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28.12.2018 09:36:21
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Kolumne

Grüner Fisher: "Leitet die Fed eine Rezession ein?"



Grüner rät, die Vorgehensweise der Fed kritisch zu beobachten, das Risikopotential für Fehlentscheidung sei hoch. Eine gute Indikation biete die US-Zinsstrukturkurve.
28. Dezember 2018. FRANKFURT (Grüner Fisher). Die Märkte taumeln weltweit. Statt einer typischen Jahresend-Rallye bringt der Dezember 2018 einen Jahresend-Crash mit sich. Donald Trump hat den vermeintlich Schuldigen schnell ausgemacht: Die Fed. Obwohl die Erhöhung der Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 bis 2,50 Prozent keine Überraschung darstellte, sorgte das jüngste geldpolitische Treffen der US-Zentralbank für zusätzliche Unruhe an den Märkten. Ist die Fed auf dem Holzweg? Wird die Straffung der Geldpolitik angesichts einer sich abschwächenden Wirtschaft zu einer inversen Zinsstrukturkurve führen? Drängende Fragen für Anleger, die aufgrund der schlechten Wertentwicklung im vierten Quartal 2018 ohnehin schon sehr skeptisch in die nahe Zukunft blicken.

Kritisch sein, überlegt handeln

Aus unserer Sicht ist ein kritischer Blick berechtigt, die geäußerten Sorgen sind jedoch nicht fundamental gerechtfertigt. Mit dem jüngsten Schritt hat die Fed die vierte Erhöhung im Jahr 2018 veranlasst, seit 2015 insgesamt die neunte. Für 2019 gehen die Schätzungen jetzt in Richtung zwei weiterer Erhöhungen. In der Tat würden zwei weitere Zinsschritte um 0,25 Prozent nach oben die kurzfristigen Leitzinsen über das Niveau der US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit heben, welche aktuell bei nur noch 2,77 Prozent notieren. Das Resultat wäre eine inverse Zinsstrukturkurve. Aus historischer Sicht würde diese Inversion auch tatsächlich anzeigen, dass sich die Kreditmärkte in einer schwierigen Lage befinden und das Eintreten einer Rezession begünstigen.

Schätzungen ohne Gewissheit

Auf der anderen Seite ist diese Vorstellung schon sehr weit in die Zukunft gedacht - vielleicht einige Schritte zu weit! Die aktuellen Schätzungen der Fed-Mitglieder variieren untereinander, werden am Ende in einem gemeinsamen Chart dargestellt und sind somit kein verlässliches Abbild für die tatsächliche Marschroute der Notenbank. Zudem können sich die Einschätzungen der Mitglieder jederzeit verändern, je nach konjunktureller Stimmungslage oder dem tatsächlich eingeschlagenen Zinserhöhungstempo. Außerdem besteht natürlich die Hoffnung, dass die Fed nicht blindlings ihren Vorstellungen folgt, sondern dass die Abflachung und eine mögliche Inversion der Zinsstrukturkurve als negativer Einflussfaktor wahrgenommen werden und dementsprechend vorsichtig mit diesem Thema umgegangen wird. Nicht zuletzt werden die in Turbulenzen geratenen Aktienmärkte die Fed aufgeschreckt haben.



Auch wenn im Börsenjahr 2019 zwei weitere Zinserhöhungen durchgeführt werden: Dies allein ruft keinen akuten Handlungsbedarf für Aktienanleger dar. Schließlich diktiert die Fed nur das Zinsniveau am kurzen Ende der Laufzeiten, die zehnjährigen Zinsen sind eine Funktion aus Angebot und Nachfrage - dementsprechend könnten sich die langfristigen Zinsen im Jahr 2019 nach unten oder nach oben bewegen - eine inverse Zinsstrukturkurve wäre keine zwangsläufige Folge neuerlicher Leitzinserhöhungen.

Fazit

Als Anleger sollte man die weitere Vorgehensweise der Fed kritisch beobachten: Das Risikopotential für geldpolitische Fehlentscheidungen hat sich erhöht. Da noch keine inverse Zinsstrukturkurve vorliegt, kann man davon ausgehen, dass die Fed eine derartige "Fehlentscheidung" noch nicht getroffen hat. Wenn es soweit kommen sollte, sind panische Reaktionen zudem unangebracht. Eine Inversion lastet auf den Aktienmärkten und beeinflusst die Wirtschaft negativ, jedoch erst mit einer gewissen Verzögerung. Hektische Timing-Versuche bleiben somit auch für 2019 ein schwieriges Unterfangen.

von Thomas Grüner
28. Dezember 2018 © Grüner Fisher

Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

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