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26.09.2018 12:50:04
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Kolumne

Marktstimmung: "Schnell die Gewinne eingestrichen"



Abrupter Wechsel vieler institutioneller Investoren zu den Bären - man darf sich auf eine Seitwärtsphase einstellen - und deutlich unbeweglichere Privatinvestoren. Eine Mischung, die Stabilität verheißt.


26. September 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Einige der großen Risiken für den Aktienmarkt haben sich während der vergangenen Tage deutlich verringert. Zum einen ist zwar der Handelskonflikt zwischen den USA und China keinesfalls gelöst und droht sogar weiter zu eskalieren. Aber die Börsianer scheinen sich an derartige "Gewitter" gewöhnt zu haben. Zumal die ökonomischen Auswirkungen in der Praxis bislang noch schwer zu bewerten sind.

Zum anderen scheint sich die Budget-Problematik Italiens zumindest in der Wahrnehmung der Marktteilnehmer ebenfalls zu beruhigen. Zumindest sieht es danach aus, als ob die Neuverschuldung Italiens deutlich unter der von der EU vorgegebenen Grenze bleiben wird. Ein Indiz für diese Beruhigung zeigt sich im italienischen Anleihemarkt, dessen Renditen sich heute deutlich zurückgebildet haben.

Und so bleibt als einziges großes sogenanntes Ereignisrisiko in dieser Woche die heute endende Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank. Dabei gilt eine Leitzinserhöhung von 25 Basispunkten in den USA als so gut wie sicher. Außerdem ist mit einem weiteren Zinsschritt in diesem Jahr zu rechnen - bislang ergibt sich dafür eine implizite Wahrscheinlichkeit von fast 85 Prozent (vgl. CME FedWatch Tool). Gut möglich, dass man derzeit vielerorts nicht mit einer großen Überraschung bei der Fed rechnet.

Umso drastischer fällt das Ergebnis der heutigen Stimmungsumfrage aus. Denn die von uns befragten institutionellen Marktteilnehmer, mit normalerweise mittelfristigem Handelshorizont, die sich in der Vorwoche noch richtig optimistisch präsentierten, scheinen es bei rein äußerlicher Betrachtung der heutigen Zahlen mit der Angst zu tun zu bekommen haben. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index fällt drastisch um 39 Punkte auf einen Stand von -10 Punkten.

Dennoch glauben wir nicht, dass diese Investoren eine Panikattacke erlitten haben. Denn für diesen Stimmungsumschwung dürften kaum fundamentale Gründe eine Rolle gespielt haben. Vielmehr liegt der Schluss nahe, dass die seit der Vorwoche aufgelaufenen Gewinne, die in der Spitze eine Größenordnung von rund 2,3 Prozent erreichten, gerne von den Akteuren mitgenommen wurden. Und da sich das Bullenlager um fast ein Drittel reduziert und direkt auf die Bärenseite begeben hat, hofft eine größere Gruppe anscheinend auf einen anhaltenden Seitwärtsmarkt; natürlich mit der Absicht, auf tieferem Niveau wieder einzusteigen und so eine stattliche Extra-Rendite zu verdienen.

DAX für Privatanleger offenbar alternativlos

Eine vergleichbar starke Aktivität können wir den Privatanlegern allerdings nicht attestieren. Denn in diesem Panel besteht auch nicht der Zwang, den DAX schlagen und sich mit anderen Marktteilnehmern messen zu müssen. Dennoch ist es bemerkenswert, dass sich per Saldo fast keiner der zuvor ohnehin bullish eingestellten Akteure zu Gewinnmitnahmen verleiten ließ. Stattdessen ist der Börse Frankfurt Sentiment-Index der Privatanleger sogar um weitere 7 Punkte auf einen Stand von +19 Punkte angestiegen. Und zwar in erster Linie, weil einige Skeptiker das Handtuch geworfen haben.

Wie von uns in der Vorwoche vermutet, haben die Gewinnmitnahmen der institutionellen Anleger dem DAX während der vergangenen Tage einen gewissen Dämpfer versetzt. Allerdings hielt sich dieser in Grenzen, denn das Börsenbarometer zeigt gegenüber der Vorwoche im Punktvergleich immer noch einen Gewinn von 1,6 Prozent - ein Anzeichen für mögliche längerfristige Kapitalzuflüsse aus dem Ausland. Für den DAX selbst bedeutet dies eine Stabilisierung, denn die Verkäufer von heute werden wahrscheinlich ihre Absicherungen bzw. Short-Positionen bei einem überschaubaren Kursrückgang des DAX in einer Größenordnung von ca. 2 bis 2,5 Prozent (also kurz vor der 12.000er Linie) gerne wieder mit Gewinn eindecken. Der Pessimismus der institutionellen Akteure hält sich allerdings sowohl absolut als auch in der relativen sechs Monatsbetrachtung noch in Maßen. Dennoch wäre ein steigendes Börsenbarometer für die Mehrheit unerfreulich.

26. September 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

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Video-Kommentar von Joachim Goldberg



Sentiment-Index institutioneller Anleger



BullishBearishNeutral
Total36%46%18%
ggü. letzter Erhebung-17%+22%-5%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.360 (+190 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: Punkte -10 (Stand Vorwoche: +29 Punkte)



Sentiment-Index privater Anleger

BullishBearishNeutral
Total49%30%21%
ggü. letzter Erhebung-1%-1%+2%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.170 (+150 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +19 Punkte (Stand Vorwoche: +12 Punkte)


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie.


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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