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02.11.2016 15:25:24
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Kolumne

Marktstimmung: "Realismus verdrängt Optimismus nur ein wenig"



Zwar schwindet der Optimismus, je näher die US-Wahl rückt, dennoch blockiert die gute Stimmung weiter eine nachhaltige Aufwärtsbewegung. Zweierlei Gründe für die Hartnäckigkeit der Bullen macht Goldberg aus.
Zusammenfassung

2. November 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es sieht so aus, als seien sich einige Börsianer hinsichtlich der US-Präsidentschaftswahlen und insbesondere eines eindeutigen Wahlergebnisses zu sicher gewesen. Denn vor Wochenfrist lag die Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, noch zum Teil mit einem zweistelligen prozentualen Vorsprung vor ihrem Gegenspieler Donald Trump. Das hat sich nun gründlich geändert, zumal jüngsten Prognosen zufolge ("Washington Post" und "ABC News") Trump sogar mit einem kleinen Vorsprung in Führung liegt.

Dies war für einige mittelfristig orientierte professionellen Akteure, die wir allwöchentlich befragen, Grund genug, eine vorsichtigere Positionierung vorzunehmen. Unser Stimmungsbarometer, der Börse Frankfurt Sentiment-Index, ist dabei gegenüber der Vorwoche um 11 Punkte auf einen Stand von +29 Punkte zurückgefallen - dies entspricht exakt dem Stand von vor 14 Tagen.

Dieser Stimmungswechsel ist insofern bemerkenswert, als es seit der vorherigen Befragung keine Gelegenheit gab, Kaufpositionen zu einem höheren Preis als den 10.700 Punkten zum Zeitpunkt der Erhebung zu veräußern. Dennoch haben sich 7 Prozent aller Befragten von ihren bullishen Engagements diszipliniert, aber unter Inkaufnahme von (Buch)verlusten getrennt - etwa die Hälfte der Betroffenen lief übrigens direkt zu den Bären über.

Eine ähnliche Entwicklung konnten wir bei den Privatanlegern beobachten, bei denen sich der Optimismus ebenfalls zurück gebildet hat. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieser Anlegergruppe ist um 12 Punkte auf einen Stand von +31 Punkte gefallen.

Einstellung der Akteure ähnlich wie vor Brexit-Votum


Damit wird gleichermaßen erkennbar, dass der jüngste Kursrückgang des DAX - in der wöchentlichen Punktbetrachtung vermerken wir einen Verlust von 2,5 Prozent - zu großen Teilen auf unsere mittelfristig orientierten institutionellen und privaten Investoren zurückzuführen sein dürfte. Dennoch haben vergleichsweise viele Akteure an ihren bullishen Positionen festgehalten, obwohl der Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen nicht nur auf Messers Schneide zu stehen scheint, sondern außerdem damit eine längere Phase der Unsicherheit als gewünscht für die Finanzmärkte verbunden sein könnte.


Die Zuversicht der immer noch mehrheitlich in der absoluten, aber auch in der Halbjahresbetrachtung zu optimistischen Akteure mag zum einen darin begründet sein, dass sich nunmehr viele Engagements der Optimisten "unter Wasser" befinden. Die damit einhergehende mögliche selektive Wahrnehmung dürfte sicherlich nicht primär auf Wirtschaftsdaten begründet sein, sondern entsteht eher aus dem leicht verfügbaren Vergleich, dass sich die Aktienkurse nach den US-Wahlen ähnlich wie nach dem Brexit-Votum für den Austritt Großbritanniens aus der EU entfalten könnten. Zwar hatten sich die Kurse seinerzeit zunächst erheblich abgeschwächt, aber danach innerhalb weniger Wochen sogar deutlicher erholt, als sie zuvor infolge des Votums gefallen waren.

Umfrage bei Twitter und Facebook

Höher: 41% (-6)

Tiefer: 48% (+6)

Neutral: 11% (+0)


Per Saldo bleibt jedoch festzustellen, dass der heute gezeigte Optimismus der Marktteilnehmer leicht über dem vor eben jenem Brexit-Votum liegt - damals stand der Börse Frankfurt Sentiment-Index der institutionellen Marktteilnehmer bei einem Wert von +25 Punkte, der der Privatanleger bei +21 Punkten.

Begreift man den DAX seit Anfang August in einer Konsolidierung zwischen grob 10.200 und 10.800 Zählern, muss man trotz allem davon ausgehen, dass der Markt angesichts des robusten Optimismus noch nicht bereinigt ist. Mit anderen Worten: Das wahrgenommene Risiko dürfte für viele Akteure derzeit an der Untergrenze besagten Feldes liegen, so dass eine Marktbereinigung frühestens unterhalb dieser Zone stattfinden dürfte.

Börse Frankfurt Sentiment-Index







Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total57%28%15%
ggü. letzter Erhebung-7%+4%+3%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 10.430 (-270 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +29 Punkte (Stand Vorwoche: +40 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum



Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total57%26%17%
ggü. letzter Erhebung-8%+4%+4%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 10.430 (-270 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +31 Punkte (Stand Vorwoche: +43 Punkte)

von: Joachim Goldberg
02. November 2016, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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