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21.03.2019 07:59:46
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Kolumne

Grüner Fisher: "Ein Jahrzehnt im Bullenmarkt"



Grüner nimmt das zehnjährige Bestehen des Bullenmarkts zum Anlass, sein mögliches Fortbestehen zu hinterfragen. Und tröstet damit, dass viele gar nicht engagiert seien.
21. März 2019. FRANKFURT (Grüner Fisher). Der laufende Bullenmarkt begann am 9. März 2009, inmitten einer Phase größter Verzweiflung. Anleger kapitulierten und befürchteten, dass sich die globale Wirtschaft niemals aus dieser massiven Krise befreien würde. Zehn Jahre später sind wir um einige Erkenntnisse reicher. Zumindest auf globaler Ebene erleben wir bis heute den längsten Bullenmarkt der gesamten Markthistorie. Definitionsgemäß ist diese Tatsache zwar noch nicht vollendet, denn die Höchststände im MSCI World Index aus dem Jahr 2018 wurden noch nicht übertroffen - wir gehen jedoch davon aus, dass der Marktverlauf der vergangenen Monate eine typische Korrekturbewegung war und nicht das schleichende Einsetzen eines neuen Bärenmarkts darstellte. Die fundamentale Stärke der Wirtschaft legt nahe, dass neue Rekorde eine Frage der Zeit sind - auch wenn zu erwarten ist, dass die erhöhte Volatilität im reifen Bullenmarkt Anleger vor weitere Geduldsproben stellen wird.

Der europäische Blickwinkel

Die runde Marke von zehn Jahren zieht die Aufmerksamkeit auf sich, ist letztendlich aber doch relativ bedeutungslos. Wichtig sind die Erkenntnisse, die man im gesamten Zeitraum ziehen kann: Globale Bullenmärkte sind oft kräftiger und widerstandsfähiger als man denkt. Sie überstehen unzählige Korrekturen, kompensieren regionale Bärenmärkte, absorbieren kräftige Wachstumsdellen und politische Rückschläge. Gerade aus europäischer Sicht ist der laufende Bullenmarkt ein ganz besonderer.

Im Rahmen der eskalierenden Euro-Krise 2011 erlebte die Eurozone einen regionalen Bärenmarkt. Kursverluste, die sich weit über der Marke von -20 Prozent bewegten, taumelnde Peripheriestaaten, die Eurozone in der Rezession. Der dynamischen Erholung folgten weitere Rückschläge in 2015 bis zum Februar 2016, die eines Bärenmarkts würdig waren. So fühlen sich keine zehn Jahre Bullenmarkt an! Ohne die US-Aktienmärkte, die sich fast durchgehend als wahres Zugpferd gezeigt haben, würde man heute wohl kaum über Rekorde auf der globalen Ebene sprechen. Und dennoch fühlt sich der laufende Bullenmarkt für viele Marktbeobachter "zu reif" und "zu alt" an. Wie lange wird es noch gut gehen?



Euphorie oder Keulenschlag

Diese Frage kann man natürlich nicht präzise beantworten, doch zumindest kann man mögliche Ursachen genauer beleuchten. Globale Bullenmärkte sterben in der Euphorie oder werden von einem überraschenden Keulenschlag, der die globale Wirtschaft um viele Billionen US-Dollar erleichtern kann, niedergestreckt. Wie steht es um die Euphorie? Wir sind auch nach zehn Jahren weit davon entfernt, dass Anleger blindlings in die Aktienmärkte stürmen, ohne sich über irgendwelche Bewertungen Sorgen zu machen. Auf der Stimmungskurve kämpfen Anleger immer noch mit zaghaftem Optimismus, der in jeder Korrekturbewegung erneut auf der Kippe steht. Und der überraschende Keulenschlag? Vielen Problemstellungen wird diese Durchschlagskraft eingeräumt, allerdings ist das negative Überraschungspotential in der Regel stark eingegrenzt (Brexit), die Auswirkungen viel geringer als befürchtet (Handelskrieg) oder die Realität weitaus besser als die Erwartungshaltung (Wirtschaft in China).

Fazit

Nach zehn Jahren stellt man sich natürlich die Frage: Wann ist die Party zu Ende? Zum einen muss man nüchtern feststellen, dass es für viele Anleger noch nie eine Party war, auch nach zehn Jahren nicht. Insbesondere aus dem europäischen Blickwinkel relativiert sich Vieles. Zum anderen stehen die Chancen gut, dass der ungeliebte Bullenmarkt seine Kritiker weiter positiv überraschen wird.

von Thomas Grüner
21. März 2019 © Grüner Fisher

Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

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