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09.05.2018 11:46:36
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Kolumne

Marktstimmung: "Zu stark, zu schnell"



Während professionelle Anleger auf der Short-Seite versuchen, einen schnellen Euro zu machen, bleiben private auf der neutralen Nulllinie stehen. Wobei Joachim Goldberg dies auch als Pessimismus wertet, der insgesamt den Markt nach unten stützen und nach oben anschieben würde.
Zusammenfassung



9. Mai 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Während der vergangenen Handelstage ist viel von Risiken gesprochen worden. Das jüngste davon ist ein politisches und betrifft die Aufkündigung des Atomvertrags mit dem Iran seitens der USA. Noch ist völlig unklar, welche Konsequenzen dieser Schritt haben wird, aber viele Akteure scheinen dabei zu erahnen: nichts Gutes. Hinzu kommt gerade hierzulande die Befürchtung, die jüngsten Konjunkturdaten könnten nicht nur eine Wachstumsdelle mit sich bringen, sondern sogar eine Trendwende. Dann natürlich die Situation steigender Zinsen in den USA. Obgleich Vertreter der US-Notenbank erst unlängst noch einmal klarmachten, sie wollten jeden Schritt mit äußerster Transparenz kommunizieren, warten viele Akteure darauf, dass langsam steigende Leitzinsen nicht nur jenseits des Atlantiks, sondern in der Folge auch hierzulande eigentlich auf die Aktienkurse drücken müssten.

Eines der wichtigsten Argumente, gegenüber deutschen Aktien kritisch zu sein, ist jedoch der Stand des DAX, der sich nicht nur, während wir schreiben, unweit der 13.000er Linie befindet, sondern innerhalb von fünf Wochen eine eindrucksvolle Rallye hingelegt hat, die in der Spitze für einen Wertzuwachs von fast 10 Prozent sorgte. "Das war zu stark und zu schnell", mögen sich - neben allen sonstigen drohenden Risiken - einige der mittelfristig orientierten Investoren, die wir allwöchentlich befragen, gesagt haben. Und wer sich in der Vorwoche noch als Bulle geoutet hat, dürfte sich, angesichts des Zuwachses des Börsenbarometers von 1,7 Prozent seit der vergangenen Erhebung, ohnehin über einen ordentlichen Gewinn gefreut haben. Zumindest ist der Börse Frankfurt Sentiment-Index gegenüber der Vorwoche um 25 Punkte eingebrochen, so dass sich nunmehr ein Stand von -17 Punkten ergibt. Dies ist gleichzeitig das schlechteste Stimmungsergebnis im laufenden Jahr. Ein Drittel aller ehemaligen Optimisten begnügte sich mit Gewinnmitnahmen, während sich zwei Drittel sofort auf die Seite der Bären schlugen.

Geradezu ruhig wirken dagegen die Privatanleger, die allerdings bereits vor Wochenfrist nicht wirklich positiv gestimmt waren. Deren Börse Frankfurt Sentiment-Index ist zwar noch einmal um 3 Punkte gefallen, womit der Index auf der neutralen Nulllinie liegt. Aber die eigentliche Verschiebung in Richtung Bärenlager gab es bereits schon am vergangenen Mittwoch.

DAX: Lage ist besser als Stimmung

Die jüngsten Verkäufe haben dem DAX bislang noch nicht wirklich schaden können. Allerdings ist fraglich, ob auf der anderen Seite ausländische Kapitalzuflüsse in Richtung Aktienmärkte der Eurozone tatsächlich stattgefunden haben. Zumindest spricht der auf den ersten Blick schwache Euro der vergangenen drei Wochen nicht für derlei Transaktionen im großen Stil.

Vergleicht man den heutigen Börse Frankfurt Sentiment-Index mit dem von vor zwei Wochen, lässt sich bei den institutionellen Marktteilnehmern zumindest feststellen, dass die Polarisierung zwischen Optimisten und Pessimisten deutlich nachgelassen hat. Was allerdings den Pessimismus angeht, ist dieser bei den institutionellen Marktteilnehmern so hoch wie zuletzt Ende Juni 2017. Bei den privaten Investoren bedeutet die heutige Erhebung absolut gesehen zwar noch eine neutrale Einstellung, aber in der relativen Halbjahresbetrachtung muss man auch in dieser Gruppe von einer bearishen Haltung ausgehen.

Da gerade bei den institutionellen Anlegern nicht nur Angst und Skepsis vorherrscht, sondern eine nicht unbeträchtliche Gruppe von Akteuren mit den erwarteten Korrekturen eine Extra-Rendite einfahren möchte, dürften etwaige Abwärtsreaktionen beim DAX überschaubar bleiben. Zumindest ist auf tieferem Niveau (möglicherweise bei 12.600/12.650 Zählern) somit mit ordentlicher Nachfrage aus Rückkäufen zu rechnen. Ganz zu schweigen davon, dass die heutigen Pessimisten bei einem weiteren Anstieg des Börsenbarometers in Argumentationsnöte, verbunden mit einer veritablen Short-Squeeze, gerieten. Mit anderen Worten: Dem Börsenbarometer geht es gar nicht so schlecht.

Privatanleger bleiben zurückhaltend

Wie auch bereits in den vergangenen Wochen stellen wir bei den Privatanlegern eine Fortsetzung des Stimmungstrends in die andere Richtung fest. In dieser Anlegergruppe ist nämlich der Börse Frankfurt Sentiment-Index um 4 Punkte auf einen Stand von +3 Punkte gefallen. Zumindest vordergründig scheint es, als ob man sich an die Mai-Börsenregel gehalten hätte. Tatsächlich sind aber auch Gewinne aus vormals bullishen Engagements festgeschrieben worden.

Absolut betrachtet ist der Optimismus, der bei den institutionellen Anlegern vor 14 Tagen vorherrschte, zumindest teilweise zurückgekehrt. Das Bullenlager ist gleich hoch wie zu jenem Zeitpunkt, aber die Gruppe der Pessimisten (in der Vorwoche sprachen wir von Angstpositionen) ist immer noch deutlich größer als vor zwei Wochen. Für die relative Betrachtung auf Sicht von sechs Monaten überwiegt also immer noch ein leichter Pessimismus - bei den Privatanlegern ist er sogar recht deutlich ausgeprägt. Mit anderen Worten: Die Ausgangslage für den DAX bleibt grundsätzlich positiv.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.



Video-Kommentar von Joachim Goldberg



Börse Frankfurt Sentiment-Index


Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total29%46%25%
ggü. letzter Erhebung-15%+10%+5%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.920 (+220 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -17 Punkte (Stand Vorwoche: +8 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total38%38%24%
ggü. letzter Erhebung+0%+3%-3%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.920 (+220 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +0 Punkte (Stand Vorwoche: +3 Punkte)

9. Mai 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.

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