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06.12.2017 13:39:40
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Kolumne

Marktstimmung: "Nikolaus fällt aus (aber Weihnachten nicht unbedingt)"



Mit den Preisen ist auch der Optimismus der hiesigen Anleger zurückgewichen - für Goldberg ein gutes Zeichen, was das Kurspotential zum Jahresende betrifft.
Zusammenfassung

6. Dezember 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die US-Steuerreform war während der vergangenen Tage eines der Hauptthemen, über das Börsianer diskutiert haben. Zwar hat dieses Prestigevorhaben von US-Präsident Donald Trump noch nicht endgültig alle Instanzen passiert, aber die Stimmen derer, die mit einem Kompromiss zwischen den beiden unterschiedlichen Vorlagen von Senat und Repräsentantenhaus noch vor Weihnachten rechnen, mehren sich. Sollte Donald Trump das Reformvorhaben tatsächlich noch vor dem Fest unterschreiben, könnte die große Reform bereits an Neujahr in Kraft treten. Und deswegen gehen auch vor allen Dingen US-Börsianer davon aus, dass die Bewertungen für den breit gestreuten S&P 500 für das Jahr 2018 noch einmal deutlich angehoben werden müssen.



So gesehen sollte es zumindest für die großen US-Multis vielfach Grund zum Feiern geben. Auch wenn viele Beobachter davon ausgehen, dass die US-Steuerreform für das dortige Wachstum möglicherweise gar nicht den großen Schub bringt - für bullishe Kursfantasien der betroffenen Unternehmen bleibt allemal Platz.

Trotz all dieser guten Aussichten hat sich das Börsenbarometer hierzulande - von uns nicht ganz unerwartet - ausgesprochen schwer getan. Tatsächlich scheint es, als ob sich die heimischen Börsianer vielmehr damit abgefunden hätten, dass die US-Steuerreform zunächst einmal den dortigen Unternehmen nach dem Motto "America first" zugutekommen wird.

Dabei dürfte für einige Anleger im übertragenen Sinne der Nikolaustag in diesem Jahr ausgefallen sein. Denn die Stimmung der mittelfristig orientierten institutionellen Investoren hat sich gegenüber der Vorwoche deutlich verschlechtert. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index ist in nahezu dramatischer Weise um 19 Punkte auf einen Stand von +17 Punkte gefallen - gewissermaßen eine Kapitulation. Dabei hat sich die Mehrheit der früheren Bullen (es handelt sich immerhin um 14 Prozent aller Befragten) an die Seitenlinie begeben und verständlicherweise keine neuen bearishen Engagements gewagt. Denn die meisten dieser Positionen dürften hinsichtlich des Kursverlaufs des DAX während der vergangenen Wochen nicht profitabel ausgegangen sein, allein im Punktvergleich zur Vorwoche notieren wir ein Minus von 1,7 Prozent.

Auch bullishe Privatanleger kapitulieren

Eine ähnliche Tendenz zeigt sich auch bei den Privatanlegern. Dort ist der Börse Frankfurt Sentiment-Index in ähnlicher Größenordnung wie bei den institutionellen Pendants um 17 Punkte auf einen Stand von nunmehr +21 Punkte gefallen. Nachdem bereits in der Vorwoche einige wenige Optimisten noch rechtzeitig überschaubare Gewinne eingestrichen haben mögen, dürfte es sich bei den jüngsten Verkäufen eher um eine Mini-Kapitulation der Optimisten gehandelt haben.

Mit der heutigen Erhebung hat sich die Situation beim DAX merklich entspannt. Nicht nur weil der Optimismus der institutionellen und Privatanleger in absoluten Zahlen deutlich zurückgegangen ist. Gerade bei der ersten Gruppe ist der bullishe Überhang in der relativen Drei-Monats-Betrachtung komplett abgebaut worden. Insofern gehen auch die Kursrückgänge des DAX während der vergangenen Handelstage wahrscheinlich auf das Konto heimischer Anleger und beruhen nicht auf einem größeren Abfluss internationalen Kapitals aus der Eurozone. Damit hat sich die Lage des DAX deutlich verbessert, da im Falle erneuter Kursrückgänge zumindest wieder heimische Nachfrage unterstützend eingreifen könnte. Auf der anderen Seite sitzt der Deckel an der Oberseite, etwa bedingt durch drohende Gewinnmitnahmen, durchaus nicht mehr so fest wie zuvor, so dass am Ende zwar der Nikolaus für Optimisten keine Geschenke im Gepäck gehabt haben mag, aber sich die Chancen für eine reiche Bescherung und versöhnliche Jahresendrallye nun erhöht haben.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Die Stimmen der professionellen Teilnehmer wurden bislang von privaten Anlegern ergänzt, die unter den aktivsten Tradern verschiedener Online-Broker rekrutiert wurden. Diesen Teil des Sentiment-Index stellt die Börse Frankfurt nun auf breitere Füße.

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.

Möchten Sie teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an sentiment@deutsche-boerse.com.



Börse Frankfurt Sentiment-Index





Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total45%28%27%
ggü. letzter Erhebung-14%+5%+9%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.920 (-230)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +17 Punkte (Stand Vorwoche: +36 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total45%28%23%
ggü. letzter Erhebung-9%+8%+1%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.920 (-230)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +21 Punkte (Stand Vorwoche: +38 Punkte)

6. Dezember 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de



Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.

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