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29.02.2016 09:21:44
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Börse Frankfurt News

Wochenausblick: Geduld ist gefragt



Die Verluste im DAX seit Jahresanfang liegen immer noch bei über 11 Prozent. Auf eine schnelle Erholung dürften Anleger Analysten zufolge nicht hoffen.
29. Februar 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Trotz zuletzt zaghafter Erholungstendenzen: Die stürmischen Zeiten an den Aktienmärkten sind nach Ansicht der meisten Analysten noch nicht vorüber. Allerdings sehen viele den DAX längerfristig wieder im Aufwind. "Nach unserer Einschätzung wird die hektische, von deutlichen Kursschwankungen gekennzeichnete Marktphase noch geraume Zeit andauern", erklärt etwa Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank.

Ausgehend von einer moderaten Erholung der Ölpreise könne aber spätestens im Sommer eine Marktberuhigung eingeläutet werden. "Dann werden die Anleger realisieren, dass ein niedriger Ölpreis nicht zwangsläufig Vorbote einer konjunkturellen Schwächephase ist." Dazu komme die erwartete moderate konjunkturelle Belebung. Ein Sprung des DAX über die 10.000er-Marke werde dann Startschuss für weiter steigende Kurse sein. Auf Jahressicht erwarten die Analysten DAX, Euro Stoxx 50, S&P 500 und japanischen Topix deutlich über den aktuellen Niveaus, für den DAX werden 11.900 bis 12.100 Punkte prognostiziert.

Tiefs schon gesehen

Auch die Helaba zeigt sich über den Tag hinaus optimistisch. Zwar hätten wichtige Frühindikatoren wie ZEW- oder ifo-Index zuletzt sichtbar nachgegeben und deuteten auf eine konjunkturelle Verlangsamung hin, mit den markanten Kursrückgängen der vergangenen Monate hätten Aktien allerdings bereits eine spürbare Abschwächung des Wirtschaftswachstums vorweggenommen. "In den Zyklen seit 1965 erreichten deutsche Standardwerte im Durchschnitt drei Monate vor dem Tief bei den ifo-Geschäftserwartungen ihren Boden", erklärt Helaba-Analyst Stefan Mitropoulos.

Sollte sich die von der Helaba erwartete "Wellblechkonjunktur" der vergangenen Jahre fortsetzen und die Konjunkturindikatoren in den kommenden Monaten wieder nach oben drehen, hätten Aktien das Schlimmste bereits hinter sich. "Auch angesichts der inzwischen moderaten Bewertung ist auf Sicht der kommenden zwölf Monate das Chance-Risiko-Verhältnis recht attraktiv."

Nach einem kleinen Plus auf 9.513 Punkte in der Vorwoche, getrieben vom höheren Ölpreis und Hoffnungen auf Konjunkturmaßnahmen vor allem in China, notiert der DAX am Montagmorgen allerdings bei 9.363 Punkten rund 1,6 Prozent im Minus. Die US-Märkte hatten den Freitag mit einem Minus beendet, an den asiatischen Aktienmärkten überwogen zum Wochenauftakt ebenfalls die Verluste. Anleger zeigten sich vom G20-Treffen in Shanghai enttäuscht, erwartet worden waren konkretere Maßnahmen zur Ankurbelung der schwachen Weltkonjunktur.

Es bleibt wacklig
 

Charttechniker Dirk Opermann von der DZ Bank spricht von einer "hoch volatilen Stabilisierung" am Aktienmarkt. Mit der freundlichen Kursentwicklung am Freitag sei zumindest das Trading-Tief vom 11. Februar bei 8.700 Punkten unterstützt worden. Mit Blick auf den Abschluss einer potenziellen Flaggenkonsolidierung bestätige sich zugleich auch das Konstrukt einer laufenden "ABC"-Erholung. "Hierdurch ergibt sich die Chance, dass die Bärenmarktrallye recht zügig ihr Gesamtziel von 9.900 Punkten erreicht."

"Der Bruch des Kreuzwiderstands hat nicht genügend Dynamik freigesetzt, um an die übergeordnete Abwärtstrendlinie heranzulaufen", erklärt Christoph Geyer von der Commerzbank. In der vergangenen Woche habe der DAX zwischenzeitlich sogar die zurückeroberte Unterstützungslinie nicht verteidigt. Diese sei zum Wochenschluss zwar wieder überschritten worden, überzeugt habe der Ausbruch aber nicht. "Somit wird der Wochenauftakt besonders in den Fokus der Anleger rücken. Sollte das Tief vom Freitag unterschritten werden, würde sich die technische Lage kurzfristig wieder eintrüben." Problematisch sei weiterhin die fehlende Marktbreite in Form niedriger Umsätze.

Unterdessen geht die Berichtssaison weiter, in dieser Woche legen vor allem Unternehmen aus der zweiten Reihe ihre Bücher offen. Aus dem DAX berichtet der Immobilienkonzern Vonovia. Adidas und Continental hatten bereits Eckdaten veröffentlicht, mit Überraschungen wird hier daher nicht mehr gerechnet.

Christoph GeyerGeyer
 

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 29. Februar

11.00 Uhr. Eurozone: Verbraucherpreise Februar. Nach Einschätzung der DekaBank ist die Inflation im Februar wieder knapp unter null gefallen, konkret erwartet wird ein Minus von 0,1 Prozent. Wichtigste Ursachen hierfür seien die erneut gesunkenen Preise für Benzin, Diesel und Heizöl, doch auch abgesehen davon sei der Preisauftrieb wohl eher gering gewesen. Die Analysten rechnen mit einem Rückgang der Kerninflation auf 0,9 Prozent.

Dienstag, 1. März

Internet World (bis 2. März): E-Commerce-Messe in München.

16.00 Uhr. USA: ISM-Index Verarbeitendes Gewerbe Februar. Die Commerzbank geht davon aus, dass die Einkaufsmanagerindizes, wie die US-Arbeitsmarktzahlen, auf eine robuste, wenn auch unspektakuläre US-Konjunktur hinweisen werden. Nach zuletzt 48,2 Punkten erwarten die Analysten einen leichten Anstieg auf 48,5 (Konsens 48,5).

Donnerstag, 3. März

Arbeitskreis Aktienindizes: Der Arbeitskreis trifft sich an jedem dritten Handelstag im letzten Monat des Quartals, um über die Zusammensetzung von DAX, MDAX, SDAX und TecDAX zu beraten. Am Markt wird damit gerechnet, dass ProSiebenSat.1 in den DAX aufsteigen und K+S den Index verlassen wird. Als Aufstiegskandidaten für den MDAX gelten Steinhoff, Schaeffler und Alstria Office, als Abstiegskandidaten Klöckner & Co, Salzgitter und ElringKlinger.

Freitag, 4. Februar

14.30 Uhr. USA: Arbeitslosenzahlen Februar. Die DekaBank geht von einer Abschwächung der Beschäftigungsdynamik im Februar aus und verweist auf die schon vorliegenden Frühindikatoren. Der Blick auf die Arbeitslosenquote zeige aber, dass am US-Arbeitsmarkt Vollbeschäftigung herrsche und sich das Arbeitsmarktangebot verknappt habe. Hohe Beschäftigungszuwächse wie 2014 und 2015 seien daher in diesem Jahr nur noch vereinzelt zu erwarten. Die Analysten rechnen mit einer Arbeitslosenquote von 4,8 Prozent.

Samstag, 5. März

Börsentag München: Messe mit Vorträgen von 9.30 bis 17.30 Uhr.

von: Anna-Maria Borse
© 29. Februar 2016 - Deutsche Börse AG

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