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08.02.2017 07:36:03
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Kolumne

Marktstimmung: "Viel Angst, wenig Folgen"



Kaum Neues am Aktienmarkt: Ein kleinerer Teil der Profis versucht, die kleine Seitwärtsspanne für Handelsgewinne zu nutzen, die übrigen wie auch die privaten Anleger schauen eher zu.
Zusammenfassung

8. Februar 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Orientiert man sich einzig und allein an den Marktkommentaren, könnte man den Eindruck gewinnen, dass es derzeit um die Finanzmärkte, aber auch um deutsche Aktien nicht allzu gut bestellt ist. Zum einen, weil sich viele Marktteilnehmer noch nicht an die schnellen und teilweise auch sehr umstrittenen Entscheidungen und Vorhaben Donald Trumps gewöhnt haben. Während die einen etwa die geplanten Deregulierungspläne des US-Präsidenten bejubeln, gibt es andere, die vor einer kompletten Abschaffung des Dodd-Frank-Gesetzes warnen und in der Folge gar einen neuerlichen Finanzmarktcrash befürchten.



Hinzu kommt, dass mittlerweile die Auspizien für Europa auch nicht allzu gut auszusehen. So ist etwa das Thema "Präsidentschaftswahl in Frankreich" mit einem Male deutlich in den Vordergrund getreten. Die Angst geht um, dass die Kandidatin des Front National, Marine Le Pen, im Falle ihres Sieges, wie von ihr angekündigt, den Ausstieg aus dem Euro anstrebt.

Gemessen an diesen Sorgen fällt der Kursrückgang des DAX - im Wochenvergleich notieren wir eine Abschwächung von 0,7 Prozent - sehr moderat aus. Und wenn man die aktuelle Stimmung der von uns befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren betrachtet, könnte man einige Kommentatoren und Analysten fast schon der Panikmache bezichtigen. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index hat sich bei diesem Panel gegenüber der Vorwoche um 9 Punkte auf einen Stand von +1 Punkt befestigt!

Tatsächlich ist diese Stimmungsverbesserung wahrscheinlich weniger auf einen neu aufkeimenden Optimismus zurückzuführen. Vielmehr scheint sich eine kleinere Gruppe von Händlern/Entscheidern beim DAX am unteren Ende der jüngsten Abwärtsbewegung zu sehen. Denn das Gros der neuen Pessimisten der Vorwoche hat sich wieder direkt ins Bullenlager begeben. Außerdem ist es gut möglich, dass in der Zwischenzeit bearishe Engagements, die bei unserer vergangenen Befragung erkennbar wurden, nunmehr mit möglicherweise guten Gewinnen in Form von Rückkäufen wieder glattgestellt worden sind.

Privatanleger bleiben zurückhaltend

Ganz anders stellt sich die Entwicklung bei den Privatanlegern dar, bei denen sich der Börse Frankfurt Sentiment-Index gegenüber der Vorwoche um 7 Punkte auf einen Stand von nunmehr -9 Punkte verschlechtert hat. Damit hat sich die "Stimmungskluft" zu den institutionellen Pendants wieder vergrößert, was jedoch sicherlich nichts mit einer massiven Überängstlichkeit der privaten Investoren zu tun hat. Vielmehr ist die Bereitschaft begrenzt, die doch recht überschaubaren kurzfristigen Ausschläge des DAX mit entsprechenden Positionen auszunutzen.

Grundlegend hat sich an der DAX-Stimmung also nicht viel geändert. Auch ist nicht davon auszugehen, dass die leichte Verbesserung des Sentiments bei den institutionellen Anlegern von Dauer sein wird - in der relativen Sechsmonatsbetrachtung herrscht sogar noch Skepsis vor. Gleichzeitig wird jedoch auch ersichtlich, dass dem DAX momentan der große Zünder für eine anhaltende Aufwärtsbewegung fehlt, zumal wir aktuell nicht davon ausgehen, dass größere langfristige Kapitalzuflüsse dem derzeitigen Börsenumfeld zugutekommen. Da im Markt weiterhin keine großen Schieflagen vorhanden sein dürften, gehen wir von einer neuerlichen Seitwärtsentwicklung des DAX aus, wobei die Unterseite auf niedrigerem Niveau (ausgehend von 11.560 DAX-Zählern ca. 1,5-2 Prozent tiefer) zumindest durch heimische Nachfrager unterstützt ist.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Die Stimmen der professionellen Teilnehmer wurden bislang von privaten Anlegern ergänzt, die unter den aktivsten Tradern verschiedener Online-Broker rekrutiert wurden. Diesen Teil des Sentiment-Index stellt die Börse Frankfurt nun auf breitere Füße.

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.

Möchten Sie teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an sentiment@deutsche-boerse.com.



Börse Frankfurt Sentiment-Index





Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total35%34%31%
ggü. letzter Erhebung+4%-5%+1%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.550 (-80 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +1 Punkt (Stand Vorwoche: -8 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total37%46%17%
ggü. letzter Erhebung-3%+4%-1%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.550 (-80 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -9 Punkte (Stand Vorwoche: -2 Punkte)

von: Joachim Goldberg
8. Februar 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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