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08.01.2016 08:16:31
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Kolumne

Grüner Fisher: Ein böses Omen?



"Fehlstart 2016". Grüner warnt vor einer Überbewertung der ersten Handelstage.
8. Januar 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Das Jahr beginnt turbulent: An der chinesischen Festlandbörse wird nach starken Kursverlusten der Handel ausgesetzt, weltweite Katerstimmung unter Anlegern macht sich schon am ersten Handelstag des Jahres breit. Die US-Märkte und Europa geraten ebenfalls unter Druck. Ein klassischer Fehlstart. Ist dieser schwache Jahresbeginn ein böses Omen für das gesamte Börsenjahr 2016?

Nein, denn die Aussagekraft der ersten Handelstage ist praktisch Null. Auch größere Rücksetzer gehören zu einem Bullenmarkt dazu - ob sie nun am 15. April, am ersten oder am letzten Handelstag des Jahres auftreten. Ein schlechter Start kann ein schlechtes Jahr einläuten, aber ebenso gut zu einer erfolgreichen Jahresbilanz führen. Für beide Szenarien lassen sich zahllose Beispiele finden - ohne echte Aussagekraft, da keine klare Tendenz vorhanden ist. 2015 verpatzte der DAX ebenfalls seinen Jahresauftakt und stieg in der Folge aber rasant an. Welche Faktoren werden für 2016 entscheidend sein? Ein erster Blick auf Chancen und Risiken.

Risiken 2016

Der laufende Bullenmarkt vollendet im März 2016 sein siebtes Jahr. Sind Aktienanleger über diesen Zeitraum hinweg selbstsicher und optimistisch geworden, vielleicht sogar sorgenfrei oder euphorisch? Keineswegs. Jede Menge dunkle Wolken am Horizont! Weltweite Sorgen um hohe Schuldenniveaus, langsamer werdendes Wachstum in China oder die chronische Angst vor einem Zerbrechen der Euro-Zone werden auch in 2016 treue Wegbegleiter sein.



Ergänzt werden sie durch "neue" Sorgen um die Flüchtlingsproblematik und Angst vor globalem Terror, welche vor allem auf der gesellschaftlichen Ebene große Herausforderungen stellen - und die Medien im Jahr 2016 fest im Griff halten werden. Die entscheidende Frage wird also sein: Welche Risiken sind marktrelevant in 2016? Welche Faktoren beinhalten tatsächlich negatives Überraschungspotential und was hat der Markt schon vor Jahren eingepreist? In der Jahresprognose 2016 von Grüner Fisher Investments gehen wir detailliert auf diese Fragestellungen ein. Denn Bullenmärkte enden auf zwei Arten: Entweder wird die finale Phase der Euphorie erreicht (bereits an dieser Stelle der Hinweis, dass dies in 2016 schwierig werden dürfte, da sich bisher nicht einmal der Optimismus durchsetzen konnte) oder ein unvorhersehbares Negativereignis fügt der globalen Wirtschaft einen Keulenschlag in Billionenhöhe zu.

Chancen 2016

Bullenmärkte reifen in Optimismus und sterben in Euphorie. Gemäß Sir John Templeton deutet die aktuelle Marktstimmung darauf hin, dass der aktuelle Bullenmarkt seine Kraft noch längst nicht verloren hat. Neue Skepsis schafft ständig wieder Raum für positives Überraschungspotential, die Mauer der Angst ist immer noch existent. Trotz aller Krisenherde wächst die globale Wirtschaft mit einem moderaten und gesunden Tempo. Nennenswerte politische Einflussfaktoren gibt es bis zur US-Präsidentschaftswahl weiterhin nicht, Unternehmen behalten ihre Planungssicherheit bei. Das deutet insgesamt weiterhin auf ideale Rahmenbedingungen hin. "Goldilocks Economy" wie in den Neunziger Jahren? Oder ist das alles zu schön um wahr zu sein? "Die Welt steht Kopf und eine neue Zeitrechnung bricht an", entgegnen zahlreiche Skeptiker. Spannender könnte die Ausgangslage für das neue Börsenjahr kaum sein.

Fazit

Lassen Sie sich nicht vom schwachen Jahresbeginn verunsichern. Schlechte Tage und Wochen sind der Preis, den man bezahlen muss, um langfristig die überlegenen Aktienmarktrenditen genießen zu können. Der ungeliebte Bullenmarkt bittet in 2016 erneut zum Tanz - festes Schuhwerk ist empfehlenswert.

von: Grüner Fisher
© 8. Januar 2016 - Assenagon



Über den Autor

Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Chief Investment Officer von der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

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