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27.09.2017 13:39:47
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Kolumne

Marktstimmung: "Die Angst vorm Aufwachen"



Kaum Bewegung in der Marktstimmung trotz der 100 Punkte Zulage und sich wandelnden Rahmenbedingungen - bleibt die Frage nach möglichen Lösern der Lethargie.
Zusammenfassung

27. September 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Was ist nicht alles seit unserer vergangenen Sentiment-Erhebung passiert. Wenn man sich bei der Betrachtung dieser vergangenen fünf Handelstage auf zwei wesentliche Ereignisse konzentriert, bleibt zum einen das Ergebnis der Sitzung der US-Notenbank und zum anderen die Wahl zum Deutschen Bundestag übrig.



Beide Ereignisse haben übrigens eines gemeinsam: Normalerweise hätten die Finanzmärkte darauf durchaus heftiger reagieren können. Natürlich war der Beginn vom planmäßigen Ausstieg aus dem quantitativen Lockerungsprogramm der US-Notenbank längst eingepreist. Doch dass der Offenmarktausschuss in diesem Jahr noch eine Leitzinserhöhung in Betracht ziehen würde, entsprach nicht dem, was die Mehrheit der Marktteilnehmer bis dato erwartet hatte. Aber die Händler dies- und jenseits des Atlantiks schien es nicht zu stören, dass die implizite Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung noch in diesem Jahr (vgl. CME FedWatch Tool) im Laufe der vergangenen drei Wochen von etwas mehr als 30 auf zuletzt über 80 Prozent gestiegen ist. Denn der DAX hat sich während des gleichen Zeitraums um mehr als 400 Zähler befestigt!

Auch das Ergebnis der Bundestagswahl hätte angesichts der nun möglicherweise lang andauernden Koalitionsverhandlungen die von uns regelmäßig befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren verstören können. Aber bei einem Rückgang unseres Börse Frankfurt Sentiment-Index um 3 Punkte auf einen Stand von nunmehr +9 Punkte und einem Kursgewinn von 0,8 Prozent im wöchentlichen Punktvergleich kann man wohl kaum von einem nachrichtlichen Wirkungstreffer sprechen.

Tatsächlich ist die bullishe Anhängerschaft des DAX unverändert geblieben, obgleich das Argumentarium für Gewinnmitnahmen durchaus vorhanden gewesen wäre. Aber die Profite waren angesichts des trägen Marktes wahrscheinlich doch noch zu gering, um sich mit gutem Gewissen von demselben verabschieden zu können. Am Ende waren es lediglich ein paar vormals neutral gestimmte Akteure, die sich zu den Pessimisten gesellten.

Nie wieder Volatilität?

Wesentlich größer dürften auch die Gewinne für die insgesamt zuletzt optimistischeren Privatanleger nicht ausgefallen sein. Immerhin gab es im Gegensatz zu den institutionellen Pendants einen deutlicheren Rückgang des Börse Frankfurt Sentiment-Index, der in dieser Anlegergruppe 10 Punkte von seinem bisherigen Jahreshoch zurück fiel und nunmehr nur noch einen Stand von +14 Punkte aufweist. Damit haben sich die Sentiment-Indizes von institutionellen und privaten Investoren wieder angenähert.

Unter dem Strich dürften die institutionellen Investoren jedoch nicht nur wegen des mageren Wochengewinns derart zurückhaltend mit Positionsglattstellungen gewesen sein. Vermutlich sind die Engagements der Optimisten auch nicht besonders hoch, als dass man sich risikoavers zeigen müsste.

Dazu mag zum einen der Schlafwagenmodus der DAX-Entwicklung beigetragen haben, der dazu geführt hat, dass man aufgrund der leichten Gewöhnung an neue Kursniveaus schnell den Eindruck gewinnen kann, es gäbe im DAX demnächst gar keine Volatilität mehr. Gut möglich, dass die damit einhergehenden fast schon historisch niedrigen Optionsprämien hier und da zu Positionsabsicherungen verführt haben. Zumindest weisen die vielfach skeptischen Kommentare von Analysten nach dem Motto: "Wenn es tagelang so schleppend nach oben geht, wird es demnächst eine heftige Korrektur geben" darauf hin. Denn wenn der Aktienmarkt aus seiner Lethargie erwachen sollte, können sich viele eine zwei- bis dreiprozentige Abwärtsreaktion, aber kaum einen Sprung in gleicher Größenordnung nach oben vorstellen. Diese Ansicht, aber auch die nur leicht bullishe Positionierung der Anleger ist nach wie vor wenig geeignet, einen großen Trend auszulösen. Aber sie verhindert auch einen massiven Einbruch des Börsenbarometers - im Zweifel tut es den Börsianern mehr weh, wenn der DAX sich weiter und womöglich auch noch ein wenig schneller nach oben entwickeln sollte.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Die Stimmen der professionellen Teilnehmer wurden bislang von privaten Anlegern ergänzt, die unter den aktivsten Tradern verschiedener Online-Broker rekrutiert wurden. Diesen Teil des Sentiment-Index stellt die Börse Frankfurt nun auf breitere Füße.

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.

Möchten Sie teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an sentiment@deutsche-boerse.com.



Börse Frankfurt Sentiment-Index





Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total44%35%21%
ggü. letzter Erhebung+0%+3%-3%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.660 (+100 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +9 Punkte (Stand Vorwoche: +12 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total46%32%22%
ggü. letzter Erhebung-7%+3%+4%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.560 (+40 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +14 Punkte (Stand Vorwoche: +24 Punkte)

27. September 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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