Bitte warten...

22.07.2018 13:05:24
A A | Drucken

ROUNDUP: Patienten sollen per Anruf zu Arzt oder Notaufnahme dirigiert werden


BERLIN (dpa-AFX) - Patienten mit akuten Beschwerden sollen sich künftig per Telefon zum richtigen Arzt oder in eine Notaufnahme dirigieren lassen. Damit soll nach dem Willen von Deutschlands Kassenärzten das Problem überfüllter Notaufnahmen behoben werden. Wer nicht als Notfall behandelt werden muss, dem soll über die Bereitschaftsdienstnummer 116117 ein passender Arzt genannt werden, wie der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin sagte. Die Krankenkassen sind skeptisch, ob das den Bedürfnissen der Patienten entspricht.

"Der Großteil der Patienten in den Notfallambulanzen der Krankenhäuser ist dort heute nicht am richtigen Platz", sagte Gassen. "Manchmal scheinen die seit Wochen andauernden Rückenschmerzen plötzlich so stark oder das Fieber so beunruhigend, dass der Patient in die Notaufnahme geht." Die Notaufnahmen müssten aber in der Lage sein, sich schnell um Unfallpatienten, Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu kümmern. "Bagatellerkrankungen gehören da nicht hin." Zuletzt hatten die Regierungsberater des Sachverständigenrats fürs Gesundheitswesen Anfang Juli für eine bessere Steuerung der Patienten plädiert.

Gassen sagte: "Rund 5000 Stellen in den Krankenhäusern und über 3000 Arztsitze sind bereits jetzt nicht besetzt." Wachsender Ärztemangel zwinge zu einem effizienten Einsatz der Ressourcen. Funktionieren soll die Steuerung der Patienten über die 116117 laut Gassen künftig rund um die Uhr - und zwar so:

- Beim Anruf eines Patienten soll medizinisches Fachpersonal zuerst eine Ersteinschätzung auf Basis eines standardisierten Fragenkatalogs geben: Braucht jemand dringend Hilfe? Ist ein Hausbesuch nötig? Sollte der Patient zu einer Bereitschaftspraxis?

- Ein Arzt kann - wenn nötig - am Telefon zugeschaltet werden.

- Wenn der Patient einen Arzt konsultieren sollte, soll eine Praxis in der Nähe vermittelt werden können. "Im Notfall wird eine Notaufnahme genannt oder auch direkt ein Krankenwagen zu ihm geschickt", sagte Gassen.

Noch ist es nicht soweit. Zunächst will die KBV die bundesweite Nummer 116117 durch eine kommendes Jahr startende Kampagne bekannter machen. 2017 kannte laut einer Umfrage nicht einmal jeder Zehnte die seit 2012 neben regionalen Nummern existierende Hotline. "Wir sind dabei, das Angebot hinter dieser Nummer auszubauen", erläuterte Gassen. Um die nötige IT-Technik hätten sich die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen bereits gekümmert.

Nicht einfach sei es, genug Personal für die Zentren zu finden, die die Anrufe entgegennehmen, meinte Deutschlands oberster Kassenarzt. Seien es zum Beispiel aber einmal zu viele Ratsuchende der Region Nordrhein für das zuständige Zentrum in Duisburg, könnten Anrufe auch von anderen Zentren bearbeitet werden. Patienten sollen auch per App oder übers Internet beraten werden können.

Zuletzt hatte Gassen für Empörung gesorgt - er brachte eine Gebühr als Sanktion ins Spiel, falls Patienten dann trotzdem einfach in die Notaufnahme gehen. Die Krankenhausgesellschaft DKG betonte, mit elf Millionen Fällen finde das Gros der ambulanten Notfallversorgung im Krankenhaus statt. "Das liegt vor allem daran, weil das Angebot im niedergelassenen Bereich nicht ausreichend ist", schimpfte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum.

Auch die Arbeiterwohlfahrt sieht die Kassenärzte gefordert: Zur Entlastung der Notaufnahmen würden bessere Öffnungszeiten ihrer Praxen helfen, sagte AWO-Vorstandsmitglied Brigitte Döcker. Mit einem "Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung" will nun Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Ärzte zum Handeln zwingen.

Gassen versicherte zum Thema Strafgebühr: "Das wird aber nicht Teil unseres Startkonzepts sein." Um die 116117 rund um die Uhr schalten zu können, sieht er noch den Gesetzgeber gefordert. "So darf der ärztliche Bereitschaftsdienst heute gar nicht während der normalen Praxisöffnungszeiten betrieben werden." Patienten verspricht er durch das neue System die Verminderung von Unsicherheiten und Wartezeiten. "Wir streben an, das System bereits im nächsten Jahr ans Laufen zu bekommen, die komplette Umsetzung wird zwei bis drei Jahre dauern."

Bereits heute gibt es Ersteinschätzungen, wie sie über die 116117 üblich werden sollen - in hunderten Portalpraxen von Kliniken und Kassenärzten. Für den Ärzteverband Marburger Bund, der das neue Notfallkonzept miterarbeitete, sind bundesweite Standards zentral, wie Verbandschef Rudolf Henke sagte: "Jeder, der dringend eine Krankenhausbehandlung benötigt, muss zuverlässig erkannt werden."

Der Spitzenverband der Krankenkassen ist zwar nicht gegen den Telefon-Service. Der Sprecher des GKV-Spitzenverbands, Florian Lanz, sagte aber, die Versorgungssituation lasse sich nicht per Telefon ändern, "sondern durch ein geändertes Leistungsangebot, welches den Bedürfnissen der Patienten entspricht". Dazu gehörten mehr Sprechstunden, eine bessere Erreichbarkeit am Abend und am Samstag sowie die Stärkung der Terminservicestellen. Bereits heute erhielten Ärzte für jeden Patienten, der am Samstag in ihre Sprechstunde kommt, rund elf Euro zusätzlich./abc/DP/zb

Anmeldung notwendig

Benutzername oder E-Mail:
Passwort:

Um diese Funktionalität nutzen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Falls Sie noch kein Benutzerkonto bei boerse-frankfurt.de besitzen, können Sie sich hier kostenlos registrieren.

Eintrag hinzufügen

pagehit

Die nachfolgenden Hinweise und Informationen wurden von der VOLTABOX AG (die  “Emittentin”) für die Zwecke der Veröffentlichung des Wertpapierprospekts der Emittentin erstellt. Die Deutsche Börse AG übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der von der Emittentin zur Verfügung gestellten Hinweise und Informationen.

 

Wichtiger Hinweis



Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen sind ausschließlich für Personen bestimmt, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland („Deutschland“) oder im Großherzogtum Luxemburg („Luxemburg“) haben. Die nachfolgenden Informationen stellen weder ein Angebot zum Verkauf noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder zur Zeichnung von Wertpapieren dar. Ein öffentliches Angebot von Wertpapieren der Emittentin außerhalb Deutschlands und Luxemburgs findet nicht statt und ist auch nicht geplant. Das Angebot in Deutschland und Luxemburg erfolgt ausschließlich auf der Grundlage des von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gebilligten und auf der Website der Emittentin veröffentlichten Wertpapierprospekts (einschließlich etwaiger Nachträge dazu). Eine Anlageentscheidung hinsichtlich der öffentlich angebotenen Wertpapiere der Emittentin sollte nur auf Grundlage des Wertpapierprospekts erfolgen. Der Wertpapierprospekt ist bei der Emittentin (Artegastraße 1, 33129 Delbrück, Deutschland; Tel.: +49 (0)5250 9930-900; Fax: +49 (0)5250 9762-102) und auf der Website der Emittentin (www.voltabox.ag) kostenfrei erhältlich.

Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen stellen kein Angebot zum Verkauf oder eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf für Wertpapiere in den Vereinigten Staaten von Amerika („Vereinigte Staaten“), Kanada, Australien oder Japan dar. Die Aktien der Emittentin sowie die Wertpapiere, die Gegenstand des Angebots sind, sind und werden nicht gemäß dem U.S. Securities Act von 1933 in der derzeit gültigen Fassung (der „Securities Act“) oder bei der Wertpapieraufsichtsbehörde eines US-Bundesstaates oder einer anderen Rechtsordnung der Vereinigten Staaten registriert und dürfen in den Vereinigten Staaten nur aufgrund einer Ausnahmeregelung von der Registrierungspflicht gemäß dem Securities Act oder anwendbarer Wertpapierrechte von US-Bundesstaaten oder in einer Transaktion verkauft oder zum Kauf angeboten oder geliefert werden, die diesen Bestimmungen nicht unterfällt. Die Emittentin beabsichtigt nicht, das Angebot oder einen Teil davon in den USA zu registrieren oder ein öffentliches Angebot von Wertpapieren in den USA, Kanada, Australien oder Japan durchzuführen.

Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen sind nicht zur Weitergabe an Personen in bzw. innerhalb der USA, Kanada, Australien oder Japan oder anderen Ländern vorgesehen, in denen kein öffentliches Angebot stattfindet. Jede Verletzung dieser Beschränkung kann einen Verstoß gegen wertpapierrechtliche Bestimmungen dieser Länder begründen. Das Kopieren, Weiterleiten oder sonstige Übermitteln der auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen ist nicht gestattet.

Durch Drücken des „Ich stimme zu“-Buttons versichern Sie, dass Sie (i) diesen Hinweis und die darin enthaltenen Beschränkungen vollständig gelesen und akzeptiert haben, (ii) sich Ihr Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland oder Luxemburg befindet, und (iii) dass Sie die auf diesen Internetseiten enthaltenen Informationen nicht an Personen übermitteln oder weiterleiten, deren Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt sich nicht in Deutschland oder Luxemburg befindet.


Wir bedauern, dass wir Ihnen aufgrund gesetzlicher Beschränkungen keinen Zugang zu den nachfolgenden Internetseiten gewähren können.