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03.09.2018 10:45:36
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Börse Frankfurt-News: Wochenausblick: "Allgemeine Verunsicherung"


FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Der Handelskonflikt prägt nach wie vor das Bild am Markt und setzt deutsche

Aktien unter Druck. Für die weitere DAX-Reise sind die Weichen nach Ansicht

von Charttechnikern noch nicht gestellt, wobei saisonal höhere Schwankungen

wahrscheinlich sind.

3. September 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Gut 3,4 Prozent verlor der

deutsche Aktienindex im abgelaufenen Monat. Auch in die neue Woche startete

der DAX mit einem Minus. Dem gegenüber legte der Dow Jones Industrial im

August über 2 Prozent zu. In den Vereinigten Staaten konnten Aktien nach

Ansicht von Claudia Windt unter anderem davon profitieren, dass der

Handelskonflikt in Nordamerika zwischen den NAFTA-Partnern USA und Mexiko

beigelegt worden ist. "Präsident Trump aber lässt nicht locker. Er scheint

sich nun wieder den Großen zuzuwenden: China und Europa", beschreibt die

Analystin der Helaba.

Auch für die Commerzbank bleiben die Aktienbörsen geprägt von den

andauernden Handelskonflikten. "Nachdem Trump seine Entspannungssignale zum

Teil wieder einkassiert hat, dürfte die Verunsicherung der Marktteilnehmer

wieder zunehmen", schätzt Chris-Oliver Schickentanz.

"Der wahrscheinlich weiter eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und

China sowie die Turbulenzen einiger Schwellenländerwährungen ersticken

momentan jeden Versuch eines Befreiungsschlages des Marktes", stellt Thomas

Metzger von Bankhaus Bauer fest. Bisher hielten sich die tatsächlichen

Auswirkungen des Zollkonflikts auf die Weltwirtschaft zwar in Grenzen.

Sollte US-Präsident Trump allerdings zusätzliche Abgaben auf weitere

chinesische Importe in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar erheben, so beträfe

dies über die Hälfte des Handels mit China und bringe Risiken für die

Entwicklung der globalen Konjunktur mit sich.

Besserer Schutz geistigen Eigentums

Robert Halver von der Baader Bank macht nach gut einem Jahr

handelspolitischer Unsicherheit und unzähligen Wut-Tweets des US-Präsidenten

versöhnlichere Töne zwischen den USA und der Europäischen Union aus. Abseits

weiterer US-Zollandrohungen gegen China - die über verzweigte Lieferketten

auch deutsche Unternehmen träfen - käme die nachlassende Handelsangst in

einem verbesserten ifo Geschäftsklima vor allem auch im exportorientierten

verarbeitenden Gewerbe zum Ausdruck.

Zwar werde Europa ohne Zweifel im Handelsstreit draufzahlen. Andererseits

schätze Brüssel die US-Maßnahmen gegen den Diebstahl geistigen Eigentums.

Denn allein könne die europäische Staatengemeinschaft China gegenüber wenig

ausrichten. Hier biete das neue Nordamerika-Abkommen klare Copyrights und

Patentrechte, die in einem transatlantischen Handelsvertrag zu globalen

Standards führen könnten.

Saisonal höhere Schwankungen

Die Sommerhitze neigt sich jahreszeitbedingt dem Ende zu, gleichzeitig

halten die anstehenden Monate Christoph Geyer zufolge häufig einen Anstieg

der Temperaturen am Aktienmarkt bereit. Jetzt bereits von einem heißen

Börsenherbst zu sprechen, hält der Charttechniker der Commerzbank zwar für

verfrüht. "Es ist aber bekannt, dass die Volatilität in den Monaten

September und Oktober nicht selten anzieht." Einen Vorgeschmack davon habe

der DAX im August geliefert. "Auch wenn sich der Dow Jones bislang davon nur

wenig beeindruckt gezeigt hat, sollte nicht davon ausgegangen werden, dass

dies so bleibt."

Bären bleiben in Stellung

Während die US-Märkte in der vergangenen Woche einmal mehr neue Allzeithochs

markierten, hinkt der DAX aus technischer Perspektive erneut weit hinterher,

wie Gregor Bauer feststellt. Nachdem der hiesige Bluechip-Index zwischen

Ende Juni und Mitte August im Bereich um 12.150 Punkte eine starke

technische Unterstützung in Form eines Doppel-Bodens gebildet habe, sei das

Barometer zunächst in Richtung der Barriere um etwa 12.600 Punkte beinahe

explodiert. An diesem Widerstand sei der DAX jedoch in der vergangenen Woche

nach unten abgeprallt.

"Das Kursziel liegt nun erneut im Bereich der Unterstützung um 12.150 DAX-

Punkte", beziffert der unabhängige technische Analyst die nächsten

Anlaufstellen. Sollte der Index diese nach unten durchbrechen - wofür Bauer

aktuell keine Anzeichen sieht - wäre für den deutschen Aktienindex ein

weiterer massiver Verlust bis in den Haltebereich um 11.800 Punkte möglich.

Nach oben blieben die 12.600 Punkte in Sichtweite, gefolgt vom Widerstand um

12.800 Punkte.

Richtungsentscheidung

Mit dem Monatswechsel steht der DAX nach Ansicht von Franz-Georg Wenner auch

aus charttechnischer Sicht vor einer Weichenstellung. In der übergeordneten,

langfristigen Perspektive rücke allmählich die Untergrenze des seit März

2009 bestehenden Aufwärtskanals bei aktuell rund 12.000 Punkten in den

Mittelpunkt. "Sollte der Kursbereich klar unterboten werden, wäre dies ein

deutlicher Beleg für einen größeren Trendwechsel nach unten am deutschen

Aktienmarkt", meint der technische Analyst vom Börsenbrief Index Radar.

Die Chancen der Bären stünden durchaus gut: Neben der negativen Saisonalität

- der September zählt zu den schwächsten Börsenmonaten im Jahresverlauf -

sieht Wenner auch das kurzfristige Bild kritisch. Seit Juni sei jede

Erholung immer früher beendet worden, der Chart zeige eine Serie fallender

Hochpunkte. Zuletzt drehte das deutsche Aktienbarometer bereits deutlich

unter der fallenden 200-Tage-Linie gen Süden. Damit steige der Druck auf die

nächste wichtige Unterstützung um 12.120 Punkte. "Im schlimmsten Fall droht

ein Test des Jahrestiefs um 11.725 bis 11.870 Zähler", stellt Wenner in

Aussicht. Auf der Oberseite bleibe das Bild von zahlreichen Barrieren

durchzogen, die zwischen 12.600 bis 12.900 Punkten verstärkt sichtbar

würden.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Dienstag 4. September

16.00 Uhr. USA: ISM Index Verarbeitendes Gewerbe August. Die Stimmung der

US-Unternehmen ist laut DekaBank nicht erst seit Inkrafttreten der

Steuerreform hervorragend, sondern bereits seit über einem Jahr. Nach einem

Rücksetzer im Juli werde der nationale Einkaufsmanagerindex ISM für das

verarbeitende Gewerbe wieder einen leichten Anstieg zeigen. Als Grundlage

dieser Prognose dienten die Umfragewerte von insgesamt fünf Fed-Distrikten.

Diese hätten sich im Mittel zwar gegenüber dem Vormonat leicht

verschlechtert. Aber in den Distrikten, die erfahrungsgemäß am bedeutsamsten

sind, habe sich die Stimmung verbessert.

Freitag 7. September

8.00 Uhr. Deutschland: Industrieproduktion Juli. Nachdem die deutsche

Wirtschaft im zweiten Quartal ein solides Wachstum auswies, fallen die

Zahlen für die darauffolgenden Monate der DekaBank-Analysten zufolge

gedämpft aus. Nach einem unerwarteten Rückgang für das produzierende Gewerbe

im Juni, gäben die bislang vorliegenden Daten zu Auftragseingängen und den

Industrieumsätzen wenig Anlass zur Hoffnung auf eine starke positive

Gegenbewegung im Juli.

von: Iris Merker

3. September 2018, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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