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20.06.2018 13:49:56
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Kolumne

Marktstimmung: "Deutsche Aktien 'relativ' beliebt"



Das Anlegersentiment markiert Extremwerte - so viele neutrale Profis wie nie und so viele bearishe Privatanleger wie selten. Das eröffnet deutschen Bluechips den Weg nach unten wie nach oben.
Zusammenfassung


20. Juni 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Angst vor einem Handelskrieg gilt bei Fondsmanagern derzeit als das größte Extremrisiko. Das ergab eine in der vergangenen Woche publizierte Umfrage von BofA Merrill Lynch. An zweiter Stelle rangierte bei den Befragten die Befürchtung, dass die US-Notenbank oder die EZB den Fehler begehen könnten, eine allzu falkenhafte Gangart an den Tag zu legen. Tatsächlich hat die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, weitere Waren Chinas in einem Volumen von 200 Milliarden US-Dollar mit Importzöllen in Höhe von 10 Prozent zu belegen - aus Sicht der USA eine Vergeltung für die von China am Wochenende angekündigten Strafzölle auf US-Waren - dafür gesorgt, dass die Akteure mögliche negative Folgen eines drohenden Handelskriegs noch stärker als zuvor wahrnehmen. Rechnete man bislang wegen des Handelskonflikts zwischen den USA und China für die Weltwirtschaft nur mit geringen Auswirkungen, hat sich diese Prognose nun verdüstert. Und was die Zentralbanken angeht, wirkten sich die Entscheidungen von Fed und EZB in der vergangenen Woche zumindest nicht ungünstig auf den DAX aus.



Keineswegs überraschend hat sich somit die Stimmung der von uns befragten mittelfristig orientierten institutionellen Anleger gegenüber der Vorwoche eingetrübt, weswegen unser Börse Frankfurt Sentiment-Index um 11 Punkte auf einen Stand von -10 Punkte gefallen ist. Dabei sind es nicht die Pessimisten, die den größten Zuwachs mit +3 Prozent der Befragten erfahren haben. Vielmehr ist interessanterweise das Lager der neutral eingestellten Akteure noch einmal um 5 Prozent auf 40 Prozent gestiegen - das ist der höchste Stand seit Beginn unserer Erhebungen im Jahre 2002.

Dass diese Entwicklung die Gruppe der Bullen entsprechend reduziert hat, mag einerseits einer gewissen Risikoaversion geschuldet sein. Auf der anderen Seite erreichte der DAX am vergangenen Freitag immerhin noch ein Hoch von 13.170 Punkten, was einem temporären Plus von 2,7 Prozent gegenüber unserem Erhebungskurs der vergangenen Woche entsprach - attraktiv genug für entsprechende Gewinnmitnahmen.

Höchster Pessimismus seit fast fünf Jahren

Exakt 11 Punkte betrug auch der Rückgang des Börse Frankfurt Sentiment-Index bei den Privatanlegern. Da sich diese Gruppe jedoch bereits in der vergangenen Woche in negativem Terrain befunden hatte, liegt hier der Sentiment-Index nun bei -20 Punkte. Dies ist der stärkste Pessimismus seit August 2013! Offensichtlich waren die privaten Investoren gerade während der vergangenen beiden Wochen risikoaverser als ihre institutionellen Pendants. Dies zeigt vor allen Dingen der Zuwachs bei den Pessimisten, der fast zu gleichen Teilen zulasten früherer Optimisten (Gewinnmitnahmen) und vormals neutral eingestellter Akteure ging.

Die jüngste Erhebung zeigt, dass vor allem mit dem hohen Anteil neutral eingestellter institutioneller Investoren die Chancen für einen großen Trend in die eine oder andere Richtung zumindest aus heimischen Positionierungen heraus nicht gerade günstig stehen. Immerhin ist die Unterseite beim DAX durch die jüngste Stimmungsentwicklung etwas besser abgesichert. Auch ist erfreulich, dass bei den internationalen Investoren laut oben genannter Umfrage die Übergewichtung für Aktien der Eurozone Anfang Juni mit einem Minus von netto 13 Prozentpunkten insgesamt so stark wie seit Juli 2016 nicht mehr gefallen ist, deutsche Aktien aber von allen Staaten der Eurozone bei den internationalen Fondsmanagern immer noch am beliebtesten waren. Damit bleibt das wahrscheinlichste Szenario aus unserer heutigen Erhebung ein DAX, der sich, gemessen am heutigen Erhebungskurs von 12.720 Zählern, plus/minus 2 bis 2,5 Prozent in die eine oder andere Richtung - mit leicht positiver Note - entwickeln kann.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.



Video-Kommentar von Joachim Goldberg



Börse Frankfurt Sentiment-Index




Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total25%35%40%
ggü. letzter Erhebung-8%+3%+5%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.720 (-100 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -10 Punkte (Stand Vorwoche: +1 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total30%50%20%
ggü. letzter Erhebung-4%+7%-3%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.720 (-100 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -20 Punkte (Stand Vorwoche: -10 Punkte)

20. Juni 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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