenue in Stephen A. Schwarzman Building umgetauft. Seinen Namen findet man als New-York-Reisender in den Fuß der den Eingang flankierenden Säulen eingraviert.

Investitionen in die Zukunft scheinen ihm wichtig: In 2013 legte er für 100 Millionen US-Dollar aus seinem Privatvermögen ein neues Studienprogramm auf. So möchte er den interkulturellen Bildungsaustausch mit China befördern, indem in den nächsten 50 Jahren 10.000 Studenten aus aller Herren Länder - darunter 45 Prozent aus den USA - in Peking für ein Jahr lang einen Studienplatz komplett finanziert bekommen. Zusätzlich zu der Privatspende möchte der Gründer des Blackstone-Investment-Fonds weitere 200 Millionen US-Dollar durch private Spender und Firmen - wie BP oder Boeing - einsammeln. Damit beweist Schwarzman, dass man auch hinter den Kulissen weit blicken kann: Der Wettbewerb mit China, so ist seine Überzeugung, ist langfristig nicht zu gewinnen, wenn nicht mehr Wissen zu Chinas Kultur beim Nachwuchs auch im Westen erlangt werde.

Mai 2018 © Menthamedia

Das Börse Frankfurt Magazin ist ein vierteljährlich erscheinendes Journal für Anleger. Es bietet Ihnen relevante Informationen und Hintergrundberichte zu Investments über die Börse, seien es Aktien, Anleihen, ETFs, Fonds oder Zertifikate. Sie können es sich auf boerse-frankfurt.de kostenlos herunter laden.

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