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01.02.2017 12:02:57
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Kolumne

Marktstimmung: "Verpuffter Aufwärtsimpuls"



Der DAX rutscht wieder auf Los und die professionellen Anleger ziehen sich in Scharen zurück. An der Unterseite schaffen sie einen Puffer, für den Weg nach oben fehlt vermutlich der Antrieb.
Zusammenfassung

1. Februar 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Doch nur ein Strohfeuer: Sicher ließ der jüngste Aufwärtsimpuls des DAX etliche Anleger auf mehr hoffen. So hatte der DAX seit unserer jüngsten Befragung knapp die Marke von 11.900 Zählern erreicht, bevor es an den folgenden Handelstagen im übertragenen Sinne dann doch wieder "Zurück auf Los" ging. Denn das Börsenbarometer tauchte erneut in seine frühere Konsolidierungszone vom Anfang des Jahres ein. Und zusammen mit diesem Rücksetzer hat sich auch die Stimmung der von uns befragten mittelfristig orientierten Investoren fast auf das Niveau von vor 14 Tagen zurückgebildet.



Mit anderen Worten: Der Börse Frankfurt Sentiment-Index ist um 22 Punkte gegenüber der Vorwoche gefallen und liegt nunmehr bei -8 Punkten. Im Zuge dieser Abwanderung hat sich das Bullenlager um knapp ein Drittel verringert, wobei etwas mehr als die Hälfte der Wechselwilligen direkt auf die Bärenseite zog, während sich der Rest mit einfachen Gewinnmitnahmen zufriedengab.

Die Ursachen für diesen abermaligen schnellen Stimmungswechsel sind sicherlich zu einem guten Teil bei den als dramatisch empfundenen Entscheidungen Donald Trumps zu suchen. Gab es vor Wochenfrist noch so etwas wie eine leichte Euphorie oder zumindest eine gewisse Hoffnung bei einigen Akteuren, von den wirtschaftspolitischen Maßnahmen des US-Präsidenten auch hierzulande profitieren zu können, haben sich diese Erwartungen spätestens seit gestern zerschlagen. Denn Trumps Chef-Wirtschaftsberater, Peter Navarro, warf Deutschland vor, bereits seit längerem von einem "grob unterbewerteten" Euro zu profitieren. Dass sich die Gemeinschaftswährung gestern infolge dieses Statements tatsächlich gegenüber dem US-Dollar befestigte und somit als Indiz für sich verschlechternde Exportbedingungen Deutschlands hätte gewertet werden können, dürfte dabei jedoch für die Teilnehmer unseres Panels nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Wichtiger sollte es für viele Optimisten der vergangenen Woche hingegen gewesen sein, schon vorher aufgelaufene Gewinne bereits festgeschrieben zu haben. Interessant in diesem Zusammenhang: Die Gruppe der neutral gestimmten Händler befindet sich nun mit einem Anteil von 30 Prozent aller Befragten auf dem höchsten Stand seit dem 20. April 2016.

Privatanleger bleiben zurückhaltend

Bei den Privatanlegern gab es indes kaum Verschiebungen im Stimmungsbild. Seit drei Wochen herrscht in diesem Panel gegenüber dem DAX vor allem im Sechs-Monats-Vergleich vorwiegend Skepsis. Absolut betrachtet befindet sich der Börse Frankfurt Sentiment-Index, nachdem er gegenüber der Vorwoche 4 Punkte verloren hat, auch bei diesem Panel mit einem Stand von -2 Punkten im negativen Bereich.

Zusammenfassend bleibt zu konstatieren, dass der Aufwärtsimpuls des DAX, für den wir seit der vergangenen Erhebung in der wöchentlichen Punktbetrachtung sogar ein Minus von 0,8 Prozent verzeichnen müssen, nicht den Beginn eines neuen Aufwärtstrends markiert, sondern eher einem Strohfeuer gleicht, ausgelöst von heimischen Akteuren, die davon zumindest im institutionellen Bereich zum Teil auch profitieren konnten.

Andererseits zeigt die heutige Skepsis sowohl bei den institutionellen als auch bei den privaten Anlegern, dass man im Falle weiterer negativer Nachrichten aus den USA recht gut für weitere Abschläge gerüstet ist. Gut möglich, dass mittlerweile auch die Marktteilnehmer verstanden haben, dass Trump es ernst meint, wenn er alle wichtigen ökonomischen Maßnahmen ganz seiner Doktrin des "America first" unterwirft. Im Ergebnis lässt sich die heutige Stimmungserhebung dahingehend interpretieren, dass der DAX im Falle zusätzlicher Abwärtsbewegungen gut unterstützt ist, ihm jedoch für einen nachhaltigen Aufwärtstrend derzeit die Kraft fehlt.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Die Stimmen der professionellen Teilnehmer wurden bislang von privaten Anlegern ergänzt, die unter den aktivsten Tradern verschiedener Online-Broker rekrutiert wurden. Diesen Teil des Sentiment-Index stellt die Börse Frankfurt nun auf breitere Füße.

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.

Möchten Sie teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an sentiment@deutsche-boerse.com.



Börse Frankfurt Sentiment-Index





Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total31%39%30%
ggü. letzter Erhebung-14%+8%+6%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.630 (-90 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -8 Punkte (Stand Vorwoche: +14 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total40%42%18%
ggü. letzter Erhebung-1%+3%-2%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.630 (-90 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -2 Punkte (Stand Vorwoche: +2 Punkte)

von: Joachim Goldberg
01. Februar 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.



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