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Kolumne

Grüner Fisher: "Die Berichtssaison hat begonnen"



Für Grüner wird das laufende Jahr ein gutes Jahr für Anleger. Die Erwartungshaltung ist zu Beginn sehr niedrig, was ausreichend Raum für positive Überraschungen bereithält, auch wenn diese vorerst nicht ablesbar sind.
1. Februar 2019. FRANKFURT (Grüner Fisher). Wieder einmal hat die Phase begonnen, in der die Unternehmen rund um den Globus Einblick in ihre Bücher gewähren. Nach einem besonders volatilen Jahr 2018 dürften nun weitere Aufschlüsse folgen, welche Auswirkungen volatilitätsauslösende Ereignisse wie die Brexit-Diskussionen, der Handelskrieg und eingeführte Zölle oder auch der amerikanische Shutdown tatsächlich auf die Bilanzen der Unternehmen haben. Nebenbei werden nun auch die Jahreszahlen präsentiert. Doch werden die Folgen wirklich so negativ sein wie viele Marktteilnehmer befürchten?

Schätzungen versprechen Wachstum

Laut aktuellen Schätzungen des Daten- und Analyselieferanten FactSet konnten die im S&P 500 gelisteten Unternehmen als marktbreiter Index ihre Gewinne im Gesamtjahr 2018 um durchschnittlich 19,9 Prozent steigern, was einen immensen Anstieg gegenüber 2017 bedeutet. Darauf basierend kommen sorgenvolle Anleger zu dem Schluss, dass dies lediglich auf die Steuerreform Donald Trumps zurückzuführen ist, der die Unternehmenssteuern kürzlich neu ordnete. Dieser Effekt werde 2019 nicht noch einmal eintreten und die aktuelle Situation sei somit zu positiv eingeschätzt, so die Ängste.

Richtig ist, dass die Reduzierung des Unternehmenssteuersatzes einen Einfluss auf die Gewinne 2018 hatte. Gleichzeitig konnten die Firmen im selben Jahr jedoch ihre Umsätze um geschätzte 8,8 Prozent steigern, was nicht mit der Steuerreform erklärbar ist. Zusätzlich war die Steuerreform den Märkten zu dem Zeitpunkt bekannt, als Donald Trump 2017 die Maßnahmen ankündigte. Märkte preisen Ereignisse wie dieses schnell und effizient ein. Dies ist der entscheidende Grund, warum für 2019 ein Gewinnwachstum von "nur" 6,3 Prozent gegenüber 2018 erwartet wird.



Sind die Erwartungen zu rosig?

Manche Beobachter glauben nun, dass diese Schätzungen zu positiv seien. Doch auch wenn die Gewinne nicht so stark steigen wie angenommen, würde ein Anstieg um drei oder fünf Prozent alle Marktteilnehmer positiv überraschen, die aktuell von einer nahenden Rezession oder einem größeren Abschwung ausgehen. Der weltweite Handel floriert weiterhin, das globale Bruttoinlandsprodukt wächst stabil. Lediglich das amerikanisch-chinesische Handelsvolumen hat sich deutlich reduziert. Anzeichen einer Rezession sind kaum vorhanden, auch wenn viele Marktbeobachter Ängste vor einem solchen Szenario schüren. Das fundamentale Umfeld sollte sich in den Umsatz- und Gewinnentwicklungen der Unternehmen widerspiegeln.

Die ausufernde negative Volatilität im vierten Quartal hat nicht nur die Kurse, sondern auch die Erwartungshaltung an die Entwicklung der global agierenden Unternehmen gesenkt. Die vielen Unsicherheiten haben die Stimmung rund um die Aktienmärkte schwer getroffen. Somit braucht es gar nicht viel, dass die Ergebnisse der Berichtssaison positiv überraschen können. Am Ende ist es entscheidend, die Erwartungshaltung mit den tatsächlichen Ergebnissen zu vergleichen.

Fazit

Machen Sie sich bereit für ein hervorragendes Jahr 2019. Die einsetzende V-förmige Bewegung, angeschlossen an scharfe, stimmungsgetriebene Abwärtsbewegungen im Aktienmarkt, hat bereits mit dem Tiefpunkt an Weihnachten 2018 begonnen. Die Berichtssaison wird ihr Übriges tun und die positiven fundamentalen Gegebenheiten an die Oberfläche befördern. Die Erwartungshaltung ist sehr niedrig, was ausreichend Raum für positive Überraschungen bereithält. Und selbst wenn diese nicht im ersten Schritt in den Kursen ablesbar sein könnten, wird die Berichtssaison einen weiteren Schritt auf dem Weg der schwindenden Unsicherheit darstellen.

von Thomas Grüner
1. Februar 2019 © Grüner Fisher

Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

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