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27.02.2019 14:53:05
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Kolumne

Marktstimmung: "Lieber ein bisschen skeptisch"



An den Kursgewinnen waren anscheinend wenig heimische Investoren beteiligt. Die professionellen Anleger setzen vermehrt auf fallende Preise und die Privatanleger sehen noch mehr Potential nach oben. Unterm Strich kein schlechtes Szenario.



27. Februar 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Verzögerungen scheinen von Börsianern derzeit insbesondere bei kritischen Sachverhalten positiv interpretiert zu werden. Sei es, dass der Stichtag, an dem die USA ursprünglich Importe aus China mit erhöhten Strafzöllen belegen wollten, vom 1. März auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, was vor allem an Chinas Börsen geradezu für Euphorie sorgte. Oder sei es, dass eine immer wahrscheinlicher werdende Verschiebung des Austrittsdatums Großbritanniens aus der EU von den Finanzmarktakteuren positiv begleitet wird. Obwohl sich eigentlich damit die Unsicherheit für die Unternehmen, die vom Brexit betroffen sind, möglicherweise um lange Zeit verschieben kann. Und damit natürlich auch im Zeichen dieser Unsicherheit etwaige Investitionen auf die lange Bank geschoben werden. Aber beide Fälle haben eines gemeinsam: den niedrigen Referenzpunkt. Alles ist besser - und wenn es auch nur eine schwache Hoffnung sein sollte - als ein ungelöster US-chinesische Handelskonflikt oder ein Brexit ohne Deal. Den Aktienmärkten hat es jedenfalls nicht geschadet und der DAX hat im Wochenvergleich noch einmal um 1,1 Prozent zugelegt.

Interessanterweise sind die von uns wöchentlich befragten institutionellen Anleger mit mittelfristigem Handelshorizont von der derzeitigen positiven Entwicklung des DAX zumindest nicht so begeistert, als dass sie weiter steigenden Kursen hätten hinterherlaufen wollen. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index hat sich gegenüber der Vorwoche sogar um 6 Punkte auf einen Stand von +7 Punkte zurückgebildet.

Interessant dabei: Diejenigen Investoren, die sich bereits auf bullish oder bearish vor dieser Umfrage festgelegt, also eine dezidierte Marktmeinung hatten, hielten jeweils an dieser fest. Es gab angesichts des gestiegenen Börsenbarometers weder größere Gewinnmitnahmen von Bullen noch Kapitulationskäufe von Bären. Die heutigen Veränderungen gehen fast vollständig auf Neupositionierungen ehemals neutral eingestellter Akteure zurück. Und 80 Prozent von ihnen legten sich auf zukünftig fallende Aktienkurse fest.

Keine Gewinnmitnahmen

Bei den Privatanlegern, die per Saldo Wochen zuvor bereits wesentlich optimistischer als ihre institutionellen Pendants waren, gab es interessanterweise fast keine Gewinnmitnahmen - der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieser Anlegergruppe blieb gegenüber der Vorwoche mit einem Stand von +12 Punkten unverändert. Bemerkenswert: Seit Jahresbeginn sind immer mindestens 40 Prozent der von uns befragten Privatanleger bullish eingestellt, wobei der DAX in der gleichen Zeit stichtagsbezogen einen Zuwachs von 5 Prozent verbuchen konnte.

Unter dem Strich lässt sich feststellen, dass sich das Börsenbarometer ohne große Teilnahme heimischer, mittelfristig orientierter Investoren weiterhin nach oben bewegt hat. Und da die Aufwärtsbewegung des DAX eigentlich noch überschaubar bleibt, sehen sich viele Börsianer nicht genötigt, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen, der ohnehin nicht allzu viel Tempo hat. Auf der anderen Seite waren die Kurszuwächse genauso wenig dazu geeignet, DAX-Bären in Panik zu versetzen.

Absolut betrachtet verbuchen wir bei den von uns befragten Investoren immer noch einen leichten Optimismus. Relativ gesehen muss man zumindest bei den institutionellen Marktteilnehmern auf Sicht von sechs Monaten sogar von einem leichten Pessimismus sprechen. Mit anderen Worten: Der DAX bleibt an der Unterseite im Falle größerer Rücksetzer gut abgesichert. Nicht nur durch heimische Marktteilnehmer, sondern auch durch langfristig orientierte (internationale) Nachfrager. Auch wenn sich das Börsenbarometer an den kommenden Tagen lediglich seitwärts entwickeln sollte, bleiben deutsche Aktien gut nachgefragt.

27. Februar 2019, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Sie erhalten die Ergebnisse der Analyse per E-Mail zugesandt.



Video-Kommentar von Joachim Goldberg



Sentiment-Index institutioneller Anleger



BullishBearishNeutral
Total44%37%19%
ggü. letzter Erhebung+2%+8%-10%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.470 (+120 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +7 Punkte (Stand Vorwoche: +13 Punkte)



Sentiment-Index privater Anleger



BullishBearishNeutral
Total44%32%24%
ggü. letzter Erhebung-1%-1%+2%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.470 (+120 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +12 Punkte (Stand Vorwoche: +12 Punkte)




Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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