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21.12.2018 07:26:11
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Kolumne

Grüner Fisher: "2018 - ein politisches Jahr"



Grüner fasst das Börsenjahr 2018 als eine Dominanz des politischen Tauziehens über die fundamentale Wirtschaft - und erwartet ähnliches für 2019.
21. Dezember 2018. FRANKFURT (Grüner Fisher). Das politische Theater zieht sich wie ein roter Faden durch das Börsenjahr 2018. Immer wieder sorgte der Handelskonflikt zwischen China und den USA für Unruhe, das Brexit-Drama war ein permanenter Begleiter, Italien spielte für Europa die Rolle des politischen Störenfrieds und auch Deutschland wurde von zahlreichen politischen Machtkämpfen abgelenkt.

Gegen diese permanente Unruhe hatten es Marktteilnehmer stets schwer, den Kapitalmärkten mit Optimismus zu begegnen und nachhaltig zu agieren. Die durchwachsene Kursentwicklung in 2018 ist keineswegs einem substantiellen Verfall der Wirtschaftslage geschuldet, sondern viel eher der Summe aus unzähligen Angriffen auf die kurzfristige Marktstimmung der Anleger.

Politisches Patt auch in 2019

Dabei sind die politischen Rahmenbedingungen weiterhin nicht bedrohlich, sondern eher idealtypisch für die Kapitalmärkte. Politische Pattsituationen - angeführt durch die Ergebnisse der US-Zwischenwahlen - zementieren das geringe legislative Risiko. Mit der finalen Brexit-Entscheidung wird ein weiterer Unsicherheitsfaktor in absehbarer Zeit verschwinden. Nach wochenlangem Tauziehen hat Italien jüngst den Haushaltsstreit mit der EU-Kommission beigelegt. Zum Jahresende mangelt es nicht an Ereignissen, die mit dem Ergebnis "nicht so schlimm wie befürchtet" für Entspannung an den Märkten sorgen können.



US-Shutdown: Die nächste Diskussion

Dennoch bleibt auch der Monat Dezember fest im Griff der politischen Diskussionen. Donald Trumps Vorhaben, seine Wahlversprechen konsequent in die Tat umzusetzen und eine Mauer an der mexikanischen Grenze zu errichten, stößt natürlich auf Widerstand der Opposition. Auf der Suche nach einer Finanzierung nutzt Trump die teilweise Stilllegung der Regierung, den sogenannten "Shutdown", als Druckmittel. In den Medien wurde dieses Thema bisher wenig ausgeschlachtet und stellt keinen Vergleich zur panischen Debatte im Jahr 2013 zu einer ähnlichen Sachlage dar. Auf leisen Sohlen hat man sich an diesen andauernden Unruheherd gewöhnt.

Bemerkenswert in dieser neuen Diskussion ist die Tatsache, dass nur 25 Prozent der US-Einrichtungen tatsächlich von einer Stilllegung betroffen wären - für die restlichen Regierungsfunktionen ist das Budget bis September 2019 längst abgesegnet. Am Ende ist es auch gleichgültig, ob es sich um eine teilweise oder komplette Stilllegung der Regierung handelt: Selbst ein kompletter und mehrere Wochen andauernder "Shutdown" hat es in der gesamten Historie noch nie geschafft, die Märkte nachhaltig negativ zu beeindrucken. Somit reiht sich diese neue Diskussion nahtlos in die Kategorie "schlecht für die Stimmung, kurzfristig erhöhte Unsicherheit an den Märkten, aber keine nachhaltig negativen Auswirkungen auf die fundamentale Wirtschaft" ein. In sämtlichen Quartalen, die einen "Shutdown" beinhalten, ist das US-BIP durchschnittlich um 2,3 Prozent gewachsen - sogar leicht besser als die durchschnittliche BIP-Entwicklung der letzten 40 Jahre.

Fazit

Wenige Handelstage vor Abschluss des Börsenjahres 2018 kann man festhalten: Es war nicht das Jahr der Belohnung für Aktienanleger, es war viel mehr ein durchwachsenes Jahr, in dem immer wieder Geduld gefragt war. Das fundamentale Umfeld bleibt robust, die Marktstimmung ist relativ betrachtet im Keller. Dieses Grundprinzip verheißt viel Positives für das Börsenjahr 2019 - gleichzeitig ist zu erwarten, dass eine erhöhte Volatilität immer wieder den Blick auf die fundamentale Stärke der globalen Wirtschaft trüben wird.

von Thomas Grüner
21. Dezember 2018 © Grüner Fisher

Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

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