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04.07.2018 13:14:06
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Kolumne

Marktstimmung: "Wenig Überzeugungskäufe"



Zwar hat sich mit den Aktienpreisen auch die Stimmung hierzulande wieder gebessert (heimische Käufer), allerdings wegen Gewinnmitnahmen vormaliger Bären, nicht aus echtem Glauben an eine Erholung.



4. Juli 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Früher hätte man sich an einem Feiertag wie dem Independence Day zurückgelehnt und angesichts fehlender Impulse aus den USA dem Börsengeschehen nicht allzu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Dies hat sich mit der Ära Trump grundlegend geändert, da man selbst an einem Feiertag nicht sicher sein kann, ob der US-Präsident nicht doch etwas via Twitter - möglicherweise sogar zum Thema Unabhängigkeit, wie er sie versteht - von sich gibt, das die Märkte durchschüttelt. Ohnehin steht nun die nächste wichtige Deadline für den Handelskonflikt zwischen den USA und China im Raum, denn ab dem 6. Juli werden in den USA aus China importierte Waren mit einem Volumen von zunächst 34 Milliarden Dollar mit einer Importsteuer belegt. Und die Angst vor einer Eskalation scheint recht groß. Denn China hat nicht nur bereits Vergeltung für diesen Fall angedroht. Vielmehr zeichnet sich bereits jetzt ab, dass Donald Trump in diesem Fall mit weiteren Strafzöllen auf chinesische Importe in Höhe von bis zu 450 Milliarden US-Dollar reagieren würde. So lautetet zumindest Trumps Ansage. Um dieser Größenordnung einen Bezugsrahmen zu verleihen: Das Volumen aller Importe aus China betrug in den USA im vergangenen Jahr rund 505 Milliarden US-Dollar.

Immerhin hat der DAX im Wochenvergleich in der Punktbetrachtung um 1,4 Prozent zugelegt und damit fast die komplette Handelsbandbreite seit unserer Erhebung vom vergangenen Mittwoch abgebildet. Zwar hat die Einigung zwischen CDU und CSU im Asylstreit nicht zu einer Jubelrallye des DAX geführt, aber dem Börsenbarometer auch nicht nachhaltig schaden können. Und wer Mut bewiesen und sich nur von der Kursentwicklung hatte leiten lassen, ohne auf sonstige Nachrichten in irgendeiner Weise zu achten, hat zuvor eigentlich einen guten Markt für Käufe in die Schwäche vorgefunden.

Genau dies hat ein kleiner Teil unserer mittelfristig orientierten institutionellen Anleger tatsächlich auch getan. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index hat sich um 7 Punkte auf einen Stand von nunmehr +16 Punkte erhöht. Allerdings zeigen die Verschiebungen zwischen den einzelnen Lagern, dass es sich bei diesem Optimismus nicht zwingend um Überzeugungskäufe handelte, sondern vielfach nur um die Glattstellung früherer Absicherungen gegen Kursverluste - ein kleinerer Teil der befragten Akteure hat sich zunächst einmal lediglich neutral gestellt und einfach nur Gewinne mitgenommen, während weniger als die Hälfte der früheren Bären direkt zu den Optimisten gewechselt ist.

Einfach mitgelaufen

Auch bei den Privatanlegern hat sich der Börse Frankfurt Sentiment-Index verbessert, und das in einer ähnlichen Größenordnung wie bei den institutionellen Pendants. So verbesserte sich der Index um 6 Punkte auf einen Stand von -10 Punkte. Damit bleibt der Abstand zu den institutionellen Investoren immer noch beachtlich, wobei die Stimmung bei den Privatanlegern nun zum vierten Mal hintereinander deutlich schlechter ist. Tatsächlich hat es in dieser Gruppe netto auch keine neuen Optimisten gegeben - das Stimmungsbarometer ist fast ausschließlich wegen Rückkäufen ehemaliger Short- bzw. Absicherungspositionen gestiegen.

Am Ende lässt sich feststellen, dass der Anstieg des DAX gegenüber der Vorwoche höchstwahrscheinlich überwiegend auf heimische Nachfrage zurückzuführen ist. Immerhin ist das Börsenbarometer im Gegensatz zur Erhebung in der vorherigen Woche dieses Mal mit dem Anstieg des Optimismus der Institutionellen bzw. dem Rückgang des Pessimismus der Privatanleger ebenfalls mit nach oben gelaufen.

Zumindest stehen damit den heimischen Käufern wahrscheinlich keine größeren internationalen Abgeber entgegen. Auch ist der Optimismus der institutionellen Akteure weder in der absoluten noch in der relativen Sechsmonatsbetrachtung überbordendend. Allerdings bleibt zu befürchten, dass die Käufer der vergangenen beiden Wochen dem DAX nicht allzu lange treu bleiben werden und sich bei größeren Kursanstiegen als zuletzt bald wieder von ihren Engagements (mit Gewinn) lösen werden. Das ist zwar kein Beinbruch für den DAX, aber eben auch nicht wirklich ermutigend.

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Video-Kommentar von Joachim Goldberg



Börse Frankfurt Sentiment-Index




Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total48%32%20%
ggü. letzter Erhebung+2%-5%+3%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.320 (+170 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +16 Punkte (Stand Vorwoche: +9 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total34%44%22%
ggü. letzter Erhebung+0%-6%+6%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.320 (+170 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -10 Punkte (Stand Vorwoche: -16 Punkte)

4. Juli 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.

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