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01.08.2018 13:18:48
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Kolumne

Marktstimmung: "Moderater Optimismus, keine Euphorie"



Aufkeimende Zuversicht, die aber noch keine Belastung darstellen muss, und Short-Engagements unter Wasser prägen das Stimmungsbild am Aktienmarkt.


1. August 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Auch an große Zahlen können sich Börsianer offensichtlich gut gewöhnen. Die Rede ist von Medienberichten, wonach die USA offenbar planen, höhere Importzölle auf chinesische Einfuhren als ursprünglich geplant zu erheben. Dabei geht es - nachdem China-Importe seit heute im Volumen von möglicherweise insgesamt 50 Milliarden US-Dollar besteuert werden - nun um die nächsten 200 Milliarden US-Dollar. Diese ausgeweiteten Einfuhrzölle wurden nämlich von US-Präsident Donald Trump bereits für den Fall angedroht, dass China Vergeltungsmaßnahmen (woran es keinen Zweifel gibt) für die ersten von den USA erhobenen Strafzölle durchführen würde. War man bislang davon ausgegangen, dass eine Importsteuer von 10 Prozent auf dieses hohe Volumen von 200 Milliarden angewendet würde, soll dieser Satz nun dem Vernehmen nach viel höher ausfallen: 25 Prozent, also mehr als doppelt so viel wie ursprünglich angekündigt. Da jedoch diese Steuer auf chinesische Importe ohnehin erst frühestens Ende August in Kraft treten könnte, scheinen diese neuen Nachrichten zur Eskalation des US-chinesischen Handelskonflikts von den Akteuren nicht wahrgenommen zu werden.

Nun ist der DAX gegenüber der Vorwoche in der Punktbetrachtung gerade einmal um 0,9 Prozent gestiegen, dennoch ist es beachtlich, dass sich die Stimmung der von uns befragten mittelfristig orientierten Investoren nach der neutralen Einstellung in der Vorwoche nun wieder deutlich aufgehellt hat. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index ist um 15 Punkte auf einen Stand von +14 Punkte gestiegen. Und dies, obwohl der DAX nur am vergangenen Mittwoch im Anschluss an unsere Stimmungserhebung eine günstige Kaufgelegenheit bot, als er nämlich zeitweise um 1,1 Prozent nachgab.

Gut möglich, dass mit der Sitzung der Europäischen Zentralbank am vergangenen Donnerstag letzte Zweifel ausgeräumt wurden, dass die Leitzinsen womöglich früher als im September 2019 angehoben werden könnten. Die weiteren Ereignis-Risiken seit unserer vergangenen Erhebung betrafen ohnehin vornehmlich den US-Markt. Dennoch ist vorstellbar, dass etwa das dortige positiv aufgefallene Wirtschaftswachstum auch hierzulande für eine optimistischere Stimmung gesorgt hat. Auch wird kein Gegenwind für die Aktienmärkte von der heute stattfindenden Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank erwartet.

Gehemmte Kauffreude

Bei den Privatanlegern scheint die Kauffreude indes nach wie vor gehemmt. Unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist zwar zum sechsten Mal hintereinander gestiegen, dieses Mal um 3 Punkte auf einen Stand von +4 Punkte. Allerdings speist sich dieser Anstieg vornehmlich aus Investoren, die zuletzt an der Seitenlinie abgewartet hatten, während sich die Gruppe der Pessimisten nach wie vor ausgesprochen robust darstellt.

Per Saldo wird zweierlei sichtbar. Zum einen, dass die Privatanleger nur einen ganz schleichenden Optimismus an den Tag legen, was dafür spricht, dass in dieser Gruppe immer noch Absicherungen bzw. Short-Positionen mit Buchverlusten vorhanden sein dürften. Auf der anderen Seite zeigen sich die institutionellen Anleger wesentlich aktiver. Zum vierten Mal hintereinander gab es nämlich einen deutlichen Stimmungsumschwung von mindestens 14 Punkten. Diese schnellen Positionswechsel dürften jedoch nicht immer einer Neueinschätzung der Lage am Aktienmarkt geschuldet sein. Vielmehr versucht eine größere Gruppe eher kurzfristig agierender institutioneller Akteure (etwa 10 Prozent der von uns befragten Teilnehmer) zwischenzeitliche Schwankungen des Börsenbarometers auszunutzen.

Der zuletzt gezeigte Optimismus kann jedoch als immer noch moderat bezeichnet werden, zumal unsere Aufzeichnungen während der ersten vier Monate dieses Jahres teils deutlich höhere Werte (Maximum +33 Punkte) als den heute erhobenen Börse Frankfurt Sentiment-Index ausweisen. Von Euphorie kann also keine Rede sein, und der moderate Optimismus könnte sich im weiteren Verlauf durchaus noch als positiv für den DAX erweisen.

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Video-Kommentar von Joachim Goldberg



Börse Frankfurt Sentiment-Index




Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total46%32%22%
ggü. letzter Erhebung+11%-4%-7%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.800 (+120 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +14 Punkte (Stand Vorwoche: -1 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total41%37%22%
ggü. letzter Erhebung+4%+1%-5%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.800 (+120 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +4 Punkte (Stand Vorwoche: +1 Punkte)

1. August 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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