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13.06.2018 13:30:07
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Kolumne

Marktstimmung: "Noch neutraler geht kaum"



Zahlreiche Investoren haben scheinbar genug von dem Kursgezuckel rund um den heutigen Stand und trennen sich von Long- wie Short-Engagements. Das lähmt nach Ansicht Goldbergs den Markt noch mehr.
Zusammenfassung


13. Juni 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nachdem der vielbeachtete Gipfel zwischen den USA und Nordkorea wortreich, aber ohne konkrete Erkenntnisse zu Ende gegangen ist und sich die politische Lage in Italien zumindest vordergründig beruhigt hat, konzentrieren sich die Akteure wieder auf andere Dinge. Denn die laufende Kalenderwoche ist mit wichtigen ökonomischen Daten, aber auch mit zwei Zentralbanksitzungen gespickt.



Den Anfang macht die US-Notenbank, deren Offenmarktausschuss (FOMC) heute Abend höchstwahrscheinlich einen weiteren Zinsschritt von 25 Basispunkten bekannt gibt. Die implizite Wahrscheinlichkeit, dass dies geschieht, lag zuletzt bei 97 Prozent (vgl. CME FedWatch Tool). Wesentlich interessanter als die Zinsentscheidung dürften jedoch die neuesten Zinsprojektionen der FOMC-Mitglieder, die so genannten "Dot Plots", sein, die darüber Aufschluss geben könnten, wie viele Zinsschritte die Fed in diesem Jahr noch in Betracht zieht. Das zweite große Ereignisrisiko stellt die EZB-Sitzung am morgigen Donnerstag dar, bei der zwar keine sofortigen geldpolitischen Entscheidungen erwartet werden, aber zumindest eine Diskussion darüber, wann das Anleihekaufprogramm beendet werden könnte.

Auf diese bevorstehenden wichtigen Ereignisse haben vor allen Dingen die institutionellen Anleger, die wir allwöchentlich befragen, reagiert. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieser Gruppe hat sich gegenüber der Vorwoche um 8 Punkte auf einen Stand von +1 Punkt befestigt. Dabei stellen die neutral gestimmten Investoren mit einem Anteil von 35 Prozent zum ersten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen vor knapp 16 Jahren die stärkste Gruppe. Mit anderen Worten: Viel neutraler geht es nicht, frei nach dem Motto "Nur keine Fehler machen!"

Dabei geht die Wanderung der Wechselwilligen zum Großteil ausgerechnet auf die Gruppe zurück, die während der vergangenen fünf Wochen die Mehrheit gestellt hatte: die Pessimisten. Dies ist insofern ein bisschen erstaunlich, weil zumindest von den Zentralbanksitzungen tendenziell nicht unbedingt günstige Nachrichten für die Aktienmärkte zu erwarten sind. Aber möglicherweise war der Rücksetzer des Börsenbarometers am vergangenen Freitag in Richtung 12.610 für ehemalige Bären Grund genug, ihre Sicherungen bzw. Shortpositionen, möglicherweise sogar mit Gewinn, wieder einzudecken. Indes: Eine risikoaverse Positionierung während der vergangenen drei Wochen wurde nicht gerade fürstlich belohnt. Tatsächlich waren für die Pessimisten die immer wieder aufkommenden Erholungsphasen des DAX, die jedes Mal mit einem zumindest leichten Zittern einhergingen, recht unangenehm. Offensichtlich sollte damit jetzt Schluss sein.

Privatableger bleiben skeptisch

Unterdessen blieben die Privatanleger überwiegend pessimistisch. In diesem Panel gab es nur geringfügige Veränderungen - interessanterweise zulasten der neutral gestimmten Marktteilnehmer -, weswegen sich der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieser Gruppe gerade einmal um einen Punkt auf einen Stand von nunmehr -9 Punkte verbessert hat.

Der mangelnde Wille vieler Akteure, sich in größerem Maße zu positionieren, und die hohe Neutralität der institutionellen Anleger sind möglicherweise nicht einmal auf bevorstehende Risikoereignisse zurückzuführen, sondern vielmehr auf die fehlende Aussicht auf einen größeren Trend. Denn egal, auf welcher Seite des Marktes man sich zuletzt gerade mittelfristig positioniert hat - vielfach musste man zwar keine großen Buchverluste hinnehmen, aber die Psyche der Akteure musste immer wieder kleine Nadelstiche erleiden.

Für den DAX, der sich bereits im Wochenvergleich in der Punktbetrachtung zuletzt nicht verändert hat, bedeuten die jüngsten Positionierungen, dass große Trends - es sei denn, es käme zu großen internationalen Kapitalzu- oder -abflüssen - zumindest in der nahen Zukunft Mangelware bleiben dürften. Denn gerade bei den institutionellen Anlegern befindet sich der Börse Frankfurt Sentiment-Index nicht nur in der absoluten, sondern auch in der relativen Drei-Monats-Betrachtung nun auf neutralem Niveau.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.



Video-Kommentar von Joachim Goldberg



Börse Frankfurt Sentiment-Index




Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total33%32%35%
ggü. letzter Erhebung+1%-7%+6%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.820 (+0 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +1 Punkte (Stand Vorwoche: -7 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total32%42%26%
ggü. letzter Erhebung+0%-7%+7%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.820 (+0 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -10 Punkte (Stand Vorwoche: -17 Punkte)

6. Juni 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.

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