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28.12.2017 14:03:06
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Börse Frankfurt News

Rekordstände 2017: Das Jahr der Aktien



2017 war für viele Aktienbarometer ein Ausnahmejahr. Für 2018 rechnen die meisten Analysten ebenfalls mit steigenden Kursen. Ganz so üppig werden die Gewinne wohl nicht ausfallen.
28. Dezember 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Für viele Aktienanleger neigt sich ein insgesamt einträgliches Jahr so langsam dem Ende zu. Bei einem Stand von 13.055 Punkten verbucht etwa der deutsche Bluechip-Index bislang ein Plus von 13,7 Prozent. Nach anfänglicher Skepsis zu Beginn des Jahres sorgte eine an Fahrt aufnehmende Weltwirtschaft und eine boomende heimische Konjunktur für zunehmenden Optimismus. Bedenken etwa über ausufernde Staatsverschuldungen, politischen Druck nach rechts in westlichen Ländern, geopolitische Unwägbarkeiten sowie ungelöste strukturelle Probleme innerhalb der Europäischen Union rückten derweil zunehmend in den Hintergrund.

Technologiewerte trumpfen auf

Sehr stark entwickelten sich Deutschlands Aktien aus der zweiten und dritten Reihe. Der MDAX mit seinen 50 mittelständischen Unternehmen kletterte um rund 18 Prozent nach oben. Fast 25 Prozent machte der ebenfalls 50 Werte umfassende SDAX gut. Aktuell notiert der Index um 11.884 Zähler. Mit einem Sprung von 1.811 auf 2.531 Punkten schaffte der aus 30 Technologieaktien bestehende TecDAX den stärksten Anstieg seit Jahresbeginn. Das entspricht einem Gewinn von immerhin fast 40 Prozent.

Viel Sonne, wenig Schatten

Zu den größten Profiteuren im TecDAX mit dreistelligen Zuwächsen gehören Unternehmen wie Aixtron, Siltronic und Wirecard. Die Aktie von Aixtron, einem führenden Hersteller von Depositionsanlagen für die Halbleiterindustrie, kostet aktuell 11,57 Euro und hat sich damit in etwa verdreifacht. Die Werte von Siliziumwafer-Hersteller Siltronic und Software- und IT-Spezialist Wirecard sind rund 180 und 130 Prozent teurer als Anfang Januar. Doch nicht alle profitierten. Zu den Verlierern im Index gehören Nordex und Dialog Semiconductor. Die Aktien gaben im Jahresverlauf etwa 56 und 35 Prozent nach.



US-Bluechips ziehen davon

Auf immer neue Rekorde brachten es die wichtigsten US-Indizes. Der Dow Jones Industrial stieg seit Anfang Januar von 19.762 auf 24.814 Punkte. Das entspricht einem Gewinn von über 25 Prozent. Gleichzeitig machte der technologielastige Nasdaq rund 32 Prozent gut. Als Unterstützung erwies sich nach Ansicht von Analysten die Diskussion über eine weitreichende Steuerreform mit deutlich geringeren Belastungen für Unternehmen, die nach zähem Ringen kurz vor Weihnachten abgesegnet wurde.

Stützpfeiler Geldpolitik

Neben der guten konjunkturellen Entwicklung trägt die nach wie vor lockere Geldpolitik insbesondere in Europa ihre Früchte an den Aktienbörsen. Während die Federal Reserve in 2017 dreimal an der Zinsschraube gedreht und damit die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen nachhaltig über die Marke von 2 Prozent gedrückt hat, bleibt die Europäische Zentralbank bis auf weiteres bei ihrer Nullzins-Politik. "Mit negativen Renditen für kurzlaufende deutsche Bundesanleihen ist der Einflussfaktor "Anlagenotstand" vor allem in Europa noch immer von hoher Relevanz zur Erklärung der Entwicklungen an den Aktienmärkten", stellt die NordLB im Rahmen ihres Ausblicks fest. Anleger seien angesichts der sehr expansiven EZB-Geldpolitik weiterhin regelrecht zu Aktienkäufen getrieben worden.

Fahrwasser wird ruhiger
 

Analysten sind sich weitgehend einig: 2018 dürften die Aktienkurse nicht ganz so üppig steigen wie in diesem Jahr. Dennoch werden der US-Wirtschaft nach Ansicht von Robert Halver neben einer grundsätzlich konjunkturfreundlich bleibenden US-Notenbank die anstehenden Steuersenkungen zugutekommen. "Bereits die bis 2025 begrenzten steuerlichen Entlastungen der privaten Haushalte von einer Billion US-Dollar stabilisieren die Binnenkonjunktur." Vor allem würden die Vereinigten Staaten von der Senkung der Unternehmenssteuern von 35 auf 21 Prozent profitieren. Im Vergleich zu anderen großen Industrieländern lägen diese fast auf dem niedrigsten Niveau.

HalverHalver
 

Mit Blick auf Europa sieht Halver die Gefahr, relative Wachstumsraten mit einer absolut starken Wirtschaftssubstanz zu verwechseln. "In chronischer Ermangelung einer ernsthaft betriebenen Reformpolitik - die erst zu selbsttragendem Wachstum führt - sollte die Nachhaltigkeit der Konjunkturrobustheit nicht überschätzt werden."

DAX-Unternehmen schütten kräftig aus

Hierzulande stehe wieder ein sehr guter Dividendenjahrgang bevor. 24 der 30 DAX-Unternehmen würden aller Voraussicht nach ihre Ausschüttungen für das Geschäftsjahr 2017 anheben. "Damit wird 2018 im DAX mit schätzungsweise rund 34 Milliarden Euro die höchste jemals gezahlte Dividendensumme ausgezahlt." Aktuell warte der DAX mit etwa 2,8 und der der Euro Stoxx 50 mit 3,3 Prozent Dividendenrendite auf. Halver sieht Ausschüttungen nicht nur als ordentliche Ersatzbefriedigung zu Zinspapieren. Anleger erwirtschafteten sich damit auch ein ordentliches Risikopolster gegen Kursverluste. "Nicht zuletzt lässt sich mit Dividenden ein alternativer Zinseszinseffekt über ihre Wiederanlage darstellen."

Von: Iris Merker
28. Dezember 2017, © Deutsche Börse AG

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