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09.01.2019 13:20:59
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Kolumne

Marktstimmung: "Als ob nichts gewesen wäre"



Die einen haben scheinbar die Kurskapriolen verpasst, die anderen Gewinne auf der Short-Seite mitgenommen. Insgesamt scheint der Optimismus zu überwiegen, aber noch nicht in bedrohlichem Ausmaß.



9. Januar 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Wer sich nach unserer letzten Stimmungserhebung am 19. Dezember 2018 schlichtweg schlafen gelegt und sich bis heute nicht mehr um die Finanzmärkte, insbesondere den DAX gekümmert hätte, dem wäre entgangen, dass das Börsenbarometer zwischenzeitlich rund 4,5 Prozent seines Wertes verloren hatte. Aber genauso hätte man die fulminante Erholung seit Beginn dieses neuen Jahres verpasst, die in der reinen Punktbetrachtung gegenüber Dezember zu einem Plus von 1,4 Prozent geführt hat.

Aber es war eben auch jener 19. Dezember, an dem seinerzeit die Sitzung der US-Notenbank zu Ende ging, die bei vielen Akteuren zunächst für Enttäuschung sorgte. Denn die Fed - das dazugehörige Sitzungsprotokoll wird übrigens heute Abend veröffentlicht - beschloss an jenem Mittwoch, noch einmal den Leitzins in den USA um einen Viertelprozentpunkt zu erhöhen. Und es sollte bis zum vergangenen Freitag dauern, bis Fed-Präsident Jerome Powell versprach, bei den geldpolitischen Entscheidungen der Notenbank in Zukunft sorgfältig auf die Risikobedenken der Marktteilnehmer zu hören. Eine Äußerung, die vielerorts zu dem Schluss führte, dass es für die Aktienmärkte, ähnlich wie bei den Vorgängern des Fed-Chefs, so etwas wie einen sogenannten Powell-Put geben dürfte, eine Art Versicherung gegen Aktienmarktabstürze. Zumindest gehen viele Börsianer mittlerweile davon aus, dass es in diesem Jahr keine weitere Zinserhöhung in den USA geben wird.

Damit stellt sich das erste Stimmungsbild in diesem Jahr der mittelfristig orientierten institutionellen Investoren so dar, als ob seit dem 19. Dezember nichts geschehen wäre. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index hat sich mit einem Rückgang von 4 Punkten auf einen Stand von +17 Punkten nur unwesentlich verringert. Gleichermaßen verrät diese Veränderung allerdings auch nicht, wie sich die Mitglieder unseres Panels während der vergangenen drei Wochen geschlagen haben. Ob sie den Einbruch des DAX ausgesessen oder die Notbremse gezogen haben und später wieder eingestiegen sind? Darüber kann nur spekuliert werden.

Wesentlich bleibt jedoch, dass sich unter dem Strich die Zahl der Optimisten per Saldo nur geringfügig verringert und die Zahl der Pessimisten sich kaum erhöht hat. Mit anderen Worten: Man scheint mit Zuversicht ins neue Jahr gestartet zu sein. Gut möglich, dass man die Wahrscheinlichkeit positiver Nachrichten höher einschätzt als das Risiko neuer negativer Informationen. Zumindest wollen es viele Akteure nicht verpassen, wenn sich eine Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China oder ein Kompromiss im US-Haushaltsstreit anbahnen sollte.

Optimismus nicht überbordend

Von etwas mehr als purer Zuversicht kann man bei der Bewertung der heutigen Sentiment-Umfrage bei privaten Anlegern sprechen. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels hat nicht nur kräftig um 15 Punkte auf einen Stand von +20 angezogen und damit den höchsten Stand seit Mitte November des Vorjahres erreicht. Vielmehr ist eine deutliche Wanderung von vormals pessimistisch eingestellten Akteuren festzustellen, die sich mehrheitlich (zu zwei Dritteln) und vermutlich profitabel direkt ins Bullenlager begeben haben.

Zu Beginn des Jahres zeigen sich institutionelle und private Investoren also ähnlich bullish eingestellt. Die Angst, dem immer noch vorherrschenden Abwärtstrend ausgeliefert zu sein, scheint einer anderen Angst, nämlich eine mögliche Trendwende zu verpassen, gewichen zu sein. Allerdings ist der hausgemachte Optimismus nicht gerade überbordend zu nennen. Vielmehr bewegen sich die Sentiment-Indizes lediglich geringfügig über den Mittelwerten des zweiten Halbjahres 2018. Damit bestehen gute Chancen, dass die derzeit aufwärtsgerichtete Korrektur im übergeordneten Abwärtstrend noch eine Weile fortgesetzt werden kann. Widerstand aus Gewinnmitnahmen besagter DAX-Positionierungen ist indes auf höherem Niveau bei 11.000/11.100 DAX-Zählern zu erwarten.

9. Januar 2019, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

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Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Sie erhalten die Ergebnisse der Analyse per E-Mail zugesandt.



Video-Kommentar von Joachim Goldberg



Sentiment-Index institutioneller Anleger



BullishBearishNeutral
Total45%28%27%
ggü. letzter Erhebung-3%+1%+2%

DAX (Veränderung zur letzten Auswertung): 10.920 (+150 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +17 Punkte (Stand letze Auswertung: +21 Punkte)



Sentiment-Index privater Anleger



BullishBearishNeutral
Total49%29%22%
ggü. letzter Erhebung+6%-9%+3%

DAX (Veränderung zur letzten Auswertung): 10.920 (+150 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +20 Punkte (Stand letze Auswertung: +5 Punkte)



Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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