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22.03.2017 12:18:33
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Kolumne

Marktstimmung: "Hoffen auf die Trendwende"



Die Anleger äußern sich äußerst skeptisch, während sich der Markt zur Seite bewegt. Das Ausland scheint da optimistischer - insgesamt kein schlechtes Szenario.
Zusammenfassung

22. März 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Anleger dies- und jenseits des Atlantiks scheinen sich große Sorgen zu machen. Und das hat gleich mehrere Gründe: Da sind einmal die als überbewertet empfundenen Aktien, vornehmlich in den USA, die viele Akteure zur Vorsicht mahnen, zum anderen kommt ihnen ein seit nunmehr acht Jahren ununterbrochen andauernder Bullenmarkt äußerst verdächtig vor. Auch wird immer wieder vor zu viel Euphorie gewarnt, angeblich ausgelöst durch die fiskalpolitischen Reformversprechungen von US-Präsident Donald Trump.

So überrascht es auch nicht, dass die jüngste Stimmungserhebung unter den mittelfristig orientierten institutionellen Anlegern zum dritten Mal hintereinander schlechter als in der Vorwoche ausgefallen ist. Tatsächlich liegt der Börse Frankfurt Sentiment-Index - er ist um 6 Punkte gefallen - nun bei einem Wert von -20 Punkten. Eine derart schlechte Stimmung haben wir zuletzt am 11. März 2015 registriert, wobei heute allein der Anteil der Pessimisten mit 52 Prozent aller Befragten sogar so hoch ist wie zuletzt im April 2010. Selten haben Anleger eine so klare bearishe Einstellung gezeigt, zumal sich der Zuwachs im Bärenlager fast ausschließlich durch vormals neutral eingestellte Akteure speist.

Gleichzeitig wird aber auch erkennbar, dass der am vergangenen Donnerstag erreichte neue Höchststand des DAX seit April 2015 von rund 12.156 Zählern nicht ausgereicht hat, um die Börsianer tatsächlich zu schockieren oder gar eine Kaufpanik auszulösen. Stattdessen wurden die vergleichsweise hohen DAX-Niveaus zu weiteren Absicherungen bzw. Verkäufen genutzt.

Tatsächlich haben Pessimisten seither diverse Bestätigungen für ihre Entscheidung erhalten. Eine davon war die gestern veröffentlichte BofA Merrill Lynch Umfrage unter internationalen Fondsmanagern, wonach per Saldo 34 Prozent der Befragten Aktien für überbewertet halten. Dies gilt insbesondere für die USA, deren inländischen Wertpapiere von rund 81 Prozent der Vermögensverwalter als am stärksten überbewertet angesehen werden. Dieses Phänomen lässt sich jedoch nicht auf die Aktienmärkte der Eurozone übertragen. So halten netto 23 Prozent der Fondmanager Aktien dieser Region interessanterweise für unterbewertet.

Auch Privatanleger sorgen sich

Auch bei den Privatanlegern hat sich die Stimmung weiter verschlechtert, wobei der Börse Frankfurt Sentiment-Index um 5 Punkte auf einen Stand von -5 Punkte nachgegeben hat. In diesem Panel ist es zu geringfügigen Gewinnmitnahmen einiger Optimisten und kleineren bearishen Neuengagements gekommen.

Am Ende zeigt sich, dass es weder in den USA noch hierzulande Anzeichen von Euphorie gibt. Tatsächlich scheinen die großen Marktteilnehmer durchaus ein starkes Risikobewusstsein entwickelt zu haben. Und auch die jüngste Stimmungsumfrage der American Association for Individual Investors (AAII) offenbarte einen (allerdings nicht ganz so starken) Pessimismus ihrer Panel-Teilnehmer.

Schließlich lässt das Ergebnis der BofaA Merrill Lynch-Umfrage unter internationalen Fondsmanagern zum einen eine gewisse Zurückhaltung gegenüber bullishen US-Engagements erkennen. Andererseits erhalten wir ein weiteres Indiz für die bereits seit Wochen erkennbare Stabilität des DAX: Die wahrgenommene Unterbewertung von Aktien der Eurozone hat zu entsprechender Nachfrage in dieser Region geführt.

Die jüngste Entwicklung des Börse Frankfurt Sentiment-Index lässt daher kaum auf eine große Trendwende schließen. Wir gehen vielmehr davon aus, dass der Markt für eine größere Korrektur durchaus gewappnet ist. Deswegen ist auf niedrigerem Niveau (spätestens bei 11.500/600 DAX-Zählern) mit stützender Nachfrage zu rechnen, die sich auch aus wahrscheinlichen Gewinnmitnahmen obiger Pessimisten ergibt. Mit anderen Worten: Die Situation hat sich für den DAX - abgesehen von möglichen technischen Korrekturen - keineswegs verschlechtert.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Die Stimmen der professionellen Teilnehmer wurden bislang von privaten Anlegern ergänzt, die unter den aktivsten Tradern verschiedener Online-Broker rekrutiert wurden. Diesen Teil des Sentiment-Index stellt die Börse Frankfurt nun auf breitere Füße.

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.

Möchten Sie teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an sentiment@deutsche-boerse.com.



Börse Frankfurt Sentiment-Index





Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total32%52%16%
ggü. letzter Erhebung+0%+6%-6%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.870 (-130 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -20 Punkte (Stand Vorwoche: -14 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total37%42%21%
ggü. letzter Erhebung-2%+3%-1%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.870 (-130 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -5 Punkte (Stand Vorwoche: +0 Punkte)

von: Joachim Goldberg
22. März 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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