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09.11.2017 10:14:08
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Kolumne

Grüner Fisher: "Jahresendrallye 2017 ja oder nein?"



Grüner diagnostiziert dem Markt den zunehmenden Optimismus eines reifen Bullenmarkts und warnt vor einer überzogenen Erwartungen an die Wintermonate. Von gefährlicher Euphorie seien die Anleger aber noch deutlich entfernt
9. November FRANKFURT (Grüner Fisher). Mit steigenden Kursen hält der Optimismus Einzug. Dies gilt weniger für die frühe Phase eines Bullenmarkts, in der die erste Aufwärtsdynamik mit großer Skepsis aufgenommen wird, für die reife Phase einer Hausse ist dieser Vorgang jedoch sehr typisch. Im bisherigen Jahresverlauf 2017 haben sich zahlreiche Sorgen - vor allem von der politischen Seite - sukzessive in Luft aufgelöst. Per heute haben Aktienindizes die Erwartungshaltung der Banken und Privatanleger für 2017 bereits deutlich übertroffen. Zeit für mehr Optimismus! Bleibt die Frage: Kommt noch die finale Jahresendrallye oder nicht?

Echter Optimismus ist lange her

Für Anleger ist es wichtig, diesen aktuellen Optimismus richtig einzuordnen. Mehr und mehr gefestigt durch die Dauer des globalen Bullenmarkts, dennoch weit entfernt von der gefährlichen Euphorie. Eine "gesunde" Portion Optimismus, wenn man so will. Solange unzählige Gurus und Marktteilnehmer den scheinbar unmittelbar bevorstehenden Crash thematisieren, ist sogar die Zwischenstufe der Sorglosigkeit noch längst nicht erreicht.

Zudem ist es lange her, dass die Anlegerstimmung tatsächlich von nachhaltigem Optimismus geprägt war. Der Bullenmarkt 2008 wurde durch regulatorische Maßnahmen aus der Bahn geworfen, die zu einem veränderten Anlegerverhalten und chaotischen Marktbedingungen führten. Neue Bewertungsregeln, willkürliche Entscheidungen der Regierungen und Zentralbanken, eine daraus resultierende Anlegerpanik - noch bevor sich die Marktstimmung überhaupt von ihrer Skepsis lösen konnte, wurde der Bullenmarkt abrupt beendet. Die letzte Phase einer echten Sorglosigkeit und typischen Euphorie war somit Ende der neunziger Jahre zu beobachten. Lange genug, um viele Anleger vergessen zu lassen, wie ausgeprägt und lang andauernd eine optimistische Phase ausfallen kann.



Goldilocks Economy

Die heutigen Prognosen sind vergleichbar mit der Erwartungshaltung Mitte der neunziger Jahre. Moderate Zuwächse ohne übertriebene Kursfantasie wurden erwartet. Man befand sich inmitten eines Goldenen Zeitalters und bemerkte es nicht wirklich. Sehr ähnlich zur heutigen Situation! Ebenso dauerte es damals viele Bullenmarktjahre, um den Optimismus nachhaltig zu etablieren, ehe er sich zum Ende des Jahrtausends in einen finalen Hype verwandelte. Ich erinnere mich gut an die Zeit, als den Kunden Quartalsgewinne von 30 Prozent viel zu wenig waren. Die Fahnenstangen in Nasdaq und Nemax trieben die Gier der Anleger in ungeahnte Höhen. Heute stehen wir an einem Punkt, an dem die Prognosen immer noch von leichter Skepsis bestimmt sind und jede Marktkorrektur die Stimmung wieder verschlechtert. Ein gutes Zeichen!

Wie in den Vorjahren wird die Jahresendrallye genau dann verstärkt thematisiert, wenn das Schlussquartal dynamisch aus den Startlöchern kommt. Nicht selten bleiben die Wintermonate dann letztendlich hinter den Hoffnungen zurück. Vor allem kurzfristig gilt: Vorsicht vor einer überzogenen Erwartungshaltung! Viel wichtiger als die Rendite der kommenden beiden Monate ist die übergeordnete Tatsache, dass der globale Bullenmarkt intakt ist und Aktienkurse "Luft nach oben" haben.

Fazit

Gestützt von starken Fundamentaldaten und schwindender politischen Unsicherheit wird sich das Börsenjahr 2017 nahtlos in den intakten Bullenmarkt einfügen. Was in den verbleibenden Wochen des Jahres passieren wird, ist dabei relativ unwichtig. Behalten Sie den langfristigen Überblick. Der Bullenmarkt ist gesund und stark. Von gefährlicher Euphorie sind wir noch deutlich entfernt.

9. November 2017, © Grüner Fisher

Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Chief Investment Officer von der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

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