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11.08.2017 13:51:14
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Börse Frankfurt News

Anleihen: Ausgang ungewiss



Mit dem verschärften politischen Tönen zwischen den Vereinigten Staaten und Nordkorea rückt das Sicherheitsbedürfnis bei Anlegern in den Vordergrund und beflügelt die Nachfrage nach Bonds bonitätsstarker Länder.
11. August 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Verunsicherung hinsichtlich der möglichen Folgen des verbalen Schlagabtauschs zwischen Donald Trump und Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un ist das vorherrschende Thema im Bond-Handel. "Das Sicherheitsbedürfnis hat zugenommen ", beschreibt Arthur Brunner von der ICF Bank mit Blick auf den Anstieg beim Euro-Bund-Future. Die höhere Nachfrage nach zehnjährigen Bundesanleihen habe ihre Rendite auf 0,39 Prozent gedrückt. "Besser schnitten in Europa lediglich Schweizer Staatsanleihen und britische Gilts ab."

Von technischer Seite steht nach Auffassung von Viola Julien von der HSBC einer Fortsetzung der seit Anfang Juli stattfinden Erholungsbewegung beim hiesigen Rentenbarometer wenig entgegen, zumal auch die Indikatoren weiterhin Kaufsignale lieferten. Einzig der auf niedrigem Niveau seitwärts laufende ADX weise auf eine geringe Trendstärke hin. "Entscheidend ist nun, einen Rückfall unter 163,48 Prozent zu vermeiden." Am Mittag notiert der Euro-Bund-Future bei 164,58 Prozent.

Chinas Engagement auschlaggebend

Robert Halver geht davon aus, dass es nicht zu einer militärischen Eskalation kommen wird, da beide Seiten sich der fatalen Konsequenzen bewusst seien. Würde Kim Jong-un scharf schießen, wäre dies gleichzeitig sein persönliches Ende. Und ein politischer Selbstmörder ist der nordkoreanische Diktator nicht, wie der Baader Bank-Analyst feststellt. Allerdings sei, auch wenn es schwerfalle, eine sorgsamere Wortwahl vonseiten Trumps dringend erforderlich. Eine verbale Abrüstung würde dem nordkoreanischen Machthaber ermöglichen, sein Gesicht zu wahren. "Wie man das macht, zeigt im Moment Außenminister Tillerson."
 

Eine diplomatische Lösung für den Konflikt liege auch in Pekings Hand. Ein erster wichtiger Schritt wäre die Wiederaufnahme der Gespräche zwischen Nordkorea sowie Südkorea, China, Russland, Japan und den Vereinigten Staaten. China habe aufgrund seiner geostrategischen Lage am meisten zu verlieren. "Ein Zusammenbruch des nordkoreanischen Regimes mit nachfolgender asiatischer Flüchtlingskrise könnte den sozialen Frieden im Reich der Mitte bedrohen", begründet Halver. Zudem sei Nordkorea ein wichtiger strategischer Puffer. Solange Nordkorea existiere, stünden bislang in Südkorea stationierte US-Soldaten nicht direkt an der chinesischen Grenze.

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Lage unübersichtlich
 

Einfache Antworten auf die Frage, wie es weitergehen wird, gibt es nach Auffassung von Folker Hellmeyer nicht. Eine mögliche Positionierung Chinas im Konflikt beschreibe die staatliche Zeitung Global Times. Demnach würde sich das Land im Fall eines nordkoreanischen Angriffs neutral verhalten. Einen Erstangriff vonseiten der USA und Südkoreas zwecks Regierungsumsturz in Nordkorea würde Peking vermutlich versuchen zu verhindern. Das Risiko einer weiteren Eskalation samt militärischer Aktion beziffern die Finanzmärkte laut dem Analysten der Bremer Landesbank derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 30 Prozent.

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Hybridanleihen spüren politischen Druck

Im Handel mit Corporate Bonds registriert Brunner stärkeren Druck auf Hybridanleihen, die der Händler auf die unsichere geopolitische Lage zurückführt. Beispielhaft trennten sich Anleger von ihren mit jährlich 6,375 Prozent Zinsen ausgestatteten Anleihen der französischen Groupama-Versicherungsgruppe (WKN A1ZJ3Z). Im Wochenverlauf verlor der Wert von knapp 118 auf gut 115 Prozent.

Venezuela-Bonds im Fokus

Bei den Kunden der Oddo Seydler Bank stünden weiterhin Papiere des wirtschaftlich und politisch krisengeschüttelten Venezuelas hoch im Kurs. "Alle Laufzeiten sind betroffen und werden auf beiden Seiten rege gehandelt", beschreibt Rainer Petz die aktuelle Situation und nennt stellvertretend einen im September 2027 fälligen, mit jährlich 9,25 Prozent verzinsten Wert (WKN 195081).

Golden Gate Anleihe gefragt

Die rege Nachfrage nach einer seit Oktober 2014 fälligen Golden Gate-Anleihe (WKN A1KQXX) führt Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank auf Berichte über eine für Bond-Anleger womöglich glimpflich verlaufende Insolvenz der Immobilienfirma zurück. "Die Anleihe kletterte seit Wochenbeginn von 47 Prozent auf aktuell 55,55 Prozent, in der Spitze lag der Kurs bei 61 Prozent."

Nach Veräußerung sämtlicher Anteile der Golden Gate Leipzig GmbH würden voraussichtlich 70 Prozent des Kaufpreises an die Anleihegläubiger ausgeschüttet. Aus dem Verkauf der Immobilie in Amberg erhielten Besitzer der Anleihe in diesem Sommer eine Quote von 21 Prozent und Anfang kommenden Jahres noch einmal mindestens denselben Betrag. Der Rest werde im darauffolgenden Sommer verteilt.

von: Iris Merker
11. August 2017, © Deutsche Börse AG
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