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12.03.2018 09:12:44
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Börse Frankfurt News

Wochenausblick: Schwung dank guter US-Vorgaben



US-Arbeitsmarktdaten, die eine schnellere Zinserhöhung durch die Fed unwahrscheinlicher machen, heben die Laune an den Märkten.
12. März 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Zinserwartungen geben weiter den Takt vor: Nachdem die Angst vor höheren Zinsen den weltweiten Aktienmärkten im Februar heftig zugesetzt hatte, ist jetzt wieder Erholung angesagt: Zuletzt gaben die US-Arbeitsmarktzahlen vom Februar einen Schub: Die Beschäftigung legte überraschend stark zu, die Lohnentwicklung blieb aber hinter den Erwartungen zurück. Für den Markt heißt das: Die Notwendigkeit noch schnellerer Leitzinserhöhungen wird geringer.

Gut an kam auch das geplante Treffen von Donald Trump mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. Belastend für den deutschen Aktienmarkt sind allerdings die angekündigten US-Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte und die Zollandrohungen für deutsche Autos. Der Dow Jones legte am Freitag nochmals deutlich zu, auf Wochensicht kam der Index auf ein Plus von 3,25 Prozent. Auch der DAX setzte vergangene Woche seinen Erholungskurs fort, am Freitag ging der Index mit 12.346,68 Punkten aus dem Handel, am Montagmorgen sind es 12.444,12 Punkte.

Bewertung wieder attraktiver

Nach Einschätzung Andreas Hürkamps von der Commerzbank wird es der DAX in den kommenden Wochen schaffen, im Bereich von 11.800 bis 12.000 Punkten einen Boden zu bilden. "Das weiterhin weltweit starke Geldmengenwachstum, die attraktive DAX-KGV-Bewertung von 12 und das mittlerweile wieder pessimistische Anlegersentiment bieten dem DAX drei Schutzschilder inmitten der Sorgen um den Welthandel." So sei das KGV wieder von 14 auf 12 gefallen, die erwartete DAX-Dividendenrendite habe sich von 2,8 auf 3,4 Prozent verbessert. "Sie liegt damit wieder mehr als 200 Basispunkte über der Rendite von BBB-Unternehmensanleihen im Euroraum."



 

Die Helaba zeigt sich skeptischer: "Auch wenn abzuwarten bleibt, ob es tatsächlich zu einem Handelskrieg kommt - eines ist jetzt schon sicher: Es wird unruhiger an den Märkten", erklärt Markus Reinwand. Und die Erfahrung aus vergangenen Korrekturphasen lehre, dass es meist Monate dauere, bis die Notierungen wieder ihre alten Niveaus erreicht hätten.

Markus ReinwandReinwand
 

Stabil nach oben

 

Armin Kremser von der DZ Bank sieht den DAX weiterhin recht stabil auf seinem Erholungspfad. "Das hat auch der Freitag mit einem neuen Hoch in der laufenden Gegenbewegung wieder unter Beweis gestellt", erklärt der technische Analyst. Charttechnisch lasse sich das Potenzial der Gegenbewegung nach wie vor auf den Bereich um 12.800 Punkte beziffern, eine ehemalige Unterstützungszone, die nun starken Widerstand bedeute.

Armin KremserKremser
 

Kurs auf 12.500 Punkte

Die Société Générale weist darauf hin, dass sich der DAX nach dem deutlichen Rücksetzer zuletzt ausgesprochen stabil gezeigt und das Tief bei 11.831 Punkten bereits deutlich hinter sich gelassen hat. "Hält die Aufwärtstendenz an, könnte der Index - einen erfolgreichen Ausbruch über die hartnäckige 12.500er-Barriere vorausgesetzt - den nächsten Angriff auf die 12.600er-Schlüsselstelle starten." Mit einem Schlusskurs oberhalb dieser Zone habe der DAX anschließend beste Chancen auf einen schnellen Sprint bis an die 200-Tage-Linie bei aktuell 12.720 Punkten.

"Im Schnitt legt der deutsche Leitindex in den Monaten März und April rund 3,7 Prozent zu, wobei allein auf den April rund 2,5 Prozent entfallen", stellt die Bank außerdem fest. Die Unterseite dürfe allerdings noch nicht ganz aus den Augen verloren werden. "Insbesondere bei einem Rutsch unter die 12.000er-Marke könnte es erneut ungemütlich werden, denn dann droht ein neuerlicher Test der März-Korrekturtiefs bei 11.878 bzw. 11.831 Punkten."

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Dienstag, 13. März

13.30 Uhr. USA: US-Verbraucherpreise Februar. Die DekaBank geht davon aus, dass die Verbraucherpreise um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind, ausschlaggebend seien die Energiepreise. Ohne Lebensmittel- und Energiepreise erwarten die Analysten 1,9 Prozent. Insbesondere im Bereich der Mieten, und zwar speziell im Bereich Hotelübernachtungen, deute sich ein stärkerer Preisanstieg an.

Mittwoch, 14. März

13.30 Uhr. USA: Einzelhandelsumsatz Februar. Die Commerzbank erwartet bei den Einzelhandelsumsätzen ein kräftiges Plus von 0,5 Prozent, der Konsens 0,3 Prozent, gegenüber dem Januar. Dies sei umso beachtlicher, als die Benzinpreise nach Saisonbereinigung leicht gefallen seien. Die Analysten rechnen mit einem kräftigen Anstieg bei den Umsätzen der Restaurants und beim Verkauf von Baumaterial.

Freitag, 16. März

15.00 Uhr. USA: Verbrauchervertrauen der Uni Michigan März. Nachdem der Index im Februar mit 99,7 Punkten seinen zweithöchsten Stand seit vierzehn Jahren erreicht hatte, rechnet die Postbank für den März mit einem leichten Rückgang auf 98,5 Punkte. Der Index werde damit aber weiterhin auf eine rege Konsumkonjunktur hindeuten, heißt es.

Von: Anna-Maria Borse
12. März 2018, © Deutsche Börse AG

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