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13.07.2017 09:20:24
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Kolumne

Grüner Fisher: "Überdurchschnittliche KGVs - na und?"



Grüner erläutert, warum sich Anleger nicht von den Warnungen vor zu teuren Aktien bei ihren Investmententscheidungen irritieren lassen sollten, die Märkte seien noch deutlich von "drastischen Übertreibungen" entfernt.
13. Juli 2017. FRANKFURT (Grüner Fischer). Die Angst, dass Aktienmärkte zu teuer sind, treibt kritische Anleger schon seit Jahren um. Sie fühlen sich in dieser Haltung immer wieder aufs Neue bestärkt, wenn sich Marktexperten oder Notenbankpolitiker kritisch über das Bewertungsniveau äußern. Aber was sagen überdurchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnisse, kurz KGVs, letztendlich aus? Geben sie den Märkten tatsächlich eine Richtung vor?

Märkte unbeeindruckt

Das geschätzte KGV für die nächsten zwölf Monate bewegt sich im marktbreiten S&P 500 bei 17,6 - oberhalb seines Durchschnitts von 15,4 nach dem Jahr 2000. Keine spektakuläre Entwicklung, dennoch genügt den Kritikern die Bezeichnung "überdurchschnittlich", um Warnsignale auszusenden. Allerdings üben Durchschnittswerte keine magnetische Wirkung auf die Märkte aus. Diese sind niemals gezwungen, auf ein bestimmtes Level zurückzukehren.

Bereits im Februar 2015 wurde ein KGV über 17 erreicht, dieselben warnenden Stimmen wie heute waren zu hören. Dennoch sind die US-Märkte seither um weitere 20 Prozent angestiegen. Auch umgekehrt funktioniert der "Indikator" nicht: In 2011 verlor der MSCI World 22,8 Prozent, das KGV sank von 12,0 auf 9,7. Im Jahr 2012 verlor der MSCI World zwischenzeitlich 13,2 Prozent und das KGV bewegte sich von 12,3 auf 10,6. Dabei war das Bewertungsniveau im Vorfeld dieser Korrekturen nicht gerade angsteinflößend, oder?



Wann wird es wirklich gefährlich?

Wir befinden uns seit über acht Jahren im laufenden Bullenmarkt, über hohe KGVs beschwert man sich schon seit Jahren. In dieser Diskussion hatten die Märkte immer schon alle Zeit der Welt, diese Ängste sukzessive einzupreisen. Im Grunde liegt eine bullenmarkttypische KGV-Expansion vor. Keine drastische Überbewertung, keine KGV-Explosion wie im klassischen Beispiel der Jahre 1999 und 2000, als Anleger in Tech-Euphorie verfielen. Dass die Bewertungssteigerung bisher so moderat abgelaufen ist, liegt sicherlich an der Stärke der Unternehmen. Auf breiter Ebene haben nachhaltige Gewinnsteigerungen stets eine gesunde Substanz für Kursanstiege im laufenden Bullenmarkt geschaffen.

Ein steigendes KGV ist erst dann gefährlich, wenn sich die Mehrheit der Marktteilnehmer gar nicht mehr um diese Kennzahl kümmert und die wenigen Zweifler belächelt werden. In diesem Umfeld ist es möglich, dass sich die Marktstimmung von der Realität zunehmend entkoppelt - ein zuverlässiger Indikator dafür, dass die Tage des Bullenmarkts tatsächlich gezählt sind. Heute lässt sich dagegen festhalten: Der graduelle und kontrollierte Anstieg der Bewertungen zeugt von einem sich verbessernden Sentiment, wobei Marktteilnehmer immer noch weit von einem "irrationalen Überschwang" entfernt sind. Erinnern Sie sich an 1996? Der damalige Fed-Chef Alan Greenspan benutzte exakt diese Wortwahl, um vor einer Überbewertung am Aktienmarkt zu warnen. Kein guter Ratschlag für damalige Investoren: Bis zur endgültigen Ausprägung einer Blase vergingen mehr als drei Jahre, die US-Aktienmärkte konnten sich in dieser Zeit nochmals verdoppeln.

Fazit

Sorgen Sie sich nicht um überdurchschnittliche KGVs, sie sind mehr Stimmungsbarometer als Prognose-Instrument. Solange qualitativ hochwertige Unternehmen weiterhin auf breiter Ebene fähig sind, die wirtschaftliche Expansionsphase durch Gewinnsteigerungen zu stützen, wird der Bullenmarkt nicht an Substanz verlieren. Behalten Sie auch stets die relative Attraktivität einer Anlageklasse im Hinterkopf. Wer eine echte Übertreibung sehen will, dem sei weiterhin ein Blick auf die Anleihe-KGVs empfohlen.

Die Kapitalmarktprognose für 2017 von Grüner Fisher Investments können Sie unter www.gruener-fisher.de kostenlos anfordern.

13. Juli 2017, © Grüner Fisher

Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Chief Investment Officer von der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

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