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Kolumne

Baader Bank Investmentthema: "Mit Indexvarianten Portfolien intelligent optimieren"



Smart-Beta-Strategien erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Neue Konstruktionen wollen bessere Chance-Risiko-Profile als klassische Indizes erzielen. Eine kleine Produktauswahl zeigt überdurchschnittliche Renditen.

15. Dezember 2015. MÜNCHEN (Baader Bank). Die Krisen an den Finanzmärkten seit Ende der Neunzigerjahre haben den Wunsch nach besseren Indexkonzepten als eine reine Gewichtung nach Marktkapitalisierung steigen lassen. In den zurückliegenden Jahren sind Smart-Beta-Konzepte deutlich beliebter geworden.

Diese Strategien erheben den Anspruch, nicht klassischen marktkapitalisierten Indizes zu folgen, sondern streben eine Zusatzrendite bei geringeren Risiken an. Die Konzepte sind nach anderen Einflussgrößen gewichtet wie Wachstumsfaktoren wie Growth bzw. Value, Qualität, Bewertung, Momentum, Korrelationen, Volatilität oder anderen finanzmathematischen Hypothesen.

Besonders populär sind Smart-Beta-Strategien in den USA. Smart-Beta bedeutet frei übersetzt "bessere Marktabbildung". Eine Studie des US-amerikanischen ETF-Anbieters PowerShares fand heraus, dass Vermögensverwalter und Finanzberater die neuen Produkte in wachsendem Maße einsetzen, um Portfolien den Chance-Risiko-Profilen ihrer Kunden anzupassen. Der Portfolioanteil von Smart-Beta-Strategien liegt aktuell bei durchschnittlich 9 Prozent. 91 Prozent der Interviewten zeigten sich mit den Produkten, die intelligente Indexkonzepte abbilden, zufrieden. Bei Vermögensverwaltern und Finanzberatern zunehmend gefragt entwickeln sie sich zu einem festen Bestandteil von Anlageportfolios.


Zu den ersten Indexvarianten gehört der von Standard & Poor’s 2003 gestartete S&P Equal Weight, dessen Indexkomponenten gleich gewichtet sind. Mit diesem Index fiel der Startschuss für eine neue Form von Marktbarometern, die heute als Smart-Beta-Indizes einen neuen Trend in den USA bilden. Der S&P Equal Weight hat die Anleger bisher nicht enttäuscht. In den vergangenen zehn Jahren konnte diese Variante den klassischen S&P 500 um jährlich 1,2 Prozentpunkte schlagen. Dieser Index ist bisher nur durch einen Indexfonds, den db X-trackers S&P 500 Equal Weight UCITS (LU0659579493), handelbar.

Eine andere Variante bilden die Minimum-Varianz-Konzepte. Auf den Grundlagen der Portfoliotheorie von Nobelpreisträger Harry M. Markowitz hat die Deutsche Börse den DAXPlus Minimum Varianz vor einigen Jahren gestartet. Dieser Index bildet ein Portfolio ab, bei dem verschiedene Aktien aus dem 30 Werte umfassenden DAX mit dem geringsten Risiko bzw. der niedrigsten Volatilität abgebildet werden. Mithilfe der historischen Renditen und Volatilitäten sowie der Korrelationsparameter der einzelnen Titel werden nun die geeigneten Indexmitglieder für den Varianzindex herausgefiltert. Auf den DAXPlus Minimum Varianz Index bietet nur die Royal Bank of Scotland (RBS) ein Zertifikat (DE000AA0KFZ2) an. Im Dreijahreszeitraum erzielte das Produkt einen Gewinn von 45,8 Prozent. Die Volatilität liegt bei rund 20 Prozent. Der DAX kam im gleichen Zeitraum auf einen Gewinn von 36,2 Prozent. Seit Dezember 2014 verbuchte das Zertifikat einen Zuwachs von 19,6 Prozent. Der deutsche Leitindex kam dagegen lediglich auf ein Plus von 4,8 Prozent.


Die gleichen Prinzipien verfolgt das DAXPlus Minimum Variance US Performance Index Zertifikat (WKN AA0KF1). Es erreichte im Dreijahreszeitraum eine Wertsteigerung von 55,2 Prozent bei einer Volatilität von 20,4 Prozent. Der klassische S&P 500 kam auf 40,9 Prozent bei einem Risiko von 12,7 Prozent. Über die vergangenen zwölf Monate erreichte das Papier einen Gewinn von 14,8 Prozent, der S&P 500 erlitt einen Verlust von 1,1 Prozent.

Das Produkt auf den DAXPlus Maximum Sharpe Ratio Index (WKN AA0KF0) bildet eine Kombination von DAX-Titeln mit dem höchsten Sharpe Ratio ab. Die Sharpe Ratio setzt die Mehrrendite einer Anlage über dem risikofreien Zinssatz ins Verhältnis zum Risiko der Anlage. Die Sharpe Ratio misst also, wie viel Rendite der Anleger je Risikoeinheit erhält. Bei diesem Index werden auf Basis der historischen Rendite, der Volatilität und der Korrelationsparameter der einzelnen DAX-Werte die geeigneten Indexmitglieder herausgesucht. Das Papier entwickelte sich in den vergangenen Jahren deutlich besser als das Varianz-Produkt. Es kam im Dreijahreszeitraum auf einen Gewinn von 54,7 Prozent. Innerhalb eines Jahres konnte der Anleger mit dem Zertifikat einen Gewinn von 14,5 Prozent verbuchen.

Die auf dem Markt befindlichen Smart-Beta-Zertifikate konnten also dem Anleger einen Mehrwert liefern. Allerdings steht bei diesen Produkten noch der Elchtest während turbulenter Marktphasen aus.



Dies ist ein Ausschnitt aus dem Newsletter "Zertifikate-Börse" der Baader Bank. Der komplette Newsletter ist über deren Homepage www.baaderbank.de abruf- und abonnierbar.

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